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Caritas-Kollekte 2011 zugunsten des „Valeriushaff“


Caritas Luxemburg ruft an diesem Sonntag in den Gottesdiensten der Pfarreien, aber auch via Bankverbindung und online zu einer Kollekte zugunsten des „Atelier thérapeutique Éilerenger Wäschbuer“ und des „Atelier Valeriushaff“ auf. Beide Initiativen von „Caritas Accueil et Solidarité“ haben zum Ziel, Menschen, die in die Obdachlosigkeit gerutscht sind, eine sinnvolle Beschäftigung zu geben bzw. sie bei ihrer Rückkehr in normale Lebensverhältnisse zu unterstützen.

Bis zu 250 Menschen leben in Luxemburg auf der Straße, weitere 1 500 haben keine feste Wohnung und finden in sogenannten „Foyers“ Unterkunft. Von der Problematik einer prekären Wohnsituation sind zwischen 1 500 und 2 000 Personen betroffen, derweil um die 100 Menschen in einer unangemessenen Wohnung leben. Die Zahlen sind erschreckend im Wohlstandsland Luxemburg, die Dunkelziffer liegt womöglich noch viel höher.

Problematik der Obdachlosigkeit früh erkannt

Caritas Luxemburg hat die vielschichtige Problematik der Obdachlosigkeit früh erkannt und in den vergangenen 20 Jahren ein ganzes Netzwerk von Strukturen geschaffen, die sich auf unterschiedlichen Ebenen jener Menschen annehmen, die ohne Heim und Halt sind. „Ruhe und Geborgenheit in die Not des Alltags und des Lebens auf der Straße bringen, Kissen zur Verfügung stellen mitten im Sturm, das sind Aufgaben der Caritas. Ihr Engagement, liebe Spenderinnen und Spender, hilft mit, den Stürmen im Leben Einhalt zu gebieten“, schreibt Caritas-Präsident Erny Gillen in seinem Vorwort zur Obdachlosen-Kollekte 2011.

„Leider stellen wir fest, dass sich immer mehr junge Menschen unter 25 Jahren ohne Perspektive auf der Straße wiederfinden. Die Altersgrenze jener, die in den Foyers Aufnahme suchen, sinkt seit Jahren stetig“, weiß René Kneip, Sozialdirektor von „Caritas Accueil et Solidarité“. Seit seiner Schaffung Anfang der 1990er-Jahre hat „Caritas Accueil et Solidarité“ neue Konzepte und Strukturen entwickelt, um der Obdachlosigkeit zu begegnen und die Betroffenen wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Mit staatlicher Unterstützung bietet „Caritas Accueil et Solidarité“ obdachlosen Menschen Notunterkünfte, betreute Wohnstrukturen und auch Beschäftigungsmöglichkeiten an. Für die Finanzierung der verschiedenen Projekte ist die Vereinigung aber auch auf private Spenden, z. B. aus der Kollekte, angewiesen.

Eine dieser Strukturen im Rahmen von RMG-Beschäftigungsmaßnahmen ist der „Éilerenger Wäschbuer“, wo bis zu 35 Menschen mit psycho-medizinischen und sozialen Problemen eine Arbeit beim Sortieren, Waschen und Bügeln von Wäsche finden. Da die Aktivität in der Wäscherei seit fast einem Jahr immer wieder durch den Ausfall des Dampfkessels behindert wird, ist die Anschaffung einer neuen Maschine dringend notwendig. „Der Preis liegt bei um die 130 000 Euro“, meint der Direktionsbeauftragte des „Éilerenger Wäschbuer“, Jean-Marie Barnich, im Gespräch mit dem „Luxemburger Wort“. Die Anschaffung wird teilweise per Konvention vom Gesundheitsministerium bezuschusst. Im „Éilerenger Wäschbuer“ sortieren, waschen und bügeln die Angestellten die Wäsche der Bewohner von Pflegeheimen bzw. von Patienten der Pflegehilfsdienste von „Help Doheem Versuergt“ und „Hëllef doheem“.

130 000 Kilogramm Wäsche wurde im vergangenen Jahr behandelt. „Derzeit arbeiten wir noch nicht für Privatpersonen. Eine solche Erweiterung unseres Angebotes ist aber durchaus denkbar. Ich spreche von kleineren, dezentralisierten 'Wäschbuer'-Einheiten in allen Regionen des Landes“, so Jean-Marie Barnich.

Die Mitarbeiter sind entweder ganztags oder entsprechend ihrer gesundheitlichen oder psychologischen Verfassung stundenweise im „Wäschbuer“ in der Ehleringer Aktivitätszone „Zare“ beschäftigt. „Diese Arbeit hilft unseren Mitarbeitern, wieder Fuß im Alltag zu fassen. Ihr Tagesablauf wird strukturiert, sie lernen, geregelten Arbeitsabläufen nachzugehen“, meint René Kneip.

Der Erlös der Obdachlosen-Kollekte soll aber nicht ausschließlich an den „Éilerenger Wäschbuer“ fließen. Das zweite Projekt, das mit dem gesammelten Geld unterstützt werden soll, ist das „Atelier Valeriushaff“ in Selz in der Gemeinde Tandel.

Dort finden bereits seit mehr als 20 Jahren täglich bis zu zehn Personen eine sinnvolle Beschäftigung im Gartenbereich, in der Küche, in der Schreinerei sowie bei Waldarbeiten. Um die Brennholzherstellung auszubauen, wird ein Fahrzeug mit Seilwinde benötigt. Auch dieses Arbeitsgerät soll aus dem Erlös der Obdachlosen-Kollekte 2011 finanziert werden.