Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Urteilsspruch nach Teleskoplader-Unfall

Nach zweimaliger Vertagung wurde gestern Morgen am Bezirksgericht in Diekirch schließlich das Urteil im Prozess um jenes tragische Verkehrsunglück verkündet, bei dem ein 17-Jähriger im Oktober 2009 bei einer Transportfahrt zwischen Holler und Binsfeld zwei Kinder erfasst und tödlich verletzt hatte. Der junge Fahrer wurde dabei wegen fahrlässiger Tötung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung, einer Geldstrafe von insgesamt 550 Euro sowie einem Fahrverbot von fünf Jahren, davon drei auf Bewährung, verurteilt.

Gegen den Vater des unglücklichen Fahrers verhängten die Richter gar eine Haftstrafe von neun Monaten auf Bewährung, ein Bußgeld von 1 500 Euro sowie ein Fahrverbot von zwei Jahren, das aber integral auf Bewährung ausgesetzt wird. Die Richter trugen damit offenbar der Ansicht von Staatsanwalt Pascal Probst Rechnung, dass sich der Vater hätte vergewissern müssen, ob sein Sohn den Teleskoplader damals hätte fahren dürfen. Dieser hatte ohne rechtmäßige Fahrerlaubnis für ein solches Gefährt eine alte Getreidemühle über die Landstraße von Holler nach Binsfeld transportieren wollen, dabei aber, durch die vom Laderarm eingeschränkte Sicht, die beiden Kinder im Alter von sechs bzw. zehn Jahren am Straßenrand erfasst und tödlich verletzt. Mit Blick auf die Haftstrafen ging das Gericht gestern allerdings deutlich über das von der Staatsanwaltschaft beantragte Strafmaß hinaus, die lediglich für den Vater eine sechsmonatige Haftstrafe auf Bewährung gefordert hatte.

Mit Blick auf die Angehörigen der Opfer, die als insgesamt zehn Zivilkläger vor Gericht auftgetreten waren, wurden Vater und Sohn gestern indessen zu Schmerzensgeldzahlungen in einer Gesamthöhe von rund 145 000 Euro verurteilt. (jl)