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Kapelle vom Marienthalerhof erstrahlt in neuem Glanz

Wenige Kilometer hinter der Ortschaft Keispelt erhebt sich hinter dem landwirtschaftlichen Betrieb des Marienthalerhofs eine kleine Kapelle. Namenspatron der Kapelle aus dem Jahre 1816 ist der heilige Donatus. Seit 2005 ist die Kapelle im Privatbesitz des Ehepaars Marcel und Annette Barthels-Lacour aus Esch/Alzette, das die Kapelle damals vom Ehepaar Jacques Girtgen-Yutzet abgekauft hat und ihr in liebevoller und intensiver Arbeit wieder zu altem Glanz verholfen hat. Vorläufiger Höhepunkt ist am 31. Mai, wo Erzbischof Mgr. Fernand Franck gegen 18 Uhr die Kapelle segnen wird. Dem „Luxemburger Wort“ wurde gestattet, vorab einen Blick in die Kapelle zu werfen.

Der kleine Kirchenraum, es stehen gerade einmal vier Holzbänke und einige Kirchenstühle darin, besticht durch seine Schlichtheit. Dem war allerdings nicht immer so. Bevor Marcel Barthels und seine Ehefrau Annette sich vor wenigen Jahren der Kapelle annahmen, war sie in einem ziemlich verwahrlosten Zustand; das Dach war undicht und das Kircheninnere war in einem schlechten baulichen Zustand: Der Altar war morsch und auch der Glockenturm musste restauriert werden. „Das war ein mehr als trauriger Anblick und schade um so ein ehrwürdiges Gebäude“, berichtet der pensionierte Steuerberater.

Mit viel Liebe zum Detail wurde die Rückwand mit Tabernakel neu angefertigt und auch die vorhandenen Holzbänke wurden fachmännisch restauriert. Zusätzliche Betstühle erhielt das Ehepaar als Geschenk aus der Kathedrale von Luxemburg, weitere aus der Kirche in Capellen, die alle von Marcel Barthels selbst restauriert wurden. Neu gestaltet wurden auch die vier Kirchenfenster sowie der Altar, der komplett aus Jaumont-La-Cour-Stein nach eigenen Entwürfen der Barthels gestaltet wurde. Ebenfalls neu installiert wurde das Taufbecken.

Außerdem beherbergt die Kapelle verschiedene Statuen, eine für unsere Breitengrade eher seltene Darstellung des heiligen Peter von Mailand, eine Statue des heiligen Donatus, dem Namenspatron der kleinen Kapelle, und zwei weitere, kleinere Statuen des heiligen Bernhards und des heiligen Mathias sowie eine Statue der heiligen Katharina.

Die Figuren sind allesamt aus Stein und häufig bereits als Ausdruck einer gediegenen, volkstümlichen Kunst bezeichnet worden. Als Geschenk der Karmeliterinnen von Capellen erhielt das Ehepaar eine weitere Muttergottesstatue aus Holz, die nun auf einem kleinen Wandvorsprung ihren Platz gefunden hat.

„Früher waren auch vier hölzerne Engelfiguren im Altarraum fixiert“, berichtet Marcel Barthels. Auf alten Aufnahmen sind diese auch noch zu sehen, allerdings sind sie heute spurlos verschwunden. „Gestohlen, vermute ich, oder aus der Kapelle ausgehebelt vielleicht“, erklärt Marcel Barthels. Auch über den Verbleib einer ganz besonderen Madonnenstatue aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, die eine nährende Muttergottes darstellt, ist nichts weiter bekannt.

Ursprünglich thronte diese etwa 80 Zentimeter hohe „Mater lactans“ in der Mitte des Altars, stand seit 1976 auf dem Inventar und sie ist auch im Kaufvertrag von 2005 im Inventar aufgeführt, fehlt aber in der Kapelle. Ursprünglich war die Kapelle zur Aufbewahrung der Statue nach dem Rückzug der Schwestern aus dem Kloster Marienthal gebaut und 1817 geweiht worden. Nachdem die Statue mehrfach den Besitzer wechselte, fand sie in der Kapelle ab 1816 einen ehrenvollen Platz, ist aber seit 2005 unauffindbar.

„Über den Verbleib der wertvollen Statue konnte zu unserem großen Bedauern und Missfallen nichts Genaueres ermittelt werden, auch wenn ich bereits in der Vergangenheit Sachverständige des „Sites et monuments“, Notare, den Staatsanwalt und sogar den Ombudsman eingeschaltet habe, um die Angelegenheit zu erklären, war das Resultat aber mehr als ernüchternd und enttäuschend“, betont Marcel Barthels.

Auch wenn das den Enthusiasmus der Renovierung zunächst etwas trübte, hat das Ehepaar jedoch viel Zeit und Liebe in die Kapelle gesteckt. Beide geben die Hoffnung nicht auf, dass die Angelegenheit zu einem positiven Abschluss kommt.

Auch haben sie einen kleinen Medizingarten hinter der Kapelle angelegt, der einst Heilkräuter- und pflanzen beherbergt haben soll. Des Weiteren wurde im Juli 2007 die Kapelle vom „Sites et monuments“ unter Denkmalschutz gestellt. (VON NADJA RAFALSKI - FOTOS:SERGE WALDBILLIG)