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Rettet die Quellen bevor es zu spät ist

Gesicherte Trinkwasserversorgung durch Quellschutz

Helperknapp: Im Hinblick auf eine langfristige Sicherung von genügend und qualitativ einwandfreiem Trinkwasser ist ein verstärkter Schutz der Grund- und Quellwasservorkommen als wesentliche Lebensgrundlage von allergrößter Wichtigkeit. In der Praxis wurde der Quellschutz bisher aber nicht ausreichend umgesetzt.

Am vergangenen Montagabend präsentierten das Nachhaltigkeitsministerium und das Wasserwirtschaftsamt im „Koschteschbau“ in Tüntingen eine Reihe kartografischer Entwürfe zur Ausweisung von Quellschutzzonen sowie diesbezügliche Vorschriften. Eingeladen waren die Gemeinden Helperknapp, Hobscheid, Kehlen, Mersch und Saeul. Die Informationsversammlung fand reges Interesse.

In ihrer Begrüßung sprachen Paul Mangen, Bürgermeister der Fusionsgemeinde Helperknapp, und Staatssekretär Camille Gira von einem unerlässlichen Aufbau einer Trinkwasserkultur und der wichtigen Aufgabe, die Öffentlichkeit für die lebenswichtige Bedeutung der Quellen zu sensibilisieren, dazu gemeinsam mit den Flächeneigentümern Lösungen zu finden und Maßnahmen umzusetzen, damit die Quellen auch in Zukunft sprudeln und gesundes Trinkwasser geben können.

Der staatliche Experte Tom Schaul beschrieb detaillierte hydrogeologische Untersuchungen, die ein definiertes Aufstellen von Pufferzonen und eine entsprechende Gefährdungsabschätzung ermöglichten. Das Gesetz, das die rechtlichen Rahmenbedingungen festlegt, trat bereits am 19. Dezember 2008 in Kraft und sieht drei Zonen vor, die verhindern sollen, dass mikrobiologische Verunreinigungen in die Quellfassungen gelangen.

Camille Gira schlug vor, in einem permanenten und transparenten Kontakt mit allen Akteuren regional einen Fortschritt im Hinblick auf einen präventiven Schutz der Quellen zu erzielen. Deshalb werden in den kommenden Tagen Übersichtskarten in den Gemeinden aufliegen. Zu Kommentaren und Beanstandungen der Zonengrenzen nimmt vorerst der lokale Gemeinderat Stellung. Erst danach wird ein großherzogliches Reglement die einzelnen Maßnahmen festhalten.

Die territoriale Reichweite und die Einschränkungen der Schutzzonen gaben im Saal kaum Anlass zu Nachfragen, es wurde hauptsächlich darauf hingewiesen, dass zurzeit immer mehr landwirtschaftlich genutztes Kulturland durch Investoren und Ausgleichflächen verloren geht und den Bauern immer weniger Fläche für ihre Tätigkeit bleibt.