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Weltmeisterschaft für ferngesteuerte Kunstflugzeugmodelle der Klasse F3A in Dübendorf, Schweiz

Vom 6ten bis 16ten August 2015 fand in Dübendorf, Schweiz die Weltmeisterschaft für ferngesteuerte Kunstflugzeugmodelle der Klasse F3A statt. Luxemburg war mit einer Mannschaft von 7 Personen vertreten, davon 3 Piloten.
Bis zum heutigen Tag ist Dübendorf für seinen Flugplatz bekannt welcher zu Beginn der kommerziellen Luftfahrt der Flughafen von Zürich war. Zurzeit ist der Flugplatz ein Stützpunkt der Schweizer Luftwaffe.

Der Flugplatz Dübendorf bot den 101 Teilnehmern aus 35 Ländern eine moderne und optimale Infrastruktur. Dübendorf war der Austragungsort der allerersten F3A Weltmeisterschaft im Jahre 1960; damals nannte man den ferngesteuerten Motorkunstflug noch RC-1.

Dass Modellflug auch als Sport auf internationalem Niveau mit allerhöckster fliegerischer Präzision betrieben wird, wissen nur wenige. In der Klasse F3A dürfen die Modelle maximal 5 Kilogramm wiegen, 2 Meter lang sein und 2 Meter Spannweite haben. Als Antrieb dient meistens ein Elektroantrieb mit rund 3000 Watt Leistung. Geflogen wird in der Vorrunde das sogenannte „P“ Programm besehend aus 17 ineinander übergehenden Figuren welches alle 2 Jahre weckselt, in der Halbrunde das „F“ Programm und im Finale ein unbekanntes Programm welches erst am Vorabend der Finalrunde bekannt gegeben wird. Die Flugfiguren müssen in einem ununterbrochenen Flug von maximal 8 Minuten in angegebener Reihenfolge durchgeführt werden (Wendefigurenprogramm). Jede Figur wird während des Fluges mit Noten in ganzen Zahlen zwischen 10 und 0, von 5 Punktrichtern bewertet. In der Halbfinale und der Finale sind es jeweils 10 Punktrichter. Diese Noten werden mit einem Koeffizienten multipliziert, der nach dem Schwierigkeitsgrad der Figuren unterschiedlich ist und zwischen 1 und 5 liegt. Das Flugzeug darf während des ganzen Kunstflugprogrammes eine Linie von 60 Grad links und rechts der Mitte sowie nach oben nicht überschreiten. Die Flugfiguren müssen in einer Linie etwa 150 Meter vor den Punktrichtern geflogen werden. In Dübendorf wurde zum ersten Mal ein elektronisches Auswertungssystem angewendet wo komplett auf den Einsatz von Papier verzichtet wurde. Die Punktrichter gaben die Noten direkt über ein ‚Tablet‘ ein und die einzelnen Bewertungen der Figuren wurden in Echtzeit für das Publikum auf einem grossen Monitor angezeigt
Die offizielle „Jury“ bestand aus 3 Vertretern der FAI (Fédération Aéronautique Internationale) und aus 20 Punktrichtern aus 20 verschiedenen Herkunftsländern.
Für Luxemburg starteten 3 Piloten welche im Wettkampf, der auf einem extrem hohen fliegerischen niveau ausgetragen wurde, sich folgende Platzierungen erkämpften: Marc Weber von den Aéromodélistes Ettelbruck (52), Philippe Poeker von den Aéromodélistes Ettelbruck (86) und Raymond Maller von den Aéromodélistes Olm (100). Erwähnenswert ist auch, dass auf alle elektronischen Hilfsmittel, wie zum Beispiel Kreisel und GPS-Steuerung, verzichtet werden muss und somit das alleinige fliegerische Können des Piloten und die Baupräzision des Modells ausschlaggebend sind. Der Modellflug als Sportart oder Freizeitsport unterscheidet und distanziert sich somit ganz klar von autonom fliegenden Drohnen jeglicher Bauart.
Weltmeister 2015 wurde Christophe Paysant le Roux aus Frankreich. Die Silbermedaille ging an Tetsuo Onda aus Japan und Bronze an Stefan Kaiser aus Liechtenstein. Weitere Details finden Sie unter folgender Internetadresse: www.f3a-wc2015.ch.
Der weltweit bekannte Modellkunstflugpilot und Modellkunstflugzeugentwickler Wolfgang Matt aus Liechtenstein belegte im Alter von 67 Jahren den sehr guten 22ten Platz an seiner letzten und 25ten Weltmeisterschaft. Wolfgang ist neben seinen unzähligen nationalen und internationalen Titeln unter anderem 2facher Weltmeister, 6facher Vizeweltmeister sowie 5facher Europameister im F3A Kunstflug.
Mein Dank für die Unterstützung des Modellflugzeugsports im Allgemeinen sowie für die F3A Kunstflugweltmeisterschaft 2015 im Speziellen, geht an den zuständigen Transportminister François Bausch, den Sportminister Romain Schneider sowie den Generalsekretär der Fédération Aéronautique Luxembourgeoise Erny Mattiussi.

Jeannot Poeker
Team Manger
F3A Team Luxembourg 2015