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Staatssekretär Guy Arendt besuchte Schiefermuseum

Auf Einladung des Bürgermeisters Antoine Rodesch besuchte Guy Arendt, Staatssekretär im Kulturministerium, am Donnerstag, den 2. Juni, die Gemeinde Rambrouch. Es ging dabei um die Idee, ein neues Interreg-Projekt zwischen den Gemeinden Rambrouch (L) und Martelingen (B) zu verwirklichen. Der Bürgermeister betonte die gelungene Zusammenarbeit beider Gemeinden beim letzten gemeinsamen Interreg-Projekt im Jahre 2013/2014, das den Martelinger Karnevalsumzug und das Zollhaus in Rombach/Martelingen als grenzüberschreitende Verwirklichungen ins Leben rief.

Im Rahmen eines neuen Interreg-Projektes käme die Zusammenarbeit diesmal direkt dem Tourismus zugute. Dabei gehe es, auf luxemburgischer Seite, um das Erbe der Schiefergruben und spezieller um die Weiterentwicklung des Schiefermuseums in Obermartelingen (Haut-Martelange), das auf dem Gebiet der Gemeinde Rambrouch liegt. Der luxemburgische Staat ist Besitzer des Schiefermuseums, die Verwaltung des Museums obliegt dem Verein D'Frënn vun der Lee a.s.b.l.. Das Kulturministerium unterstützt jährlich den Verein und das Denkmalschutzamt kümmert sich in Absprache mit den Frënn vun der Lee um den Gebäudekomplex des acht Hektar großen Geländes. Aktuell finden geführte Besichtigungen des Schiefermuseums auf Anfrage statt, regelmäßige Führungen an Sonntagen und teils auch Werktags sowie spezifische Veranstaltungen mit freiem Eintritt auf das Gelände während des ganzen Jahres. Bis auf einen kurzen Abstieg in einen unterirdischen Stollen (-12 m) sind aktuell die Besichtigungen nur an der Oberfläche.

Der Bürgermeister betonte die Beliebtheit des jährlichen Musik- und Kunstfestivals Koll an Aktioun und seine persönliche Vision von Konzerten und kulturellen Veranstaltungen auf dem Gelände. Vielversprechend für die Weiterentwicklung des Schiefermuseums hin zu einem Publikumsmagneten und täglichen Öffnungszeiten wäre der Zugang zu den unterirdischen Gruben mit Besichtigung der eindrucksvollen Kammern, die ganze Kathedralen aufnehmen könnten. Er ging auf die Wichtigkeit des Projektes für die Entwicklung der ganzen Gegend ein und berief sich dabei auf einen Masterplan, der seit 2011 für die Weiterentwicklung des Schiefermuseums besteht. Die Gemeinde würde ihrerseits das geplante Interreg-Projekt so auslegen, dass es dem Weiterausbau des Schiefermuseum zugute käme und dies im Sinne des bestehenden und bereits ausgearbeiteten Masterplans. Allerdings wurde das Projekt rund um die Weiterentwicklung des Schiefermuseums im Rahmen des Zukunftspaktes im Herbst 2014 zurückgestellt. Seither wurden zwar wichtige Arbeiten von Seiten des Staates an der Basisinfrastruktur und im Hinblick auf Konsolidierung geschützter Gebäude vorgenommen, dies aber ohne, dass das Projekt selbst von der Regierung angenommen wurde.

Nach dem Empfang im Gemeindehaus Rambrouch und der Präsentation des zurückgestellten Masterplans durch Jean-Claude Schumacher, Verantwortlicher für das industrielle Erbe beim Denkmalschutzsamt, fand eine kurze Diskussionsrunde statt, an der neben dem Bürgermeister und seinen Schöffen auch Vertreter der Frënn vun der Lee beiwohnten. Anschließend besuchte Staatssekretär Guy Arendt das Schiefermuseum selbst, um sich vor Ort und in einer Führung durch die Präsidentin der Frënn vun der Lee, Agnes Hoogenhout, ein Bild des Museumskomplexes zu machen. Leekëppert Aloyse Stadtfeld war es eine Ehre, den Gästen sein Können im Spalten und Zuhauen der Schieferplatten zu zeigen. Zum Abschluss der Besichtigung lud der Verein in die Villa der früheren Besitzerfamilie zu einem Glas Wein und einer Tasse Kaffee ein.

Staatssekretär Guy Arendt zeigte sich beeindruckt angesichts des Geländes, der Arbeit der ehrenamtlichen Frënn vun der Lee sowie des Potentials des Museums. Er hatte ein offenes Ohr sowohl für das Anliegen der Frënn vun der Lee wie auch für die Idee der Unterstützung des Projektes, seitens der Gemeinde Rambrouch, durch Antrag europäischer Fördermittel. Nun liegt es an den Entscheidungsträgern der Regierung zu beratschlagen, in welchem Maße die Weiterentwicklung des Schiefermuseums wieder aufgenommen wird.