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„E'slecker Setzgromperegenossenschaft“ hielt Jahresrückblick


Im Beisein zahlreicher Mitglieder und Ehrengäste aus dem Agrarsektor blickte die „E'slecker Setzgromperegenossenschaft“ aus Clerf am 10.Dezember im Restaurant Reiff in Fischbach auf ein durchwachsenes Kartoffeljahr 2009/2010 zurück. Wie Präsident Georges Mensen eingangs erklärte, waren 2009 rund 430 Hektar zur offiziellen Anerkennung gemeldet, was einer durchschnittlichen Vermehrungsfläche von 9,55 Hektar pro Betrieb entspricht. Dabei wurde keine Parzelle am Feld aberkannt.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 13 850 Tonnen Bruttoware angeliefert, von denen 75 Prozent als Pflanz-, 2,5 Prozent als Speise- und 15,5 Prozent als Futterkartoffeln vermarktet wurden. Der Durchschnittsertrag lag dabei bei 32 Tonnen pro Hektar. Zu den meistgesetzten Sorten zählten einmal mehr „Spunta“ (144 ha), „Kennebec“ (80 ha) und „Désirée“ (35 ha). Bio-Kartoffeln wurden auf 1,83 Hektar angepflanzt.

Durch den starken Schorfbefall, insbesondere bei den „Spunta“-Kartoffeln, wurden die verkäuflichen Erträge und infolge dessen auch das finanzielle Resultat allerdings stark gedrückt, während der Aufwand für Sortierung und Lagerung im Gegenzug kräftig anstieg. So wurden mehr als 2 000 zusätzliche Sortierstunden gezählt, obwohl die neuangeschaffte „optische Sortiermaschine“ rund 1 500 Arbeitsstunden einsparte.

„Weiterhin gute Preise
für gute Qualität“
Die vom Buchhaltungsbüro „arbo“ vorgelegte Geschäftsbilanz 2009/2010 wurde anschließend angenommen, ehe der Vorstand auf Vorschlag des Präsidenten José Bertemes per Akklamation entlastet wurde. Im Amt des Beraters wurde François Minsier zudem durch Thomas Toussaint ersetzt, der am Freitag bereits die Arbeiten und Versuchsergebnisse des Vulgarisationsprogramms zur Bekämpfung von Krankheiten bzw. zum Düngereinsatz vorstellte.

Einen Überblick über die Ernte 2010 und eine Vorschau auf das kommende Geschäftsjahr lieferte anschließend Francis Binst von der Vermarktungsgesellschaft „Binst Breeding and Selection“. Angeliefert wurden in diesem Jahr 14 699 Tonnen Rohware, von denen nach Probeauswertung 11 635 Tonnen als Pflanzgut verkäuflich sind. Der Durchschnittsertrag lag bei 30,5 Tonnen, also 1,5 Tonnen weniger als noch 2009.

Wie im Vorjahr bereitete die Sorte „Spunta“ – mit 135 ha erneut die meistgesetzte Kartoffel – wiederum die größten Probleme. Dieses Mal jedoch vor allem bei der Lagerung, während bei rund 50 Prozent der im September und Oktober geernteten Lose Fäulnisprobleme auftraten. Erhalte man für gute Qualität zwar auch weiterhin gute Preise, so seien die Benelux-Länder zurzeit aber von großen Qualitätsmängeln geplagt, so Binst.

Das Schlusswort war Vize-Präsident Nico Degros vorbehalten, der kurz auf die notwendigen Investitionen auf dem Betriebsgelände in Clerf, darunter vor allem für die Erneuerung des Dachs, einging. Diese Reparaturen seien unumgänglich, da sich der Verkauf des dortigen Geländes, aufgrund der Verschiebung des geplanten Lyzeumsbaus infolge der Finanzkrise, nun ebenfalls verzögere, so Degros. (jl)