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Der Erinnerungsstein auf der « Waarkbréck » in Ettelbrück ist zurück

«Sechs Jahre nach dem Neubau der Brücke in Warken wurde auch bei Ettelbrück (1770) zum ersten Mal eine Steinbrücke über die Wark geführt», so Joseph Flies in seinem 1970 erschienenen Buch «Ettelbrück – Geschichte einer Landschaft». Wohl als Abschluss der Bauarbeiten wurde dann ein Erinnerungsstein (vielmehr ein Block) an der Brücke aufgebaut. Ihn ziert die lateinische Inschrift deren Übersetzung « Spärlich durchflieβt die Wark das auferlegte Joch » heiβt, sowie rechts und links das Luxemburger Wappen. Sehr lange bedeutete die Waarkbréck am Ende der Groussgaass den Ausgang Ettelbrücks in Richtung Ösling. (Nico Beckerich – Ettelbrécker Allerlee, 2019) Ob das Monument aus Mäerzeger Steen im Jahr des Brückenbaus installiert wurde und ob er sich schon immer an seiner heutigen Stelle befand, ist nicht bekannt. Im Laufe der Zeit jedenfalls hatten ihm die Umwelteinflüsse stark zugesetzt, er war schwarz geworden und von Moos bewachsen. Dies ist wohl dem Umstand geschuldet, dass er als Teil einer Mauer über der Wark zeitweise durch einen davor gepflanzten Strauch verdeckt war. Wohl deshalb wurde er von vielen Passanten übersehen und war somit wohl auch in Vergessenheit geraten.

Im Zuge der Neugestaltung der Kreuzung avenue Kennedy - Grand’rue und avenue Salentiny - rue Prince Henri fasste man eine Restaurierung des Steines ins Auge. Im April 2017 wurde der Block in Einzelteile zerlegt und nach Mertzig in die Werkstätten eines Fachbetriebs gebracht. Dort wurden die Elemente fachgerecht gesäubert, instand gesetzt und im Bedarfsfall mit Ersatzsteinen wieder aufgefüllt. Wurden die einzelnen Steine im 18. Jahrhundert mit einer Kalk-Mörtelmischung zusammengefügt, so nahm man bei der jüngsten Restauration eine Kalk-Zementmischung. Das Gewicht des Erinnerungssteins beträgt 2.400 Kilogramm, die dahinter aufgebaute metallene Rückwand, die gleichzeitig als Geländer dient, bringt 1.200 Kilogramm auf die Waage. In dieser Metallwand thront oberhalb des Steines die per Laser herausgeschnittene lateinische Inschrift « DefVIt IMposIto parCa VarICa IVgo » sowie ihre französische Übersetzung (« La parcimonieuse Warcke coule ici sous le joug qui lui est imposé ») Im lateinischen Satz fehlt allerdings bei « defluit » das « L », sodass jetzt « defuit » dort steht. Auf dem Erinnerungsstein ist die Inschrift in Blattgold gehalten, ebenso die Konturen der beiden Wappen. Diese traditionnelle Technik, die sehr oft bei Restaurierungen angewandt wird, dient dazu Schriften oder einzelne Elemente eines Monuments besonders hervorzuheben. Vor Kurzem kam der restaurierte Block dann wieder an seinen angestammten Platz zurück. Der Lockdown infolge der Covid-19 Pandemie sowie die immer wieder erforderlichen Zusatzarbeiten, die bei der Renovierung der Waarkbréck erforderlich waren, hatten zu einer Verzögerung des Projektes geführt.