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Musik verbindet: Jugendliche aus vier Ländern im Escher Musikkonservatorium

(rsd) - Sie kommen aus Litauen, Nordmazedonien, Deutschland und Luxemburg. Was sie verbindet, das ist die Liebe zur Musik. Im Konservatorium in Esch/Alzette bereiten sich zurzeit junge Musiker aus vier europäischen Ländern auf gemeinsame Auftritte vor. Das Projekt läuft unter der Bezeichnung „Musical Storytelling“. Und zu erzählen haben die jungen Leute reichlich.

„Musical Storytelling“ ist ein europäisches Integrationsprojekt. Es wird abgehalten im Rahmen des Jugendprogramms Erasmus+. Träger des Projekts ist die „European Union of Music Competitions for Youth”, kurz EMCY genannt, deren Präsident der Luxemburger Paul Scholer ist. Er ist auch Direktor der UGDA-Musikschulen.

Förderung der Integration


Bei dem Projekt spielt der Begriff Integration eine nicht unerhebliche Rolle. So haben neben den insgesamt 20 Mitwirkenden bei den Konzerten in Luxemburg auch Flüchtlinge die Möglichkeit, ihr musikalisches Talent unter Beweis zu stellen. Zwei von ihnen kommen aus Syrien, einer aus Eritrea.


Dieser Integrationsfaktor war auch bei anderen Veranstaltungen im Rahmen des europäischen Austauschprogramms im Vordergrund. Bei einem Konzert im Oktober in Birstonas in Litauen standen vier Musiker mit einer Sehbehinderung mit auf der Bühne. Bei dem Konzert wirkten auch vier junge Musiker aus Luxemburg mit.


Das Großherzogtum ist seit 1988 Mitglied der EMCY. Seither kommt es zu einem regelmäßigen Austausch zwischen jungen Musikern. „Es ist interessant, dass wir etwas für Jugendliche tun können“, unterstreicht Paul Scholer.


Im Rahmen des Austauschprogramms gibt es Veranstaltungen in vier europäischen Ländern. Zwei davon fanden 2020/2021 in Deutschland statt, eine in Litauen. Nach Luxemburg wird 2022 Nordmazedonien Gastgeber sein. Aus den teilnehmenden Ländern kommen jeweils vier junge Musiker und eine Begleitperson. Um die Integration zu fördern, hat unter dem Motto „Musik verbindet“ jedes Gastland die Möglichkeit, Flüchtlinge oder Menschen mit einer Behinderung in das Projekt einzubinden.


Seit vergangenem Samstag wird für die gemeinsamen Auftritte in Luxemburg geprobt. Während ihres Aufenthalts im Großherzogtum sind die jungen Musiker in der Jugendherberge in Esch/Alzette untergebracht. Die Proben werden entweder in der Jugendherberge oder im Musikkonservatorium abgehalten. „Wir haben eine sehr gute Zusammenarbeit mit dem Konservatorium“, freut sich Paul Scholer.


Wenn sich bei dem Projekt auch vieles um Musik dreht, so aber nicht alles. Neben der Konzertvorbereitung in Luxemburg sollen die jungen Musiker auch Land und Leute kennenlernen. Im Rahmenprogramm sind u.a. Besichtigungen und eine Rallye vorgesehen.


Ein buntes Programm

Das musikalische Programm wird übrigens von den Jugendlichen selbst gestaltet. Dabei stehen ihnen drei Lehrbeauftragte zur Seite. Auch wenn die meisten der Teilnehmer in der klassischen Musik zuhause sind, so wird die Konzertbesucher eine bunte Mischung erwarten, die von Klassik bis World Music reicht. Und bei den Auftritten gibt es noch eine weitere Herausforderung, denn die jungen Leute müssen das Programm selbst vorstellen. „Die Konzerte sollen die Vielfalt der Jugend in Europa widerspiegeln“, erklärt Paul Scholer.


Drei Konzerte sind in Luxemburg geplant. Das erste findet im Rahmen der Reihe „Concerts de midi“ am Freitag um 12,30 Uhr in der protestantischen Kirche in Luxemburg statt. Das Hauptkonzert steht am Samstag, dem 13. November, um 20 Uhr im Musikkonservatorium in Esch/Alzette auf dem Programm. Zum Abschluss werden die jungen Leute am Sonntag im Rahmen des Wettbewerbs für junge Solisten im Konservatorium der Stadt Luxemburg auftreten. rsd


Text und Fotos: Raymond Schmit