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Mini-Hesper 2013 - Wo die Kinder das Sagen haben ...

Seit dem 17. Juli läuft in der Gemeinde Hesperingen die dritte Ausgabe von Mini-Hesper, einer Spielstadt für Kinder, in der denn auch die Kinder das Sagen haben. Das „Luxemburger Wort“ sprach infolgedessen mit dem Schöffenrat von Mini-Hesper.

Mini-Hesper startete am vergangenen Mittwoch mit Vollgas in seine dritte Edition. Was es bei einem solchen Großevent mit immerhin rund 500 Kindern zu beachten gibt, welche Aufgaben dabei dem Mini-Schöffenrat zufallen und was die persönliche Motivation für ein solches Amt ist, das erklären Bürgermeisterin Claire Lavandier (12) und die Schöffinnen Claire Lallemang (13) sowie Claire Theisen (12) im LW-Gespräch.


Mini-Hesper 2013 wurde am Mittwoch offiziell eröffnet. Waren Sie froh, als es endlich losging? Wie ist Ihr Eindruck der ersten Tage?

Anstrengend! Vor allem der erste Tag, an dem am Anfang immer alles gleichzeitig auf einen hereinprasselt, war sehr anstrengend. Wir sind aber froh, dass die Spielstadt endlich ihre Tore geöffnet hat und wir mit unserer Arbeit beginnen konnten.


Es soll noch immer Menschen geben, die nicht wissen, was Mini-Hesper eigentlich ist. Können Sie unseren Lesern da etwas auf die Sprünge helfen?

Mini-Hesper ist eine Spielstadt für Kinder. Sie funktioniert wie eine richtige Gemeinde, die aber von Kindern verwaltet wird. Dabei geht es vorrangig darum, dass die teilnehmenden Kinder lernen, wie es im Berufsleben zugeht, wie sich das Leben in einer Gemeinschaft darstellt, wie mit Geld umzugehen ist. Die Kinder übernehmen nämlich in der Mini-Stadt Berufe und andere Tätigkeiten, mit denen sie Geld – die Hesperly – verdienen, die sie dann sparen oder auch beispielsweise im Supermarkt oder in der Gaststätte ausgeben können. Vor allem für die kleineren Kinder ist das eine sehr lehrreiche Erfahrung, wenn sie zum ersten Mal ihr Geld zählen, verwalten, ausgeben und Rückgeld erhalten.


Welche Aufgaben fallen in Mini-Hesper Ihnen als Schöffenrat zu?

Wir müssen schauen, dass alles so läuft, wie es eben laufen soll. Das bedeutet, dass wir dafür Sorge tragen, dass sich die Kinder in der Spielstadt wohlfühlen, dass sie über alles informiert sind, halt über alles Bescheid wissen. Wir kümmern uns selbstverständlich auch um die Vorschläge und Kritikpunkte, die unsere Mitbürger an uns herantragen.


Was sind das für Kritikpunkte, die von den Mini-Bürgern angeführt werden?

Es sind eigentlich immer die gleichen: zu wenig Arbeitsplätze und zu hohe Preise im Supermarkt. Der Arbeitsplatzproblematik konnten wir dabei schon zu großen Teilen entgegenwirken, in dem wir drei neue Berufe schufen. Die Preise für die Getränke müssen wir natürlich im Auge behalten, damit sie nicht explodieren. Zudem müssen wir darauf aufpassen, dass die Preise von Mineralwasser und Limonade in einem gewissen Verhältnis stehen. Bei den derzeitigen Temperaturen müssen die Kinder ja besonders viel trinken. Dabei sollen sie aber möglichst gesünderes Wasser statt der Limonade trinken. An besonders heißen Tagen wie nun Ende dieser Woche wurden aber auch kostenlose Wasserstellen eingerichtet.

Was ist Ihre persönliche Motivation, ein politisches Amt in Mini-Hesper zu übernehmen. Zwei von Ihnen standen ja auch bereits in den Vorjahren in der Verantwortung, für eine ist es Neuland.

Es ist einfach eine andere Herangehensweise, als „nur“ einer einzigen Tätigkeit nachzugehen. Als Bürgermeister und Schöffen kümmert man sich mehr um das Ganze und kann den Kindern stärker helfen denn als „normaler“ Mini-Bürger.


