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Léiweng, Ban de Gasperich: Stoppt den Becca-Wahn!


Soll aus dem Süden der Hauptstadt bald ein „zweiter Kirchberg“ werden? Die Pläne der Regierung zur Erschließung des Ban de Gasperich erinnern an die Vorgehensweise in Sachen Léiwinger Fußballstadion: Wie der Mouvement écologique kürzlich offenlegte, geht es bei diesem Mammutprojekten ausschließlich um die Interessen der Investoren und Bauträger.

Es scheint symptomatisch für diese politische Praxis und ihre teilweise kriminellen Auswüchse, dass sich unter den Investoren für den Ban de Gasperich wiederum der Geschäftsmann Flavio Becca befindet, dessen Beteiligung am Léiwinger Projekt derzeit mehr als fragwürdig erscheint.

déi Lénk Hesper wiederholen deshalb ihrer Forderung, per Moratorium einen sofortigen Stop des Ban de Gasperich-Projekts zu bewirken. Auch beim Ban de Gasperich handelt es sich um eine soziale und ökologische Katastrophe!

Eine soziale Katastrophe, weil das Projekt den flagranten Mangel an bezahlbaren Wohnungen nicht behebt. Der Hauptteil der vorgesehenen Wohnfläche soll für „Apartment-Hotels“ genutzt werden. Dies aber entspricht nicht den Bedürfnissen der städtischen Bevölkerung. Tatsächlich scheint das Projekt überhaupt keinem städteplanerischen Konzept zu folgen: Zur Zeit ist kein einziges Grundschulgebäude vorgesehen - einziges Schulprojekt bleibt somit das französische Privatlyzeum Vauban.

Eine ökologische Katastrophe, weil der pharaonische Bau von zwei 40-Meter-breiten Boulevards eine Verkehrslawine auslösen wird (geschätzte 35.000 zusätzliche Autofahrten täglich). Wir fragen uns, welchen Zweck der Hypermarkt Auchan (37.500 Quadratmeter, also zweimal so viel wie Auchan auf Kirchberg) erfüllen soll, außer das bereits bestehende Verkehrschaos zu verschlimmern. Dem Kleinhandel in der Umgebung jedenfalls wird er schaden. Zusätzlich wird der Beton das Versickern des Wassers verhindern. Wir zweifeln auch daran, dass die Grenzgänger nach der Arbeit hier ihre Einkäufe tätigen wollen, obwohl sie in diesem Stadtteil mit noch mehr Stau rechnen müssen. Es sieht demnach so aus, als könne sich außer Herrn Becca, dem Besitzer der Fläche auf dem der Auchan entstehen soll, niemand über dieses Projekt freuen.

Wir appellieren an die Regierung, aus sozialen und ökologischen Gründen ein Moratorium zu verhängen und das Projekt vorerst auf Eis zu legen.

Der nächste Schöffenrat sollte sich dafür einsetzten, dass das Projekt komplett überarbeitet wird. Die Urbanisierung des Ban de Gasperich darf sich auf keinen Fall an den Interessen der Investoren orientieren, sondern muss unbedingt die Forderungen der bereits ansässigen Bevölkerung, der Umweltorganisationen und der Bürgerinitiativen berücksichtigen.

Lasst uns den Wahnsinn stoppen!