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Stauseegemeinde tritt erstmals als Promotor auf

Mit dem offiziellen Spatenstich fiel am Donnerstagnachmittag in Nothum der Startschuss zu einem Siedlungsprojekt, dem, laut Wohnungsbauminister Marco Schank, Vorzeigecharakter im ländlichen Raum zukommt. In der Siedlung „Auf den Puellen“ sollen in den kommenden Monaten nämlich 17 subventionierte Wohnhäuser nach höchsten energetischen Standards zwei Bauterrains mit Architektenplänen sowie drei frei bebaubare Grundstücke entstehen. Als Promoteur tritt dabei jedoch keine Privatgesellschaft, sondern die Stauseegemeinde selbst auf.

Eine Herausforderung für die kommunalen Dienste der ländlichen Gemeinde, die mit 1 616 einwohnern auf 4 850 Hektar eine der niedrigsten Bevölkerungsdichten der Region zählt. Und ein Vorhaben, das trotz des langgehegten Ziels der Gemeinde zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums, zunächst doch aus der Not heraus geboren wurde, wie Bürgermeister René Michels erklärte.

Sollte die Wohnsiedlung in Nothum ursprünglich nämlich auf Privatinitiative verwirklicht werden, so gerieten die Pläne infolge eines Todesfalls in der betreffenden Familie nach bereits erfolgter PAP-Genehmigung urplötzlich ins Stocken. Anstatt das Projekt ganz aufzugeben, sprang die Gemeinde schließlich als Promotor ein, um mit Hilfe des Wohnungsbauministeriums, der Planungsbüros „Schroeder et Associés“ und „Rausch et Associés“ sowie des Architekten Jean Theisen Wohnraum zu erschwinglichen Baupreisen zu schaffen und damit auch ihrer Verantwortung gegenüber der Bevölkerung und allen voran gegenüber jungen Familien gerecht zu werden, wie Bürgermeister Michels betonte.

Entstehen sollen denn auch zum Arpreis von 13 000 Euro 17 Wohnhäuser nach den Kriterien des subventionierten Wohnungsbaus, von denen neun in Massivbauweise der Energieklasse B und acht im Holzbau der Energieklasse A enstprechen sollen, sowie zum Arpreis von je 26 000 Euro zwei Bauterrains mit Architektenplänen und drei Grundstücke zur freien Baugestaltung. „Eine Planungsweise, mit welcher die Stauseegemeinde nicht nur ihren Bemühungen zur energiesparenden Bauweise gerecht wird, sondern auch annehmbare Baulandpreise garantiert“, so René Michels. immerhin weise Nothum mit seiner Nähe zum kantonalen Zentrum Wiltz, zur Regionalschule samt Kinderbetreuungsstrukturen in Harlingen sowie zu den Verkehrsadern N 15 und N 26 eine hervorragende Lage auf, während in der Stauseegemeinde auch Lebensqualität, Natur und Freizeit großgeschrieben würden.

Grundstückreservierungen ab Ende Oktober

Im Namen des mit der Koordination der Baustelle beauftragten Planungsbüro „Schroeder et Associés“ ging Olivier Zirnheld anschließend näher auf den Charakter der neuen Wohnsiedlung ein. Geplantsei, im Frühjahr 2012 mit dem Bau der ersten Häuser zu beginnen, wobei der Rohbau der einzelnen Häuserblocks (einschließlich Fassaden, Fenster und Dach) jeweils innerhalb eines Jahres realisiert werden soll. Ab 30. September wolle man bereits im Rahmen des „Semaine du logement“ intensiv Werbung für das Projekt in Nothum machen, ehe dann Ende Oktober die ersten Grundstückreservierungen bei der Gemeinde angemeldet werden können.

Angesichts der Tatsache, dass Luxemburg innerhalb der Europäischen Union den rasantesten Bevölkerungszuwachs aufweist, zeigte sich Wohnungsbauminister Marco Schank anschließen erfreut und dankbar, dass die Stauseegemeinde ihrer Verantwortung zur Schaffung sozialen, aber qualitätsvollen Wohnraums nachkomme. Besonders am Herzen liege ihm dabei auch die Förderung einer energetisch sinnvollen Bauweise, welche den Käufern mit Blick auf die stetig steigenden Brennstoffpreise langfristig auch finanziell zugute kämen. Zum Abschluss unterzeichnete Marco Schank gemeinsam mit dem Schöffenrat der Stauseegemeinde die das Projekt betreffende Konvention zwischen Staat und Gemeinde.(VON JOHN LAMBERTY- Computersimulation: Büro Schroeder et associés)