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Wissenwertes über das „Weiße Gold“


Ein Rundweg zur Landschaft und Geschichte des Gipsabbaus in Erpeldingen

Viele Wanderer und Interessierte hatten sich am Samstag bei sonnigen, aber kühlen Temperaturen eingefunden, um bei der Einweihung des „Ierpeldenger Gipswee“ in Erpeldingen/Bous dabei zu sein.

Der Ausgangspunkt des Rundwegs ist der Friedhof im Ort Neunkirchen etwas außerhalb von Erpeldingen. Der Name Neunkirchen verweist tatsächlich auf eine Kirche, von der wir heute nur mehr den Kirchhof sehen. Der Weg führt von hier aus entlang an satt grünen Wiesen, Feldern, Weinbergen und Obstbongerten zum „Hiewelbierg“. Die Anstrengungen des Aufstiegs haben sich gelohnt, denn hier genießt man eine schöne Aussicht auf die umliegenden Dörfer wie Bous, Assel und „Scheierbierg“. Von hier aus führt der Weg dann weiter über die „Langheed“ zum „Scheierbierg“, „Bueläcker“ und zurück nach Erpeldingen.

Die Länge des Rundwegs beträgt 5,5 km und ist in gut zwei Stunden zu bewältigen. Auf dem Weg, überwiegend asphaltiert, teilweise geschottert, befinden sich acht Stationen, wo man einerseits über Landwirtschaft und Naturschutz, über die Schmalspurbahn „Jhangeli“ und selbstverständlich über die Gipsbrüche und den Gipsabbau in der Gemeinde Bous eingehend informiert wird.

Ab Ende des 19. Jahrhunderts bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Gipsvorkommen gewerblich abgebaut. Das am Ende des 19. Jahrhunderts gebrochene Gipsgestein wurde mit von Pferden gezogenen Karren an die Mosel transportiert, wo es anschließend moselabwärts verschifft wurde. Später wurde das Gipsgestein per Lastwagen und Schmalspurbahn nach Remich ins Gipswerk befördert.

Reiner feinkörniger Alabaster
Verwendung fand der Gips und dessen Produkte aus dem „Hiewelbierg“ und von „Bueläcker“ im Bau als Baugips. Der reine, feinkörnige Alabaster wurde zur Herstellung von Zahnprothesen und von Bandagengips verwendet. Überreste des Gipssilos und Fundamente des ehemaligen Wärterhauses im „Bueläcker“ sind heute noch Zeugen der Geschichte.

Der interessante Rundweg, der rund um Erpeldingen führt, wurde von der Gemeinde Bous mit der Unterstützung des Ministeriums für Nachhaltigkeit und Infrastrukturen sowie der Stiftung „Hëllef fir d'Natur“ ins Leben gerufen.

Joseph Johanns, Bürgermeister der Gemeinde Bous, bedankte sich in Anwesenheit von Kulturministerin Octavie Modert, des Abgeordneten und Bürgermeisters der Gemeinde Remich, Henri Kox, sowie zahlreichen Einwohnern aus Erpeldingen und Umgebung bei allen, die an der Verwirklichung dieses Rundweges beteiligt waren. Er ging dann kurz auf die gelungene Broschüre ein, in der man alle Erklärungen über den Rundweg zur Landschaft und Geschichte des Gipsabbaus in Erpeldingen bei Bous erfährt.

Das Schlusswort sprach Kulturministerin Octavie Modert; sie beglückwünschte die Gemeindeverantwortlichen sowie die freiwilligen Helfer der Stiftung „Hëllef fir d'Natur“ für die Initiative. Der Rundweg sei eine Bereicherung für die Moselgegend. Dieses Projekt zeige, dass man Weinbau, Landwirtschaft und Naturschutz gut miteinander verbinden könne, so die Rednerin.

Mit einem Ehrenwein und Gegrilltem, dargeboten von der Gemeindeverwaltung, wurde diese Feier beschlossen. (d.f.)