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Die Schonzeit ist vorbei.

Außerordentliche Sitzung des FLPS Vorstandes.(24.Januar 2015)

Die Zeit drängt für den Fischereiverband. Mit den wachsenden Aufgaben, sowie dem festen Willen, das Fischereiwesen zu modernisieren, müssen neue Wege gefunden und gegangen werden.
Der Umweltschutz und vor allem der Gewässerschutz sind seit seiner Gründung eines der Hauptanliegen des Verbandes. Um sich für die kommende Saison aufzustellen, hielt der Verband am Samstag, den 24ten Januar ein Seminar ab im Vitarium der Luxlait bei Mersch. Obschon im vergangenen Jahr extrem viel gearbeitet wurde bleiben viele Baustellen offen.

Der Angler als erstes Zwischenglied zwischen dem Wasser und der Außenwelt ist sozusagen an vorderster Front. Leider macht es den Anschein, dass der Staat und seine Verwaltungen diesen wichtigen „Bioindikator“ nicht nutzen und die praktischen Erfahrungen und Beobachtungen der Angler ganz klar ignorieren will.

An der Mosel, wo der Verband seit seiner Gründung nicht müde wird, bestehende Probleme aufzuzeigen, wird mit dem Bau des neuen Fahrradweges auf luxemburgischer Seite die Ausübung der Sportfischerei erheblich erschwert und so manche altbewährten Plätze sind nicht mehr nutzbar. Eine Karte mit den momentan verfügbaren Angelplätzen wurde durch den Verband erstellt und steht den Vereinen auf Anfrage zu Verfügung.
Der Verband wird im Lauf des Jahres 2015 seine runderneuerte moderne Internetseite in Betrieb nehmen. An der Entwicklung einer praktischen und informativen Smartphone APP wird weiterhin gearbeitet. Leider wurde dem Verband die finanzielle Unterstützung hierfür immer noch nicht verbindlich zugesichert, sodass dieses Projekt ins Hintertreffen gerät. Ein handliches Vademecum Büchlein über die einheimischen Fische ist in der Ausarbeitung.

Die Reglemente der Section de Compétition wurden an die internationalen Bestimmungen angepasst, eine Arbeit, welche durch die Technische Kommission geleistet und durch den Vorstand bestätigt wurde, sodass diese Bestimmungen bereits in der Saison 2015 zur Anwendung kommen.
Die Arbeit im Sekretariat wurde neu organisiert, und mit Frau Braun wurde eine neue Sekretärin eingestellt. Das Verbandbüro ist ab sofort 3 x in der Woche von 09.00 – 12.00 Uhr besetzt. In naher Zukunft ist die Einstellung einer weiteren Person geplant, dies um die dringend notwendige Aufarbeitung der Verbandsarchive vorzunehmen , die zusätzlich anfallenden Verbindungen zu den Behörden abzusichern, die internen Verbandsinstanzen wie die Sektionen und die Gewässerkommission zu unterstützen, und, vor allem, um als Backup bei Urlaub oder Abwesenheit der bislang einzigen Sekretärin die gängigen Geschäfte des Verbandes abzuwickeln.

Das System der Lizenzen wurde modernisiert und die Kartei wurde digitalisiert.
Die Anglerzertifikate für die kommende Saison bleiben noch auszustellen. Die Lager- und Sanitärräume müssen umgebaut werden, eine Abdichtung der Außenfassade bleibt zu erledigen.
Das Verbandsbüro wurde auf freiwilliger Basis renoviert, allerdings müssen einige Umbauarbeiten durch Fachkräfte erledigt werden, sodass erhebliche finanzielle Mittel benötigt werden. Leider wurden dem Verband von staatlicher Seite die Subsidien gekürzt, sodass Engpässe entstehen.
Der oberste Fischereirat wurde im vergangenen Jahr nicht einberufen. Eine Delegation unter Präsident Jos Scheuer traf sich zwar mit der Ministerin und ihren Spitzenbeamten. Allerdings sind die Resultate dieser Unterredung nicht zufriedenstellend. Es ist nicht hinnehmbar, dass weder in der Frage der Gewässerverschmutzung durch Herbizide, noch hinsichtlich der Kormoranproblematik, noch in Sachen Zugang zu den Gewässern, zum Erlangen eines Fischereischeins über Internet, kurzfristig Lösungen gefunden wurden.
Absolut unverständlich ist die Nichteinberufung des Obersten Fischereirates, eine gesetzlich vorgesehene Institution, welche den Dialog zwischen allen Akteuren garantieren soll. Die FLPS hat den Eindruck, dass die Fischerei seitens der Verwaltungen (und der Politik ???) abgeschafft werden soll, dies nach dem Motto „der Überbringer schlechter Nachrichten wird geköpft“.
Die Gewässerkommissionen wurden neu aufgestellt, gemeinsam war man sich einig, dass verstärkt auf Eibesatz gesetzt werden soll. Hierzu sind allerdings sogenannte Laichbäche von Nöten. Während in der Our noch einige wenige saubere Zuläufe bestehen, so sieht dies in der Sauer schon anders aus. Die meisten Bäche sind durch Nitrat, Herbizide und Pestizide so schwer belastet, dass Fische auf natürlichen Weg nicht aufkommen. Zudem müssten die Bäche mit Kies ausgelegt werden, und Maßnahmen gegen eine Verschlammung müssten getroffen werden. All dies geschieht nicht. Somit kommt man zur Zeit um einen massiven Besatz mit bereits größeren Fischen nicht umhin.
Die Preise der Angelscheine sollen erheblich angehoben werden, ohne jede Rücksprache mit dem Verband. Die in den Fischereifonds verwalteten Gelder werden also logischerweise steigen, aber bereits jetzt, übersteigen die Gelder dieser Fonds die Millionengrenze !
Am 22 Februar hält die FLPS ihren jährlichen Kongress. Austragungsort 2015 ist Grevenmacher, eines steht fest, die Schonzeit ist vorbei.