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Weihnachtsgottesdienst im Gefängnis

Am zweiten Weihnachtstag feierte Erzbischof Jean-Claude Hollerich zwei Weihnachtsmessen für jeweils verschiedene Abteilungen in der Kapelle des Gefängnisses von Schrassig. Nach einem herzlichen Willkommensgruß von Aumônier Abbé Mark Kubajak begann die Messe mit einem feierlichen Einzug.

Als erstes wurde das Friedenslicht von Betlehem von Sr. Marie-Jeanne Bouché, „aumônier-adjoint“, hineingetragen, gefolgt von Pater Vincent Klein, „aumônier-adjoint“, und dem Erzbischof.

Seit mehr als 15 Jahren werden die Weihnachtsgottesdienste im Gefängnis vom Jugendchor „Da Capo“ unter der Leitung von Myriam Di Santolo musikalisch mitgestaltet. Das ansprechende Repertoire von französischen, deutschen, englischen und portugiesischen Liedern sowie das Begleiten durch verschiedene Instrumente sorgen stets für eine sehr wohltuende Atmosphäre.

Seit drei Jahren besteht außerdem eine sehr gute Zusammenarbeit mit dem Pfarrverband Sandweiler-Syrdall, dank den Bemühungen von „aumônier-adjoint“ Romain Kremer und dem Präsidenten der Diakoniekommission des Pfarrverbandes, Fränz Pauly. Durch den regelmäßigen Austausch von Mitteilungen und Beiträgen aus dem Gefängnis im Pfarrblatt, durch Füreinanderbeten in den Gottesdiensten, wird das Bewusstsein gestärkt, dass die Christengemeinschaft im Gefängnis auch zu diesem Pfarrverband gehört.

So haben z. B. Kinder, Jugendliche und ältere Leute aus dem Pfarrverband während des Advents Sterne gebastelt, die am Schluss des Gottesdienstes an die Gefängnisinsassen verteilt wurden.

Dieses Jahr konnten außerdem drei wertvolle Krippenfiguren – die heiligen drei Könige – zur Verschönerung der Weihnachtskrippe im Gefängnis überreicht werden, dank des Erlöses der Aktion Friedenslicht der „Guiden a Scouten“ von Sandweiler.

In seiner Predigt erzählte der Erzbischof von seinen ersten Kontakten mit der Gefängniswelt, die er während seines Noviziates in Belgien als ehrenamtlicher Gefängnisbesucher herstellen konnte. Die Notsituation eines jungen Niederländers, der vergeblich immer wieder versuchte, mit seiner Mutter Kontakt aufzunehmen und dadurch unter schweren Depressionen litt, machten ihn tief betroffen. Als dieser junge Mann im Gefängnis eine Frau kennenlernte, die ihn ehrlich liebte und ganz und gar akzeptierte, wandelte sich sein Leben von Grund auf.

Der Erzbischof unterstrich, dass jeder Mensch darauf angewiesen sei, geliebt und angenommen zu werden. Es gibt zwei Sätze, die niemand sich selbst zusprechen kann: „Ich verzeihe dir – Ich liebe dich.“

Jean-Claude Hollerich betonte, dass das letztlich der Grund ist, warum Gott Mensch wurde. Nur so konnte er den Menschen diese Liebe so nahe wie möglich bringen. Dieses vorbehaltlose Angenommensein gilt für alle Menschen ohne Ausnahme.

Nach dem Gottesdienst unterhielt der Erzbischof sich mit den anwesenden Insassen in einer lockeren Atmosphäre.

Auch Gefängnisdirektor Vincent Theis nutzte diese Gelegenheit, um den neuen Erzbischof zu begrüßen.