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Klimapakt : Erstmals Auszeichnung von vier eea Gold-Gemeinden

Am 14. Oktober 2015 organisierte myenergy zusammen mit dem Ministerium für nachhaltige Entwicklung und Infrastrukturen und dem Gemeindesyndikat Naturpark Our eine feierliche Überreichung der Klimapakt Zertifizierungen für die Gemeinden, die seit Mai 2015 erfolgreich auditiert wurden. Der Staatssekretär für nachhaltige Entwicklung und Infrastrukturen, Camille Gira, überreichte in den Räumlichkeiten des Naturpark Our die Zertifizierungen an 16 Gemein-den, so dass nun insgesamt 42 Gemeinden zertifiziert werden konnten. Erstmalig wurden in Luxemburg auch vier Gemeinden mit dem European Energy Award® Gold ausgezeichnet. Hierbei handelt es sich um die Gemeinden Beckerich, Parc Hosingen, Tandel und Schifflange.

Von den 16 neu zertifizierten Gemeinden erreichten folgende Gemeinden die Zertifizierungsstufe 1 (mindestens 40% der maximal möglichen Punktzahl):
Goesdorf, Bertrange, Rumelange, Ettelbrück, Mondorf-les-Bains, Mondercange und Wormeldange.

Die zweite Zertifizierungsstufe (mindestens 50% der maximal möglichen Punktzahl) konnte durch die Gemeinden Remich, Bettembourg, Wahl, Grosbous und Mamer erreicht werden. Als erste Gemeinden in Luxemburg konnten Beckerich, Parc Hosingen, Tandel und Schifflange mit der dritten Zertifi-zierungsstufe, welche dem internationalen European Energy Award® Gold- Award entspricht, ausge-zeichnet werden.

Die Zertifizierungsstufe 3 wird erreicht, wenn mehr als 75% der maximal möglichen Punktzahl erzielt wird und entspricht einem international anerkannten Standard (European Energy Award® Gold), wel-cher auch in anderen europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Italien, Monaco, Österreich und Schweiz) angewandt wird. Die Gemeinden durchlaufen hierbei nicht nur das nationale Audit, sondern werden zudem durch international anerkannte Auditoren bewertet. Da es sich um einen international anerkannten Standard handelt, werden diese Gemeinden anfangs November nach Leipzig zur internationalen Zertifikatsübereichung reisen, um sich unter anderem mit gleichgesinnten Gemeinden austauschen zu können.

Da die Gemeinde Parc Hosingen die höchste Punktzahl dieser Zertifizierungsperiode aufzeigen kann, fand die Zeremonie im centre écologique in Hosingen statt. Auf die Begrüssung durch Herr Emile Eicher, Präsident des Naturpark Our, folgte die Ansprache vom Staatssekretär Camille Gira. Beson-ders hervorgehoben hat der Staatssekretär die wichtige Rolle der Gemeinden für den Klimaschutz im Hinblick auf die bevorstehende UN-Klimakonferenz in Paris. Anschließend stellten die Klimaberater ausgewählte Projekte aus ihren jeweiligen zertifizierten Gemeinden vor. Nachdem die politischen Vertreter der Gemeinden Beckerich, Parc Hosingen, Tandel und Schifflange kurz auf die Besonder-heiten ihrer Gemeinden eingegangen sind, erfolgte die feierliche Überreichung der Trophäen. Ab-schließend lud der Gemeindesyndikat Naturpark Our auf den Ehrenwein ein.

Der Weg zum Gold:

Beckerich: Beckerich hatte sich schon mit dem Erstellen des ersten gemeindeeigenen Energieplans im Jahr 1997 das Ziel Energie-Autarkie vorgenommen und nahm so schon früh eine Pionierrolle in Sachen Klimaschutz ein. Hierfür wurden unter anderem eine Biogasanlage im Rahmen einer Koope-rative, eine kommunale Holzhackschnitzelanlage sowie ein Fernwärmenetz für rund 200 Haushalte erstellt. Auch hervorzuheben sind die Photovoltaikanlagen auf den kommunalen Gebäuden, von de-nen die Einwohner Anteile erwerben können und so auch erneuerbare Energie produzieren können.

Parc Hosingen: Parc Hosingen betreibt als ländliche Gemeinde vor allem eine nachhaltige Entwick-lungsplanung. Diese beinhaltet die intensive Zusammenarbeit im Rahmen des Klimapakts mit dem regionalen Naturpark Our mit dem Ziel die Einwohner zu sensibilisieren, den gegenseitigen Austausch und die Weiterentwicklung zu fördern und gemeinsam konkrete Maßnahmen umzusetzen. Momentan befindet sich eine Windanlage in Planung, welche dazu beitragen wird, dass die Gemeinde um 2018 energieautark sein wird.

Schifflange: Schifflange war die erste Gemeinde Luxemburgs, welche eine Geschwindigkeitsbe-schränkung von 30 km/h in allen Wohngebieten eingeführt hat. Zudem werden 11 von den insgesamt 26 kommunalen Gebäuden durch Fernwärme von den zwei gemeindeeigenen Wärme-Kraft-Kopplungs-Anlagen versorgt. Durch zahlreiche energetische Sanierungen, sowie das Beziehen von Ökostrom für alle kommunalen Gebäude konnte Schifflange seine Treibhausgasemissionen seit 2000 um 50% reduzieren. In Zukunft will die Gemeinde ihre Einwohner verstärkt motivieren energetische Sanierung vorzunehmen.

Tandel: Die Gemeinde Tandel nimmt seit langem eine Pionierrolle in Sachen Klimaschutz in Luxemburg ein. Schon im Jahr 1998 wurde eine Holzhackschnitzelanlage in Betrieb genommen, welche die Primärschule mit Wärme versorgt. Hierbei handelte es sich um ein Vorreiterprojekt, welches als Vor-bild für andere Gemeinden, Unternehmen und Bürger diente. Rund 80% des Heizwärmebedarfs aller kommunalen Verwaltungsgebäude werden aktuell mit erneuerbarer Wärme aus regionalem Holz zur Verfügung gestellt.