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Tag der Fachkrankenpflege für Psychiatrie

Am 21.09. fand zum 9. Mal der Tag der Fachkrankenpflege für Psychiatrie der ALIPS in Zusammenarbeit mit dem Centre de Formation DeWidong statt.

Motivierte Fachkrankenpfleger, Gesundheitsberufler, Studenten sowie Angehörige von Betroffenen versammelten sich zum Austausch und zu Weiterbildungszwecken.

Geboten wurde ein ansprechendes Programm, zu den aktuellen Herausforderungen der Arbeit im Bereich der Psychiatrie, welches beim Publikum großen Anklang fand.

Die Teilnehmer stellten viele Fragen und bei verschiedenen Themen, musste Nathalie Neu der ALIPS, aus Gründen der Zeiteinhaltung, die Diskutierfreudigkeit der Teilnehmer sogar bremsen.

David Pereira, Fachkrankenpfleger für Psychiatrie und Präsident von Amnesty International Luxemburg machte den Auftakt mit einem Vortrag über die Entwicklung und die Umsetzung von ethischen Richtlinien in Institutionen des Gesundheitswesens mit dem Schwerpunkt, Psychiatrie. Herrn Pereira zeigte auf, wie Meilensteine der Ethik, (Die Erklärung der Rechte des Menschen und Bürgers in Frankreich im Jahre 1789, sowie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der UNO von 1948) heute mehr denn je, richtungsweisend für den professionellen und wertschätzenden Umgang mit den Menschen in dem Fachbereich der Psychiatrie sind.

Anschließend, folgte ein Vortrag über die begleitende Rolle des Fachkrankenpflegers für Psychiatrie bei verhaltenstherapeutischen Gruppen zur Behandlung von emotionalen Störungen. Dr Le Saint und das Team der “Clinique des troubles émotionels” des Centre Hospitalier du Luxembourg boten den Teilnehmern einen Einblick in die Inhalte psychoedukativer Gruppen. Die dargestellten Beispielen enthielten praktische Übungen für Betroffene mit Angst- , Ess-störungen oder Zwangserkrankungen. Diverse Einschätzungsskalen für Angst und Depression wurden in diesem Zusammenhang vorgestellt.

KanEl, stellten ihr Angebot der Begleitung und Behandlung von betroffenen Familien, einschließlich ihrer Kinder vor. Das Projekt bemüht sich um möglichst individualisierte Hilfestellungen für Betroffene und ihre komplexe Familiensituationen. Die Begleitung der Kinder und ihrer Eltern läuft parallel. Eine Resilienz bei den Kindern kann einfacher entstehen, wenn ihre Erfahrungen ernst genommen werden und gelten gelassen werden. Die Eltern werden bei KanEl „in ihrer Rolle als Eltern“ empfangen, und nicht als „kranke Patienten“. Es wird großen Wert auf die Wertschätzung in der Begleitung gelegt.

Die Psychologin und Gewaltberaterin Daniela Cabete, der Vereinigung “Riicht eraus” erläuterte das Konzept für die Begleitung, Behandlung und Beratung der Täter, häuslicher Gewalt. Die individuellen Gespräche seien für den Täter oder Täterin eine Notwendigkeit ihm oder ihr zu ermöglichen, Gefühle zu identifizieren und aus zu drücken. Die Verantwortungsübernahme für die Tat, sei ein Prozess der unterschiedlich lange dauern würde.

Petra Böwen die Studiendirektorin des BSSE und Leiterin des Praxisbüros und Parida Mazzei, die Koordinatorin des Praxisbüros stellten das Konzept des Praxisbüros der Universität Luxemburg vor. Sie schilderten, wie die Vernetzung zwischen den Studierenden, Hochschulmitarbeitern, Vertretern in der Praxis und in der Politik , aufgebaut ist. Die Teilnehmer interessierten sich in diesem Kontext besonders für ethische Fragestellungen. Es wurde beispielsweise angesprochen, dass obdachlose Menschen, in Luxemburg, das Gesundheitssystem nur bedingt ausloten können, und wie man auf dieser Ebene eventuell, Verbesserungen erzielen könnte.