Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Der Vennbahn-Radweg mit dem Fledermaustunnel Huldange

Der Vennbahn-Radweg wurde auf einer ehemaligen Eisenbahnstrasse der Vennbahn angelegt. Die Strecke führt von Aachen (D) südwärts durch die Mittelgebirgslandschaften von Eifel, hohen Venn und belgischen Ardennen bis nach Ulflingen-Ëlwen-Troisvierges, im luxemburgischem Ösling. Dieser Vennbahnradweg ist auch in umgekehrter Richtung befahrbar und mit seinen 125 km Länge, einer der längsten Radwege Europas, mit einer der längsten zusammenhängenden grenzüberschreitenden Rad-und Wanderweg auf stillgelegten Eisenbahnstrassen.
Die Kurzgeschichte der Vennbahn.
Im Jahre 1882 beschloss die damalige preussische Regierung den Bau der Eisenbahnlinie, welche die Kohlereviere an Rhein und Ruhr mit Erzlagerstätten und Stahlwerken in Luxemburg und Lothringen verbinden sollte. Da es die Verbindungen vom Ruhrgebiet nach Aachen bzw. von Lüttich nach Lothringen bereits gab, fehlte nur eine Querverbindung von Aachen nach Ulflingen, die Vennbahn.
Am 4.November 1889 wurde der Betrieb auf der Gesamtstrecke aufgenommen. Die Höchstgeschwindigkeit betrug damals 30 km/h. Transportiert wurden in erster Linie Güter: Kohle von Rhein und Ruhr in Richtung Luxemburg, sowie Eisenerze aus Luxemburg und Lothringen zu den Stahlwerken in Aachen und dem Ruhrgebiet. Es konnten aber auch Personen von Aachen nach Luxemburg reisen und zwar in der 2. 3. und 4. Klasse. Erst als auch höhere Offiziere die Vennbahn nutzten wurden ab dem Jahr 1907 auch Waggons der 1. Klasse eingesetzt. Im Laufe der Zeit stieg das Verkehrsaufkommen auf der Strecke rapide an . Die Bedeutung der Vennbahn erreichte Anfang des 20.Jahrhunderts ihren Höhepunkt. Täglich passierten über 100 Züge den Tunnel nahe Huldingen. Darunter befanden sich auch immer häufiger Personenzüge. Im Vorfeld und während des Ersten Weltkriegs bekam die Strecke zusätzlich eine strategische Bedeutung und wurde in der Folge um mehrere Querbahnen sogenannte Kriegsbahnen erweitert. Im Jahr 1919 wurde die Venbahn vom Deutschen Reich an Belgien abgetreten. Ihre Bedeutung nahm dann nach der Wirtschaftskrise beständig ab.Während der Ardennenoffensive 1944/45 wurden zahlreiche Brücken und Bahnhöfe zerstört, und in der Nachkriegszeit nur noch notdürftig repariert. In den 1950er Jahren wurde der Personenverkehr eingestellt. 1961 verkehrten nur noch vier Güterzüge wöchentlich zwischen Burg-Reuland (B) und Ulflingen. Diese Verbindung, und damit auch der Betrieb auf dem Luxemburger Teilstück zwischen Ulflingen und Wilwerdingen kam dann im Jahre 1977 zum Erliegen.
Schmuggelwaren.
Vor und nach dem Ersten Weltkrieg blühte im Dreiländereck von Luxemburg, Belgien und Deutschland der Schmuggel. Der Tunnel bot für die Schmuggler einen bequemen Weg ins Nachbarland. Zu Beginn des 19.Jahrhunderts war es massenweise Vieh welches über die Grenze geschafft wurde. Nach dem zweiten Weltkrieg war der Schmuggel von Zigaretten und vor allem Kaffee nach Deutschland äussert lukrativ.
Der Erlebnispfad.
Beim Bau des Vennbahn- Radwegs auf der ehemaligen Eisenbahnstrasse von Aachen nach Ulflingen wurden im Tunnel bei Huldingen Fledermäuse entdeckt. Seit der Stilllegung des Eisenbahnbetriebs haben sich dort mindestens dreizehn verschiedene Fledermausarten angesiedelt, darunter auch selten, bisher nicht in Luxemburg bekannte Arten. Deshalb wurden Tunnel und Umgebung als Schutzgebiet nach der Fauna-Flora Habitatrichtlinie (FFH) ausgewiesen und zum Schutz der Tiere eine Umleitung für Radfahrer eingerichtet. Um den Besuchern die besondere Geschichte dieses ehemaligen Eisenbahntunnels und seiner neuen Bewohner näher zu bringen, wurde im Jahr 2015 der Erlebnispfad "Fledermaustunnel Huldange" eingerichtet. Er befindet sich am Vennbahnradweg beiderseits des ehemaligen Eisenbahntunnels nahe der Ortschaft Huldingen. Der Erlebnispfad besteht aus zwei identischenTeilen und kann entweder von der luxemburgischen oder der belgischen Seite aus vom Vennbahnradweg erreicht werden. Infotafeln, Hörstationen und interaktive Multimediasäulen informieren die Besucher vor Ort über den damaligen längsten Eisenbahntunnel (790m) Luxemburgs und seine Fledermäuse.
Weitere Informationen zum Erlebnispfad Huldange erhalten Sie bei Email : info@ortal.lu oder info@naturpark-our.lu