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Strom, Hitze und Kaltluft dank Holzabfällen

Im Beisein von Wirtschaftsminister Etienne Schneider und zahlreicher Gäste wurde am Mittwoch im Gewerbegebiet „Klengbousbierg“ in Roost die Grundsteinlegung zum Bau der wohl modernsten Wärmekraftkopplungsanlage der Großregion gelegt. Nachhaltige Elektrizität, Wärme und Heizpellets sollen ab Juli/August 2013 produziert werden.

Die Gesellschaft „Kiowatt“, die 2008 von LuxEnergie und deren Partner WoodEnergy (Groupe François) gegründet wurde, um ihre Aktivitäten im Bereich Biomasse zu intensivieren, ist auf Wärmekraftkopplungsanlagen auf der Basis von fester Biomasse und der gleichzeitigen Herstellung von Holzpellets spezialisiert. Die Kogenerationszentrale in Roost ist das erste Projekt, das von „Kiowatt“ realisiert wird.

Anlässlich der Grundsteinlegung stellten die beiden „administrateurs délégués“ Paul Weis (LuxEnergie) und Bernard François (WoodEnergy) den Gästen die sich seit April des Jahres im Bau befindliche Anlage im Detail vor. Hierbei handelt es sich um eine Wärmekraftkopplungsanlage, in der Holzabfälle mit einer Wärmeleistung von 11,5 MW (Megawatt) und einer Stromleistung von 2,7 MW verarbeitet werden. Bei voller Leistung wird mit jährlich 21 GWh (Gigawattstunden) erneuerbaren Stroms und mit 93 GWh/a erneuerbarer Wärme gerechnet.

Die Anlage wird jährlich etwa 35 000 Tonnen Biomasse in Form von Holzabfällen luxemburgischer Herkunft, die derzeit noch exportiert werden, verarbeiten und bei voller Leistung zu einer jährlichen Reduzierung des Ausstoßes von Kohlendioxid (CO2) von 55 300 Tonnen beitragen. Derweil der so produzierte Strom ins Stromnetz eingespeist wird, wird die beim Kogenerationsprozess erzeugte Wärme folgendermaßen eingesetzt:

– bei der Kälteproduktion zur Kühlung des neuen, gegenüberliegenden Datenzentrums von „LuxConnect“ in Roost, das damit zum ersten „Green Datacenter“ in Luxemburg und der Großregion wird;

– zum Trocknen von etwa 63 000 Tonnen frischen Holzes, das bei der jährlichen Produktion am gleichen Ort zu 35 000 Tonnen Holzpellets verarbeitet wird, die für den Inlandsmarkt und für Wärmelieferanten bestimmt sind, (diese Menge reicht für 17 000 Einfamilienhäuser);

– zur Versorgung des künftigen Wärmenetzes im Gewerbegebiet „Klengbousbierg“ (diese Möglichkeit wird zurzeit geprüft).

Die Anlage mit einem Investitionsvolumen von 31 Millionen Euro inklusive staatlicher Subventionen, wird bis Ende 2020 etwa fünf Prozent zur geplanten nationalen Gesamterzeugung von Strom-, Wärme- und Kälteenergie beitragen, die auf Basis von erneuerbaren Energiequellen im Land selbst erzeugt werden sollen. Zudem werden im gleichen Zeitraum rund 350 000 Tonnen CO2-Emissionen eingespart. Dies entspricht einem Beitrag von 14,2 Prozent der laut europäischen Energieplänen für Luxemburg geplanten Einsparungen bis 2020. „Kiowatt“ sei ein großes Projekt, das sehr gut in die neuen Strategien der Regierung passen würde, so Wirtschaftsminister Etienne Schneider. Es würde sich sehr gut in die Schwerpunkte der erneuerbaren Energien (Biomasse, Biogas und Windkraftanlagen) einfügen. Ohne solche Projekte sei es sehr schwer, die gesetzten Ziele in puncto Reduzierung der Treibhausgase zu erreichen und die Produktion erneuerbarer Ernergien in Luxemburg zu steigern. Zudem sei die Kombination von zwei Betrieben wie Energiegewinnung und Heizpelletsproduktion sehr zu begrüßen, so Minister Schneider.


VON ARMAND WAGNER