Ihre Engagement beschränkt sich dabei ja nicht nur auf die zehn Tage, an denen Mini-Hesper stattfindet, sondern da wurde auch bereits im Vorfeld ganze Arbeit geleistet?

Ja, wir haben uns lange im Vorfeld eine ganze Reihe von Gedanken gemacht, darüber, was in den Vorjahren nicht gut funktionierte und wie wir Mini-Hesper noch verbessern können. Diesbezüglich fanden denn auch mehrere Versammlungen mit den Organisatoren der Gemeinde Hesperingen statt.


Welche Ideen hatten Sie dabei? Was ist neu bei Mini-Hesper 2013?

Nun, neben eben neuen Arbeitsmöglichkeiten, die wir schufen, beschäftigte uns vor allem die Einlass-Problematik. In den vergangenen Jahren war es leider immer so, dass die Kinder, wenn sie nachmittags in Mini-Hesper eintrafen, lange Wartezeiten an den Eingängen der Stadt in Kauf nehmen mussten. Dies war ein Problem, mit dem wir uns früh an die Organisatoren wandten und wo denn auch eine Lösung gefunden werden konnte: Mithilfe von mit Elektro-Chips versehenen Armbändern können die Kinder die Eingänge nun deutlich schneller passieren. Lange Wartezeiten sollten damit endgültig der Vergangenheit angehören. Bereits an den ersten Tagen konnten wir hier auch eine deutliche Verbesserung erkennen.


Was gibt es sonst für Neuerungen?

Aus Sicht des Schöffenrats ist da sicherlich der neu geschaffene Marktplatz zu nennen. Dort versammeln sich nun am Ende eines langen Arbeitstages die Mini-Bürger und der Schöffenrat wendet sich in einer Ansprache an sie. Dabei berichten wir Aktuelles vom Tage, geben Neuerungen bekannt, kündigen aber auch an, was am Folgetag wichtig sein wird. Dieser direkte Kontakt ist wichtig, damit jeder Bürger stets auf dem Laufenden ist. Das gilt u.a. für die Aktivitäten an unserem neuen Forschungszentrum.


Ein Forschungszentrum?

Ja. Die aus den vorherigen Ausgaben bekannte Universität wurde in diesem Jahr in ein „Forschungszentrum“ umbenannt. Für viele Kinder war die Vorstellung, nach einem anstrengenden Schuljahr auch noch in den Ferien weiter eine Art Schule besuchen zu müssen, doch etwas abschreckend. „Forschungszentrum“ klingt dann doch etwas attraktiver. Auch wurde das dortige Angebot entsprechend anders gestaltet, sprich es werden neue, praktischer ausgelegte Kurse als noch in den vergangenen Jahren abgehalten. Auch verdient man jetzt am Forschungszentrum mehr Hesperly als noch an der Uni. Und der Erfolg der ersten Tage gibt den Änderungen recht. Das Forschungszentrum war stets gut besucht und es sah auch so aus, als ob die Kinder ihren Spaß hatten.


Neu ist aber auch die Pizzabäckerei, oder?

Die Pizzabäckerei geht auf ein Wahlversprechen der Bürgermeisterin zurück, das wir als Schöffenrat selbstverständlich einlösten. Den Kindern steht nun in der Pizzabäckerei frischer Teig zur Verfügung, den sie nach Herzenslust belegen können. Die fertige Pizza ist dann später käuflich zu erwerben.


Eine ganze Reihe Neuerungen also. In diesem Sinne: Betrachten Sie sich einmal nicht als Politiker, sondern als einfacher Mini-Bürger. Was sind Ihre persönlichen Höhepunkte bzw. Lieblingsbeschäftigungen in Mini-Hesper 2013?

Da sind wir uns einig: Wir finden alles, was mit Medien zu tun hat, enorm spannend und aufregend. Die Arbeit am Mini-Hesper-TV-Sender sowie dem Radio und der Zeitung sind Tätigkeiten, die wir jedem unserer Bürger ans Herz legen können, einmal auszuprobieren – sofern er sich nicht scheut, dann etwas mehr in der Öffentlichkeit zu stehen.