Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Warum Zeugen der Vergangenheit so wichtig sind!

Am besten kann ich die Geschichte Luxemburgs an konkreten Beispielen erzählen! Darum sind die Zeugen der Vergangenheit so wichtig für mich!


Beim Blick auf dieses einzigartige schöne Burgschloss könnte ich zum Beispiel meinen Enkelkindern sagen: Hier lebten in Saus und Braus die Raubritter auf Kosten des kleinen Mannes. Dieser war deren Untertan, mit nur Pflichten und keinen Rechten.


Das ist ja nicht so falsch. Wenn ich aber ehrlich sein möchte, setze hinzu: In den sehr unruhigen Zeiten des Mittelalters boten die Burgherren ihren Untertanen Schutz in der Bedrohung an. Darüher hinaus spielten die Ritter eine sehr wichtige kulturelle Rolle, indem deren Schlösser eine Stätte der Begegnung für Gelehrte, geistliche Herren, Architekten, Baumeister, Sänger und Instrumentalisten waren.


Wenn ich das nicht tue, riskiere ich aus meinen Enkelkindern Menschen zu machen, die immer nur auf der einen Seite die Ausbeuter und auf der anderen Seite die Ausgebeuteten sehen. Was in sich grobe gesagt idiotisch ist, da die Burgherren insoweit für sozialen Fortschritt waren wie dieser ihnen von Nutzen war. So sorgten sie für eine vernünftige Freizeitgestaltung, vornehmlich am Sonntag, da Untertane, die nur Hurerei, Bier und Schnaps kennen, sehr schlechte Arbeitskräfte sind.


Daraus ergibt sich diese sehr bemerkenswerte Schlussfolgerung: Gute Freizeit wurde nicht den Untertanen gewährt, sondern aufgedrängt, um aus ihnen gute arbeitswillige Menschen zu machen.


Es sind dies Privilegien, die man verliert, wenn man den Arbeitgeber wechselt.


Und jetzt die Echternacher Springprozession. Diese ist keine Erfindung des Klerus, sondern des einfachen Volkes, das endlich etwas mehr als die tottraurigen Bittprozessionen der Mönche haben wollte. Ergo ist man gesprungen bis es nicht mehr ging, dies zum Ärger des Klerus. Als dieser nach Jahren merkte, dass ihm das Volk entgleiten würde, nahm der Abt des Klosters Echternach seinen Krumstab, mischte sich unter die Springenden und tat so als sei die Prozession ihm zu verdanken.Zur Verherrlichung des Klostersgründers, Willibrord, einst als wandernde Bischof im Niederländischen tätig.


Die Schlussfolgerung daraus: Wenn es nicht mehr rund dreht, lenkt der Herrschende ein und macht aus der Initiative des Volkes seine eigene! Initiativen lohnen sich demnach, sofern man später auf Autorenrechte verzichtet.


Und zuletzt stehen wir mit unseren Enkeln vor der alten geschundenen Festung Luxemburgs. Ach wie glücklich war das Volk, als die Festung für neutral erklärt wurde und notgedrungen geschleift wurde. Da gab es Steine zum Errichten von neuen Häusern in nie geahnter Fülle. Und die Grundbesitzer, die ein Stück Wiese vor den Toren der Stadt hatten, machten sich aus deren Verkauf eine goldene Nase.

Damals war sich der kleine Mann aus der starken Festung Luxemburg keineswegs bwusst, dass das Land seine relative Eigenständigkeit der Festung zu verdanken hatte.


Gehen wir zum besseren Verständnis zurück in die Jahre 1814 - 1815. In Wien sitzen nach den Niederlagen Napoleons die Mächte zusammen, um die Landkarte Europas neu zu zeichhnen. Hätte es damals die Festung Luxemburg in dem ehemaligen Herzogtum nicht gegeben, so wäre das Armenhaus Luxemburg wohl Teil der deutschen Eifel geworden, oder aufgeteilt auf Lothringen und Eifel. So aber war die Festung Luxemburg die zweitgrösste Befestigung in Westeuropa und somit von hohem strategischen Wert. Und so kam es, wie es kommen musste: Die Stadt kam als
deutsche Bundesfestung zum Königreich Preussen, während das Land als Großherzogtum Privatbesitz von König Wilhelm I. der Niederlande wurde. Angeblich unabhängiges Land, doch wie dies im Detail aussehen sollte, das überliess man dem niederländischen König. Und dieser machte zuerst einmal aus Luxemburg eine niederländische Provinz.


Die Schlussfolgerung daraus: Kriege, Waffen und Festungsmauern haben wesentlich dazu beigetragen, was die einzelnen Länder heute sind!


In keinem Fall sollten wir glauben, dass im 19. Jahrhundert die Luxemburger die Eigenständigkeit des Landes dem Umstand verdanken, dass sie lieb und brav waren. Vielmehr haben die Großmächte unsere Geschichte geschrieben!


Heute brauchen wir mehr denn je Rückbesinnung.

Darum soll auch nach der Meinung vieler Luxemburger der Pfingstdienstag als gesetzlicher Feiertag der gtoße Tag der Erinnerung an unser Kulturerbe werden.


Also die Pétition 1026 unterschreiben. Man findet diese unter "Pétition" auf der Internetseite der Chambre des Députés Luxembourg.


Glückauf!