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Bildchens- und Rochitag in Vianden

Traditionelle Abschlussprozession der „Bildchenswoche“in Anwesenheit von Erzbischof Jean-Claude Hollerich


Seit über 160 Jahren findet in Vianden am Sonntag nach Maria-Himmelfahrt die Bildchen- und Rochiprozession statt. So auch heute, wo ungezählte Marienverehrer bereits am Vormittag dem feierlichen Pontifikalamt, dem Erzbischof Jean-Claude Hollerich vorstand, beiwohnten, um dann am Nachmittag in einer feierlichen Prozession von der Trinitarierkirche aus, an hohen Abhängen vorbei durch den „Bildchensbësch“ hin zur herrlich gelegenen, 1848 errichteten Kapelle und wieder zurück zu pilgern.

Begonnen hatte die „Bildchenswoche“ traditionell am vorigen Sonntag mit der Eröffnungsprozession und der Übertragung des Gnadenbildes von der Bildchen-Kapelle zur Trinitarierkirche, vor das die Gläubigen eine Woche über jeden Abend nach dem Rosenkranz zur Messe gezogen waren.


Bei unbeständigem Wetter führte die Prozession heute Nachmittag mit der Beteiligung von Erzbischof Jean-Claude Hollerich sowie zahlreichen Geistlichen der umliegenden Pfarreien mit den Gnadenstatuen der Muttergottes und des heiligen Rochus am Schloss entlang hinein in den „Bildchensbësch“

Im „Bildchensbësch“ wurzelt Gegenwart der Tradition, die einem diskret den damaligen Glauben vermittelt. Mehrere Zeugnisse aus vergangener Zeit prägen den Weg, beginnend mit der kleinen Lourdesgrotte, errichtet nach dem zweiten Weltkrieg, die Dank ausdrückt für die glückliche Heimkehr eines Zwangsrekrutierten.

Vorbei geht es an der „Fatima-Muttergottes“, die seit Oktober 2007 zur Stille einlädt. Etwas weiter im Wald ein Steinkegel mit einer Muttergottesstatue, zu dessen Füssen eine Quelle fliesst, die auf das Leben spendende Wasser hinweist.

Im Napoleonsgarten erinnert eine Tafel an einem Baum mit der Aufschrift „Planté le 30.3.1811, naissance du Roi de Rome“ an die Hoffnung besserer Zeiten nach den Wirren der französischen Revolution.

Am Waldausgang breitet seit dem 20. Jahrhundert eine Christusstatue die Arme weit aus. Es ist dies ein Werk des Bildhauers Emil Klees. Die Inschrift am Sockel „Kommet alle zu mir“ ist eine Einladung an alle Pilger. Eine Madonna-Statue erhebt sich dann über einer Wasserstelle, dessen Wasser ehemals als Kraft bei Augenleiden diente. In naher Entfernung zur Kapelle verweisen sieben, im Jahre 1897 von den Gebrüder Müller gestiftete „Stationen“ auf die sieben Schmerzen Mariens.

In der 1850 geweihten „Bildchenskapelle“ mit dem Gnadenbild (17. Jahrhundert), an dessen, aus der Kapelle des Schlosses stammenden Altar sich auch die Grafenfamilie zur heiligen Messe einfand, wird auch weiterhin an jedem Donnerstag um 15 Uhr von Mai bis November die heilige Messe gefeiert.

Bei der Prozession wurde am Justizkreuz, bei der Jugendherberge, im Bildchensbësch sowie vor der Kapelle der Segen erteilt. Den sakramentalen Schlusssegen spendete der Erzbischof im Anschluss an die Schlussandacht.

Musikalisch umrahmt wurde die Prozession von der „Veiner Stadmusik“ sowie der „Chorale Trinitaire“. Während der Prozession trugen die Mitglieder der Viandener Feuerwehr den sogenannten Himmel.

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Text/Fotos: ARMAND WAGNER