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25 Jahre "D'Georges Kayser Altertumsfuerscher"

Langjährige Mitglieder geehrt

Im Zeitalter der computer- und robotergesteuerten Arbeitsabläufe gibt es noch Menschen, die ausgerüstet mit Schaufel und Pinsel versuchen den Geheimnissen vergangener Jahrtausende auf die Spur zu kommen. Darunter fallen die Mitglieder der „D’Georges Kayser Altertumsfuerscher“. Am vergangenen 1. März hatten sie zur Generalversammlung ins Kulturzentrum nach Nospelt geladen. Bereits seit 25 Jahren ist der Verein besonders aktiv auf dem Gebiet der Archäologie, der Geschichte, der Kultur und der Pädagogik.

Die Liste der durch den Verein durchgeführten Ausgrabungen ist beachtlich und dabei kamen etliche interessante Entdeckungen zutage. So wurden Keramik und Gräber der Urnenfelderzeit in Kehlen-„Schéimerech“ sowie auf Keispelt-„Hobuch“ gefunden. In Nospelt-„Krëckelbierg“, Keispelt-„Hobuch“, Meispelt-„Filsched“, Kehlen-„Rennpad“, Mamer-Bartringen-„Tossebierg“ und Mamer-„Juckelsbësch“ wurden gallorömische Gräberfelder ausgegraben. Ein ländlicher, gallorömischer Umgangstempel bei Reckange-„op der Stross“, zwei Gebäude einer kleineren villa rustica bei Colmar-Berg-„Brongesbierg“, der Keller eines Streifenhauses samt Brunnen aus dem vicus von Mamer-Bertrange, die kleinere villa rustica mit dazugehörenden Ziegelofen von Capellen-„Hiereboesch“ sowie die große villa rustica von Goeblingen-„Miecher“ zählen zu den gallorömischen Siedlungsstrukturen, die bislang von den „D’Georges Kayser Altertumsfuerscher“ freigelegt wurden. In Kehlen-„Schéimerech“ stieß der Verein, neben den oben erwähnten Spuren der Urnenfelderzeit, auf Körpergräber des späten Mittelalters. Hinzu kommt eine Reihe von kleineren Notgrabungen, Prospektion sowie Sondagegrabungen.

Besonders die bei der villa rustica von Goeblingen-„Miecher“ gemachten Entdeckungen der letzten Jahre, wie zum Beispiel der frühkaiserzeitliche Grabrundbau und der spätantike burgus haben zu neuen, teils spektakulären Erkenntnissen für das Luxemburger Land geführt.

In den letzten Jahren getätigte internationale Kontakte haben dazu beigetragen die Arbeit und die Erfolge des Vereines sowie die oben erwähnten Grabungsorte weit über die luxemburgischen Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen. Des Weiteren hat diese Zusammenarbeit ihre Früchte in der wissenschaftlichen Auswertung der Funde getragen. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich zudem die Führungen für Schulklassen aus allen Teilen des Landes.

In der Generalversammlung am 1en März wurden in Gegenwart von Vertretern der Gemeinde, dem Projektleiter der Europäischen Akademie Otzenhausen und mehr als 100 Vereinsmitgliedern mehrere Personen für langjährige Mitarbeit ausgezeichnet. Michel Baudet erhielt die irdene Uhr, hergestellt aus einem original römischen Dachziegel, für 20 jährige Vorstandsmitgliedschaft. Für 25 Jahre im Vorstand oder Kassenrevisor wurden folgende Mitglieder mit der bronzenen Ehrennadel ausgezeichnet: Ugen Biver, Claude Bonifas, Jacques Bonifas, Armand Lehnert und Vic Lippert. Bei der Ehrennadel handelt es sich um eine Kopie einer Distelfibel aus den Gräbern von Goeblingen-Nospelt. Des Weiteren überraschten die Aktiven ihren Präsidenten mit der Übergabe einer Kopie eines gläsernen Gladiatorenbechers, wie einer bei der Grabung vergangenes Jahr in Wederath-„Belginum“ im Tempelbezirk gefunden wurde. Die „Goldene Amphore“ wurde Dr. Jean Krier vom CNRA für besondere Verdienste gegenüber den GKA und der Archäologie im Allgemeinen verliehen. Der Projektleiter der Europäischen Akademie Otzenhausen überreichte den Vertretern der Gemeinden Dalheim und Kehlen den neu erschienen Tagungsband der internationalen Archäologentage mit mehreren Beiträgen der „D’Georges Kayser Altertumsfuerscher“.

Im Jubiläumsjahr wird das 25. Jugendlager im Ausland ausgetragen und zwar in Zusammenarbeit mit der Uni-Trier in Belginum-Wederath (D). Im Oktober wird der 25. Geburtstag des Vereines offiziell gefeiert. Bei dieser Gelegenheit wird eine Sondernummer der Vereinszeitschrift „Den Ausgriewer“ erscheinen.

Schöffe Lucien Koch bedankte sich in der Generalversammlung im Namen der Gemeinde für die hervorragende Arbeit der GKA. Er wünschte ihnen weiterhin viel Erfolg und sicherte ihnen die notwendige Unterstützung der Gemeinde zu.

Zum Abschluss hielt der junge Archäologe Jorma Reuland einen Vortrag über das von den GKA ergrabene Gräberfeld von Bartringen-„Tossenberg“.
Der Verein ist zu erreichen über gka@gka.lu oder Tel: 26 302 773