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„Die Irrtümer der damaligen Zeit verhindern!“

„Comité Auschwitz Luxemburg“ erinnerte an die Deportierten des Zweiten Weltkriegs

Mit einer feierlichen Zeremonie erinnerte das „Comité Auschwitz Luxemburg“ am Sonntag (4.Juli) in Fünfbrunnen an eine der schlimmsten Zeiten, die Luxemburg und insbesondere die jüdische Gemeinschaft erlebten.

Allein gelegen in der ruhigen Idylle der Öslinger Wälder boten das Kloster Fünfbrunnen und die nahen Bahngleise dem unmenschlichen Naziregime die beste Gelegenheit, ohne großes Aufsehen ihre Vernichtungskampagne durchzuführen. Über 300 Juden jeden Alters und Geschlechts wurden in dem sogenannten „Jüdischen Altersheim Fünfbrunnen“ zusammengetrieben, um von dort in die Konzentrationslager, die meisten nach Auschwitz, deportiert zu werden.

Im kommenden Jahr feiert das „Comité Auschwitz Luxemburg“ den 20. Jahrestag seiner Gründung. Alljährlich erinnern die Mitglieder in Fünfbrunnen bei dem von Lucien Wercollier geschaffenen Monument an die tragischen Geschehnisse von damals.

Angeführt von den Fahnenträgern, formierten sich die Teilnehmer zu einem Zug bis vor das Denkmal, wo Marc Schoentgen die Vertreter des „Comité Auschwitz“, des „Consistoire israélite de Luxembourg“, der „Fondation Auschwitz Bruxelles“, des „Comité directeur du souvenir de la résistance“, der „Pupilles de la Nation“ und der Gemeinde Wintger aufrief, bevor diese unter den Klängen der „Sonnerie aux morts“, intoniert von Clairon Edmond Faber, Blumen niederlegten.

Unter den Gästen befanden sich neben einer Abordnung der „Eclaireurs, éclaireuses israélites du Luxembourg“ auch die Abgeordneten Fernand Etgen, Bim Diederich und Claude Haagen, der Präsident des „Mémorial de la déportation Hollerich“ und frühere Diplomat Guy de Muyser und der Bürgermeister der Gemeinde Wintger, Marcel Thommes.

Auf der Violine brachte Audrey Moyse das „Dance op blessed spirits“ dar, während Noémie Sinigaglia und Fanny Hertz eindringliche Aussagen von Zeitzeugen vorlasen.

Michel Heymann, Kantor an der Synagoge Luxemburg, trug den Psalm vor, während der Großrabbiner, Joseph Sayagh, in seiner Ansprache gleiches Recht für alle forderte, jede Art von Rassismus verurteilte und vor dem aufkommenden Neonazismus warnte, um so ein Geschehen wie vor 65 Jahren und die Irrtümer der damaligen Zeit zu verhindern.

Mit der ersten Strophe der Nationalhymne, intoniert von Edmond Faber und aus vollem Herzen gesungen von allen Teilnehmern dieser Gedenkfeier, endete der offizielle Teil.

Beim anschließenden Empfang durch die Gemeinde Wintger wiederholte Bürgermeister Marcel Thommes das Versprechen, auch künftig an diesem Ort die Erinnerung zu bewahren, um derer zu gedenken, die von hier aus in den Tod geführt wurden und um Derartiges in alle Zukunft zu verhindern und den Frieden wahren zu helfen.(J R-K)