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Neuer Hof im SNJ-Zentrum voraussichtlich 2013 fertiggestellt

Pferde, Esel, Schafe und Ziegen: Auf dem pädagogischen Bauernhof „A Sewen“ in Meispelt schlagen Kinderherzen höher. Hier lernen Schulklassen beim Füttern, Streicheln und Pflegen ganz natürlich den Umgang mit Tieren. Für viele oft der erste Kontakt mit Vierbeinern. Nach 17 Jahren schließt der Hof nun endgültig seine Türen und das Projekt der Vereinigung „A Sewen“ und des „Service national de la jeunesse“ (SNJ) wird vorerst auf Eis gelegt.

„Libella ist mein Lieblingspferd. Ich mag es, ihre Box auszumisten, das ist besser als Schule“, grinst der zehnjährige Diogo und streicht dem Pony über den Rücken. Seiner Mitschülerin Noémie, neun Jahre alt, gefällt es ebenfalls die Vierbeiner zu hegen und zu pflegen. „Ich habe hier sehr viel über Tiere gelernt. Zum Beispiel, was Schafe fressen und wie viele Jungen sie bekommen können“, sagt sie. Genau dies war immer das Anliegen der Vereinigung „A Sewen“, die vor 17 Jahren den Hof der Familie Wampach in einen pädagogischen Bauernhof umgewandelt hat. Seitdem haben, in Zusammenarbeit mit dem SNJ, rund 22 000 Schüler einen Tag in Meispelt verbracht, um etwas über Tiere, Landwirtschaft und die Natur zu erfahren. Im Durchschnitt waren es 90 Schulklassen pro Jahr.

Butter machen und Brot backen

Einen Tag lang lernten die Kinder etwas über den Umgang mit Tieren und konnten auch selber mit anpacken. „Das Schweinchen Babe im Fernsehen zu sehen ist etwas anderes als eine 300-Kilo-Sau in der Realität“, meinte Roger Schauls, einer der Leiter des Hofes. Neben der Tierpflege haben die Schüler auch Brot gebacken, Butter und Käse gemacht. Es ging darum, den Kindern einerseits den Kontakt zu Tieren zu ermöglichen und andererseits den wirtschaftlichen Aspekt eines Bauernhofes zu verdeutlichen. Den Verantwortlichen der Vereinigung, René Wampach, Roger Schauls, Daniel Schmidt und Dominique Schmit, war es wichtig, den Kindern begreiflich zu machen, wo Milch und Fleisch herkommen. „Eines unserer Ziele war es auch, ein positives Bild der Landwirtschaft, abseits der BSE- und Dioxin-Skandale, zu geben. Zudem wollten wir den Schülern zeigen, welch wichtige Rolle dem Bauern in der Gesellschaft zukommt“, so Schauls.

Morgen wird die letzte Schulklasse den pädagogischen Bauernhof besuchen. Die Verantwortlichen des Hofes „A Sewen“ haben, mit einem „lachenden und einem weinenden Auge“ entschieden, ihre Tätigkeit aufzugeben. „Wir sind einfach müde. Wir alle arbeiten als Freiwillige in unserer Freizeit auf dem Hof. Es verlangt auch einfach sehr viel Verantwortung“, erklärt Schauls.

Renovierungsarbeiten

Das Projekt des pädagogischen Bauernhofes wird daher vorerst auf Eis gelegt. Das SNJ-Zentrum Marienthal-Hollenfels plant jedoch, die Räumlichkeiten im Marienthal zu renovieren, um das Projekt dort weiterzuführen. Doch die Renovierungsarbeiten werden voraussichtlich nicht vor 2013 beendet sein. Roger Schauls und seine Kollegen bedauern, dass es noch keine konkreteren Pläne zur Weiterführung des Schulbauernhofes gibt.

Familienministerin Marie-Joseé Jacobs lobte die Arbeit der Vereinigung und war der Meinung, dass sie den Kindern eine wichtige Botschaft mit auf den Weg gegeben haben. Der pädagogische Bauernhof wurde durch den Staat finanziell unterstützt.

Im Laufe der Jahre haben die Wissenslücken der Kinder bezüglich der Landwirtschaft und der Tierwelt erheblich zugenommen, so Daniel Schmidt. So sei es in der Weihnachtszeit einmal vorgekommen, dass Kinder nicht erkannt haben, dass lebendige Tiere in einer großen Krippe standen. Sie dachten es handele sich um Roboter und fragten nach der Fernbedienung.(VON TATJANA KONIECZNY)