„Eine Brücke für 100 Jahre...“

Im sonst sehr beschaulichen Dörfchen Moestroff zwischen Bettendorf und Reisdorf gab es am vergangenen Freitagnachmittag Grund zum Feiern. Die nagelneue Brücke über die Sauer wurde nämlich offiziell in Betrieb genommen.

Bei dieser Feierstunde war ebenfalls Claude Wiseler, Minister für nachhaltige Entwicklung und Infrastrukturen, zugegen. Neben weiteren Ehrengästen und zahlreichen Einwohnern konnte der Bürgermeister der Gemeinde Bettendorf, Albert Back, auch den Nordabgeordneten André Bauler sowie den Diekircher Dechanten Jean-Pierre Heuschling, der die Brücke segnete, begrüßen.

In seiner Ansprache erinnerte Back daran, dass die erste Brücke in Moestroff bereits 1865 errichtet worden war. Diese wurde dann aber im Zweiten Weltkrieg zerstört und dann eher nur notdürftig wieder instand gesetzt, bevor in den 50er-Jahren eine neue gebaut wurde. Diese wiederum wies kurz nach der Jahrtausendwende immer mehr Mängel auf, sodass die Verantwortlichen der „Ponts et chaussées“ sich dazu entschlossen, sie zu ersetzen.

Zwei Jahre Bauzeit
Die Bauarbeiten für dieses neue Viadukt, das nur zehn Meter weiter flussabwärts errichtet wurde und seinem Vorgänger nicht unähnlich sieht, begannen vor zwei Jahren und wurden vor kurzem fertiggestellt. Die alte Brücke blieb aber noch in Betrieb, bis die neue zumindest teilweise befahren werden konnte. Erst im Mai dieses Jahres wurde sie abgerissen. Die neue „Schwingbrücke“, die sich mit ihren abgerundeten Elementen harmonisch ins Dorfbild und das Tal der Sauer einfügt, zeichnet sich u. a. durch einen höheren Durchfluss und einen Pfeiler weniger als ihre Vorgängerin aus. Die Länge beträgt 71 Meter, Die Breite variiert zwischen sieben Metern in der Mitte und 7,90 Meter an den beiden Enden, um längeren Fahrzeugen das Manövrieren zu erleichtern.

Die Breite der Bürgersteige ist ebenfalls nicht überall die gleiche. In der Mitte der Brücke messen sie zwei Meter, an den Enden lediglich 1,55 Meter.

Claude Wiseler wies seinerseits darauf hin, dass sein Ministerium die Gesamtkosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro übernahm. Die etwas längere Bauzeit von zwei Jahren (April 2010 bis April 2012) sei auf gleich mehrere Hochwasservorkommnisse zurückzuführen, während derer die Arbeiten ruhen mussten. Nun habe man aber eine Brücke errichtet, die die kommenden 100 Jahre problemlos überstehen werde.


VON NICO MULLER