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Zur Konferenz „Alkoholprävention bei Jugendlichen“


Aufgrund der akuten Alkoholproblematik und der zunehmend jüngeren Konsumenten hatte das „Centre de prévention des toxicomanies“ (CePT) sich im Jahre 2004 mit anderen gesellschaftlichen Gruppen zusammengesetzt und einen Forderungskatalog aufgestellt, der 2006 zu einem verschärften Gesetz führte. Handel, Ausschank und Gratisangebot von Alkohol an Jugendliche unter 16 Jahren wurde unter Geldstrafe verboten.

Auf Initiative der Kommissionen für Chancengleichheit, für Familie und ältere Menschen, der Jugendkommission und des Jugendhauses, fand dieser Tage in Holzem mit Unterstützung der Gemeinde Mamer eine Konferenz über Alkoholprävention bei Jugendlichen statt. Nach Einführung in das Thema durch Marcelle Jemming, Sekretärin der Chancengleichheitskommission, stellte Marcel Huberty, Polizeihauptkommissar des Kantons Capellen, den gesetzlichen Rahmen vor. Roland Carius, Pädagoge am CePT, ging anschließend auf die Auswirkung von Alkohol auf junge Menschen und die diesbezügliche Verantwortung der Erwachsenen ein.

Als Leitfaden des Abends diente der Slogan der Kampagne „Keen Alkohol ënner 16 Joer“. Das Gesetz betrifft alle Verkaufsstellen von Alkohol über 1,2 Prozent, wobei Jugendlichen unter dieser Altersgrenze ebenfalls der Zugang zu jeder Art von Ausschanklokalen verboten ist außer zu Jugendveranstaltungen oder in Begleitung eines verantwortlichen Erwachsenen und auf Reisen oder beim Essen außerhalb der Familie.

Zusätzlich zum Gesetz bedürfe es weiterer Erläuterungen, dies in Zusammenarbeit mit der Universität Luxemburg und dem Gesundheitsministerium, so R. Carius. Alkohol gehöre in Luxemburg zur Tradition, doch die mit dem Alkoholkonsum verbundenen verheerenden gesundheitlichen und geistigen Schäden hätten eine stärkere Auswirkung auf junge Menschen, und zwar aus mehreren Gründen. Durch das geringere Körpergewicht erhöhe sich die Alkoholkonzentration im Blut, die Abbaufunktion sei noch nicht entwickelt und es könne rasch zu Vergiftungen sowie empfindlichen Störungen und Verzögerungen in der körperlichen und geistigen Entwicklung kommen. Ebenfalls aus körperlichen Gründen baue sich der Alkohol im weiblichen Körper schwächer ab.

Je früher das Einstiegsalter zu regelmäßigem Alkoholkonsum, desto höher sei zudem die Gefahr der Abhängigkeit, sowohl körperlich wie auch psychisch. Als risikoarm bezeichnet die Weltgesundheitsorganisation eine tägliche Menge von zwei Gläsern Bier oder Wein für Frauen, drei Gläsern für Männer. Um Gewöhnung zu vermeiden, sollte es jedoch zwei bis drei alkoholfreie Tage in der Woche geben. Ab dem Alter von 16 Jahren gelte der Alkoholgenuss nur in Ausnahmefällen für unbedenklich.

Da Jugendliche sich an den Erwachsenen orientieren, falle diesen eine Vorbildfunktion und damit eine große Verantwortung zu. Das Gesetz und die Kampagne würden eine klare Botschaft vermitteln, die den Erwachsenen Handeln und Zivilcourage abverlange und in allen gesellschaftlichen Bereichen wie Schule, Gemeinde, Vereine, Elternhaus und im Handel gelten müsse, damit Jugendliche einen verantwortungs- und gesundheitsbewussten Umgang mit Alkohol erlernen.

Dabei richte sich diese Aktion nicht gegen junge Leute, sondern habe das Ziel, ihnen Orientierung und Schutz zu bieten. (AgKra)


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