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Ausbau des Fußballstadions: „Schnelle und preiswerte Option“

Nachdem der Differdinger Schöffenrat vor zwei Wochen bei Sportminister Romain Schneider vorstellig geworden war, um einen möglichen Ausbau des Oberkorner Fußballstadions zum nationalen Stadion zu unterbreiten, stellte Bürgermeister Claude Meisch am 19. oktober das mögliche Konzept vor.

Für 13 Millionen Euro könnte das bestehende Stadion des FC Differdingen 03, dass seinerzeit 16 Millionen Euro kostete, das nötige Upgrade erfahren, um vom städtischen Stadion zum nationalen Stadion aufzusteigen.

Mit der Idee, das Stadion auszubauen, hatte Differdingen bereits vor zwei Wochen seinen Hut in den Ring geworfen. Nachdem bereits seit Jahren bekannt ist, dass Luxemburg ein neues Stadion benötigt, habe man in Differdingen eine weitere Alternative zur Renovierung des hauptstädtischen Josy-Barthel-Stadions vorbringen wollen. Angesichts der Tatsache, dass heute auch finanzpolitische Gründe zum Tragen kommen, meinte Bürgermeister Claude Meisch, dass der Ausbau des Stadions eine relativ kostengünstige Variante darstelle. Für 13 Millionen Euro könnte das bestehende Stadion das nötige Upgrade erfahren. Preiswert sei es deshalb, weil die teuren Installationen wie die Buvette und die Umkleiden bereits stünden.

Das Stadion in Oberkorn, wo die Mannschaft von Differdingen 03 in der BGL-League spielt, wurde erst im August 2012 eingeweiht und hat 16 Millionen Euro gekostet. Die derzeit einzige Tribüne bietet Platz für 2 000 Zuschauer – zu wenig, um dort Länderspiele oder Champions-League-Qualifikationen auszutragen. Sollte der Plan auch die Zustimmung der Regierung finden, müssten gegenüber der bestehenden Tribüne und hinter einem der Tore zwei weitere Tribünen stehen, um auf die insgesamt 8 200 Sitzplätze zu kommen, die die Bestimmungen vorschreiben. Eine dieser Tribünen würde 1 952 Sitzplätze umfassen, die andere 4 333 Plätze. Im Moment befinden sich an dieser Stelle zwei Trainingsplätze, die von der Differdinger Fußballschule genutzt werden. Ein Fußballfeld würde aufgrund des Ausbaus wegfallen und durch zwei kleinere Trainingsfelder ersetzt. Dies würde aber die Trainingsmöglichkeiten nicht schmälern so der Bürgermeister, der diese Maßnahme mit Fußballexperten im Vorfeld besprochen hatte.

Man würde bei Zusage mit dem gleichen Bauherrn zusammenarbeiten. Das Projekt, das in PPP-Manier entstand, würde dann vom gleichen Betreiber verwaltet.

Die Vorteile des Ausbaus liegen laut Bürgermeister Claude Meisch auf der Hand. Oberkorn vereint mit seinem „Parc des sports“ bereits eine Reihe von sportlichen Infrastrukturen auf einem Gelände, unter anderem die Sport- und Gymnastikhalle. Außerdem entsteht hier derzeit ein ausgedehnter Schwimmbadkomplex mit großzügiger Fitness- und Wellnesslandschaft. „Es macht Sinn, solche Infrastrukturen auf einer Stelle zu regruppieren, um sie in ihrer Gesamtheit besser auszulasten“, betont Claude Meisch.

Aufgrund der bisherigen Aktivitäten auf dem Gelände besitzt man auch bereits Erfahrungen mit hohem Verkehrsaufkommen. Um zu verhindern, dass die Ortschaft im Chaos versinkt, ist allerdings ein ausgeklügeltes Verkehrskonzept vonnöten. Das derzeitige Parkhaus würde sicherlich nicht ausreichen, doch befindet sich das Stadion in unmittelbarer Nähe zum Oberkorner Bahnhof und soll einen direkten Zugang zum Bahnsteig bekommen. Oberkorn wird übrigens von den gleichen Zügen angefahren, die auch nach Belval fahren und die von zahlreichen Personen genutzt werden, die Konzerte in der Rockhal besuchen. Außerdem wird im Differdinger Zentrum ein weiteres Parkhaus mit 800 Stellplätzen gebaut. Positive Erfahrungen mit Großveranstaltungen hat man allerdings auch im Rahmen des „Blues-Express“ gemacht, wo seit Jahren erfolgreich Pendelbusse eingesetzt würden, eine Option, die er sich auch für Oberkorn vorstellen kann.

Auch betonte Meisch am Freitag, man wolle keine Konkurrenz zur Hauptstadt schaffen, sondern lediglich eine weitere Variante vorstellen. Man könne damit leben, wenn sich anderweitig entschieden würde. Zeitlich könnte der Umbau innerhalb eines Jahres umgesetzt werden.

Die Kostenverteilung läge bei 70 Prozent staatlicher Beteiligung und 30 Prozent kommunaler Beteiligung, gerechnet auf die 29 Millionen Euro Gesamtkosten. Von Vorteil wäre es allerdings, dass die Folgekosten für den Staat preiswerter wären als bei einem kompletten Neubau.

VON NADJA RAFALSKI (Fotos: Claude Piscitelli)