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Praxistipps zum erfolgreichen Ausstellen bei Briefmarken-Ausstellungen

Die Gruppe, die sich am 11. November 2017 im „Foyer de la Philatelie“ traf, war im Vergleich zu den bisherigen Malen etwas kleiner. Auf drei Teilnehmer kamen drei Moderatoren: Louise (Lulu) Nilles / Postgeschichte und Open Philately, Carlo Lonien / Zweckdienliche Informationen für den Thematiker und Lars Böttger / Ländersammlungen und Postgeschichte.


Da alle Teilnehmer entweder bereits aktiv ausstellen bzw. konkrete Ausstellungspläne haben, konzentrierten sich die Moderatoren auf Tipps aus der Praxis: Was schreibt man in eine Anmeldung? Welche Literatur gibt man in der Anmeldung an? Wie kann man die Juroren auf ein Thema vorbereiten? Was bringt einem eine Synopsis? Wie viel Zeit nimmt sich eine Jury zum bewerten? Welches Papier in welcher Farbe ist für die Seiten empfehlenswert? Wie befestigt man Belege und Marken? Sind Detailscans von Belegen sinnvoll?


Der wesentliche Punkt beim Ausstellen ist die Präsentation einer Sammlung. Auch wenn man „nur“ fünf Punkte für die Aufmachung bekommen kann, ist das oft das entscheidende Kriterium. Es muss einer Jury innerhalb von fünf Minuten klar werden, um was es bei dem Exponat geht und was die wirklich wichtigen Stücke der Sammlung sind. Bescheidenheit ist hier fehl am Platz. Klare Ansagen zur Seltenheit sollen an prominenter Stelle auf einer Seite erscheinen. Deshalb wurden diese Punkte zum Teil leidenschaftlich aber immer produktiv diskutiert.


Das Korrekturlesen von zwei bis drei Sammlern sollte immer Pflicht sein – oft ist man bei seinem eigenen Exponat betriebsblind und Fehler fallen einem gar nicht mehr auf. Es macht Sinn, sein Exponat einmal von einem Freund oder Freundin oder Ehepartner durchlesen zu lassen, der mit Briefmarkensammeln gar nichts am Hut hat. Wenn derjenige den „roten Faden“ versteht, dann versteht in der Regel auch ein Juror das Exponat.


Stabiles Papier und gute Hüllen gehören zu einem guten Exponat, grellweißes Papier aus dem Kopierer schreckt eher ab. Eine zu kleine Beschriftung kann die Stimmung der Juroren negativ beeinflussen – normalerweise finden sich in einer Jury keine Zwanzigjährigen mit Adleraugen. Exotische Schriftarten sehen vielleicht gut aus, aber bei der Lesbarkeit kann es hapern. Hier sollte man sich an die klassischen Schriftarten wie Arial, Times New Roman oder Calibri halten.


Die Moderatoren sprachen die Empfehlung aus, sich im Vorfeld darüber zu informieren, auf was Wert gelegt wird. Postgeschichtliches Wissen wird bei einer Ländersammlung zuweilen negativ ausgelegt, eine Beschreibung der Marken sollte man bei einem postgeschichtlichen Exponat eher vermeiden. Bei der Thematik bekommt man seine Punkte einerseits für eine thematische Beschreibung, andererseits für seine philatelistischen Kenntnisse. Carlo Lonien hat sich wie immer um die Verpflegung gekümmert.