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Lintgen: Gemeinderatssitzung vom 30. März 2017

Dreijahresplanung mit vielen Unbekannten
Den 17 Punkte umfassenden öffentlichen Teil der letzten Gemeinderatssitzung verabschiedeten die Lintgener Gemeindeädilen innerhalb einer Stunde. Hauptpunkte waren die Anwendung, mit einigen Abänderungen, des Kollektivvertrags der Staatsarbeiter für die Arbeiter der Gemeinde Lintgen sowie die Aufstellung eines Finanzierungsplans bis zum Jahr 2020.
Lintgen: Beim vorgelegten Bericht zur letzten Gemeinderatssitzung verlangte Rat Jos Consbruck eine detailliertere Berichterstattung über die Anzahl der Kandidaten und die anschließende Ernennung des neuen Gemeindetechnikers.
Die Gemeinde wird im laufenden Geschäftsjahr über Gewerbesteuereinnahmen von 2,4 Millionen Euro, d.h über Mehreinnahmen von 69.000 Euro verfügen.
Dreijahresplan birgt viel Unbekanntes
Laut Dreijahresplan soll die Lintgener Bevölkerung bis zum Jahr 2020 auf 3.192 Einwohner steigen. Neben der Realisation der angeführten Projekte erlaubt die Neugestaltung der Hauptstraße mitsamt der Erneuerung aller Infrastrukturen sowie, die von Rat René Theis hinterfragte, vorgesehene Erneuerung der Primärschule nebst Sporthalle keine Planungssicherheit. Für das Jahr 2020 soll die Prokopfverschuldung bei 4.533 Euro liegen. Die voraussichtliche Gemeindeschuld soll alsdann 14.607.904 Euro betragen.
Die Anschaffung von fünf überdeckten Holzbänken für die Kinderspielplätze und zur Aufstellung beim „Ale Weier“ wird mit 20.000 Euro zu Buche schlagen.
Entlang der Alzette soll der Feldweg „Ieweschtwiss“ auf einer Länge von 145 Metern mittels Spurwegplatten konsolidiert werden. Kostenpunkt 47.500 Euro wovon 40% staatlicherseits subsidiiert werden.
Der „Repas sur roues“ – Preis wird auf 13,97 Euro festgesetzt. Beim „Formation Jeunesse“ Projekt des « Service national de la jeunesse » und der « Fondation Elisabeth » wird die Gemeinde künftigen Absolventen der Babysitterkurse (75 Euro) und der Monitorkurse (bis zu 350 Euro je nach Grad) die Kursgebühren finanzieren.
Die Räte René Theis und Louis Pinto monierten über das rücksichtslose und planlose Blockieren der Bürgersteige durch Bauunternehmen. Künftig wird das Belegen der Bürgersteige bei Bauarbeiten mit einer Taxe von 50 Euro für den ersten Tag belegt. Jeder weitere Tag wird mit 10 Euro berechnet.
Die Verlängerungen der Konventionen mit dem regionalen „Office social-Mersch“ (fünf Gemeinden) und der lokalen „Maison relais“, mit dem Unterrichtsministerium und dem Roten Kreuz wurden gutgeheißen.
Die Gemeinde wird sich mit 4.500 Euro an der Behebung einer Wasserproblematik mit den Konsorten Hess-Eiffes Patrick und Sonja sowie Wurth Benn beteiligen. Bürgermeister Henri Wurth nahm nicht an dieser Abstimmung teil.

Kollektivvertrag der Staatsarbeiter nicht integral übernommen
Die Räte Louis Pinto, René Theis und Jos Consbruck hinterfragten die vom Schöffenrat vorgeschlagenen Abänderungen bei der Anwendung des für die Staatsarbeiter geltenden Kollektivvertrags für die Lintgener Gemeindearbeiter. So soll die Lohnvorrauszahlung nicht gelten, die 52 Wochenfrist bei Krankmeldung wie bislang auf 26 Wochen beschränkt bleiben und anstatt einer individuellen „Prime d’astreinte“ soll jeder Arbeiter eine 6 Punkte Prämie erhalten. Das Kleidergeld wird auf 40 Euro belassen. Begründet wurden diese Anpassungen mit einem zu großen administrativen Aufwand bei der integralen Umsetzung des staatlichen Arbeiterkollektivvertrags. Und die vorerwähnten Änderungen entsprächen den Abmachungen mit den Lintgener Gemeindearbeitern informierte der Bürgermeister die Ratsmitglieder.
Die Gemeinde wird der Sensibilisierungskampagne „Ensemble contre le gaspillage alimentaire“ beitreten und eine diesbezügliche Informationskampagne in der „Maison relais“ starten.
Ein ausgemustertes Mähgerät wird durch einen Schlegelmäher zum Preis von 42.500 Euro ersetzt.
Bei der Vergabe von Subsidien an verschiedene Organisationen machte Rat Jos Consbruck darauf aufmerksam, dass „Les amis du Tibet“ bereits in der letzten Sitzung mit einer Unterstützung bedacht wurden.
Trotz Intervention der Lintgener Gemeindeverwaltung soll die Lintgener Sparkassenfiliale zum 30. Juni 2017 definitiv geschlossen werden. Welche Art Geldautomat in Lintgen eingerichtet werden soll weiß noch niemand. Was mit dem sparkasseneigenen Lokal geschehen soll steht noch in den Sternen.
Abschließend wurde in geheimer Sitzung über Personalangelegenheiten und über den Ankauf einer Immobilie befunden.
Bildtext: Die Lintgener Sparkassenfiliale wird zum 30. Juni 2017 ihre Schalter schließen.
Foto: Jos Consbruck