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"Europa und Bildung werden in der Trierer Welschnonnenkirche gelebt"

Luxemburg/Trier. Auch Luxemburger waren am 2. Adventssonntag der Einladung der Marianischen Bürgersodalität Trier gefolgt, den 50. Jahrestag der Übertragung des barocken Kleinods in der Flanderstraße in die Obhut der 1610 gegründeten Gemeinschaft zu feiern - und dies nicht zuletzt dank der mannigfaltigen Vernetzungen zwischen Trier und Luxemburg.


Die einzige Kirche des Bistums Trier, die sich in Privatbesitz befindet, steht für ein Bildungsnetzwerk, das die erste Schulordnung Europas für Mädchenbildung hervorgebracht hat. Vor diesem Hintergrund sprach Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe von einer « mutigen Entscheidung » der Marianischen Bürgersodalität Trier, die Kirche am 9. Dezember 1969 zu übernehmen, zu erhalten und hier ein Ort der Begegnung entstehen zu lassen. « Europa und Bildung werden an diesem Ort bis heute gelebt », so Wolfram Leibe, der das Erbe des heiligen Pierre Fourier (1565-1640) würdigte, der weiblichen Jugend in Lothringen, Luxemburg und Trier eine Schulausbildung zu gewähren. « Vor über 300 Jahren war diese Kraftanstrengung da, Europa konkret zu leben », sagte der SPD-Politiker. Dass die Welschnonnenkirche eine Geschwisterkirche in Luxemburg hat, wo die Protestanten ihren Glauben feiern, bezeichnete der Präsident der QuattroPole als eine « schöne Symbolik ».


Internationalität (in) der Welschnonnenkirche


Dass die Welschnonnenkirche auch ein erhaltenswertes Baudenkmal ist, davon zeugt die viermalige Förderung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD).

« Vor 300 Jahren haben die Welschnonnen ihre Kloster- und Schulkirche im Schatten des Trierer Doms nur bauen können, weil sie in der Großregion Unterstützung fanden. Und 300 Jahre später, heute, sind es eben wieder die Freunde und Förderer aus der Großregion, die mithelfen, das barocke Kleinod zu sanieren und zu restaurieren. Über 4000 Patenschaften haben bisher Bürgerinnen und Bürger für die Welschnonnenkirche übernommen und dies alles ermöglicht », unterstrich Präfekt Anton V. Wyrobisch, der die anwesenden Festgäste ermutigte, weiterhin für die Innensanierung des Trierer Kulturguts, das in besonderer Weise die Beziehungen in der Großregion zwischen Trier, Luxemburg und Lothringen ausdrücke, zu spenden.

Dem Festakt war ein Pontifikalamt in der Welschnonnenkirche vorausgegangen. Auch hier war ein Hauch Internationalität zu spüren : An dem von Weihbischof Franz-Josef Gebert zelebrierten Gottesdienst nahmen neben den Ehrengästen aus Luxemburg, Deutschland und Frankreich auch Mitglieder der anglophonen Gemeinde Saarbrücken-Trier teil, die jede Woche in der Trierer Welschnonnenkirche mit Father Anthony Antwi-Boasiako das Messopfer feiern. Während des Pontifikalamtes erklang die Pierre Fourier-Hymne, die der Luxemburger Domchorregens Jean-Pierre Schmit vor genau 70 Jahren komponierte.


Fotos: Unter dem wachen Blick des europäischen Heiligen Pierre Fourier : Der Trierer Weihbischof Franz-Josef Gebert und Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe mit einem Teil der Festgäste aus Luxemburg, Deutschland und Ghana in der Trierer Welschnonnenkirche.