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Rückblick auf den Tag der Fachkrankenpflege für Psychiatrie am 24.10.17

Die ALIPS (Association luxembourgoise des infirmiers psychiatriques) reagierte am 24.10.17auf den Wunsch einer intensiveren Zusammenarbeit zwischen den betroffenen Patienten, ihren Familien und den Berufstätigen der Psychiatrie mit einem spannenden Fortbildungsprogramm.

Die Selbsthilfegruppe „panik.lu“ welche von Betroffenen gegründet wurde, stellte ihr Angebot für Aufklärung und Unterstützung, anhand konkreter Übungen zum Umgang mit Ängsten und Panikattacken im Alltag vor.

Roland Kolber erklärte die Angebote der „Patientenvertriedung“ und zog eine Bilanz über die Entwicklung der Psychiatrie in Luxemburg. Ein Vergleich der nationalen Verhältnisse mit dem nahen Ausland zeigt, dass eine Erweiterung der psychiatrischen Angebote angestrebt werden kann.

Die Redner der „AFPL asbl“ und der Patientenvertriedung , berichteten über die Belastung der Familien, welche durch mangelnde Transparenz und Mitsprache bei den Therapien und Behandlungen entstehen kann. Des weiteren verdeutlichten sie die Konsequenzen von langen Wartezeiten auf therapeutisch betreute Arbeitsplätze für die Patienten. Die innovative Idee der Einführung einer Dokumentierung der Neuroleptika Behandlung, die der Betroffene immer mit sich tragen könnte, wurde von einer angehörigen Mutter eines Patienten geäußert.

Herrn Dr Andreas Koenig hielt einen Vortrag über die neuesten Erkenntnisse zu den Auswirkungen und Behandlungsmethoden der digitalen Bildschirmmediensucht. Hervorgehoben wurde, dass bei dieser Suchtform keine totale Abstinenz angestrebt werden kann.

Drei Fachkrankenpflegerinnen für Psychiatrie hielten Vorträge zu pflegespezifischen Themen. Sonja Weis und Nathalie Teixeira informierten über das professionelle Deeskalationsmanagement., sie gaben theoretische und praktische Hinweise für den kompetenten Umgang bei Gewalt und Aggressionen.

Claudia Urbing rundete die Tagung ab, mit einem Vortrag über die Anwendung von Humor in der Fachpflege für Psychiatrie.

Die neue Rolle der teilweise recht gut informierten Patienten und ihren engagierten Familien, hat zu einem Umdenken zu Gunsten einer zunehmend partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit dem Psychiatriepersonal geführt.

Diese neue Perspektive ist richtungsweisend für die Weiterentwicklung des Berufes der Fachkrankenpflege für Psychiatrie. Schon alleine, die Tatsache, dass Vereinigungen von Angehörigen, konkrete und fortschrittliche Ideen für die Verbesserung der Pflege äußerten, und die anwesenden Teilnehmer, sich für diese neuen Ideen interessieren, ist vielversprechend.