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Ein Polo-Terrain in Meysemburg?

Seit vor sieben Jahren das heftig umstrittene Projekt eines Golf-Terrains vom Umweltministerium gestoppt worden war, herrschte im Dossier „Meysemburg“ praktisch Stillstand – mit Ausnahme einer Einschreibung in die Liste der nationalen Denkmäler und Reparaturarbeiten an den Dächern, die der „Service des sites monuments“ in Auftrag gegeben hatte. Jetzt könnte der Park nach Angaben des Kulturministeriums als Polo-Terrain genutzt werden.

Im April 2011 habe das Schloss samt Park den Besitzer gewechselt, bestätigt Kulturministerin Octavie Modert dem Abgeordneten Claude Adam in ihrer Antwort auf eine entsprechende parlamentarische Anfrage.

Der neue Besitzer habe dem Kulturministerium gleich seine Pläne für eine Wiederherstellung des historischen Aussehens des Parks unterbreitet, woraufhin der „Service des sites et monuments“ diese Pläne positiv begutachtet und das Ministerium daraufhin im August 2011 seine Zustimmung für das Vorhaben erteilt habe. Auch ein Subsid sei angefragt worden, dessen Höhe noch gemeinsam mit der Naturverwaltung festgelegt werde. Vor dem Besitzerwechsel hatte der „Service des sites et monuments“ Stabilisierungsarbeiten an einem Teil des Gemäuers – einem Bogen, wie das Ministerium schreibt – durchführen und einen Teil der Dächer reparieren lassen. Unterredungen haben mittlerweile nach Angaben des Kulturministeriums zwischen dem „Service des sites et monuments“, dem Besitzer des Anwesens und dem „Polo Club Luxembourg“ stattgefunden, um über „die Möglichkeiten und Auflagen in Bezug auf eine eventuelle Einrichtung eines Polo-Terrains und der diesbezüglichen Infrastrukturen“ zu diskutieren. Weit fortgeschritten seien die Planungen aber noch nicht: Ein konkretes „Avant-projet“ liege noch nicht vor. Um über eine adäquate Planungsgrundlage zu verfügen, habe der Besitzer des Schlosses topografische Messungen des Geländes in Auftrag gegeben.

Im Jahr 2003 hatten zwei Investoren für viel Aufregung gesorgt, als sie verkündet hatten, auf dem Gelände des zwischen Fels, Angelsberg und Fischbach gelegenen Schlosses ein Hotel mit Golfplatz einrichten zu wollen. Zwei Jahre später setzte der damalige Umweltminister Lucien Lux dem Vorhaben ein Ende und es wurde ein Ankauf des Parks durch den Staat in Erwägung gezogen. Der Park wäre dann vom Staat instand gesetzt worden, während die Nutzung des Schlosses einem Privatinvestor überlassen werden sollte. Zum Kauf durch den Staat kam es letztendlich aber doch nicht und seither wurden keine konkreten Vorschläge mehr für die Nutzung des Areals publik. (raz)