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Restaurierte Kirche wurde am Wochenende eingeweiht

Restaurierte Kirche in Enscheringen wurde am Wochenende eingeweiht

Die Kirche von Enscheringen wurde 1765 neu errichtet, 1909 vergrößert und eine Empore sowie ein Glockenturm wurden angebracht. Ihre Bauform ist dem Stil des ländlichen Kirchenbaus des 18. und frühen 19. Jahrhunderts nachempfunden. Vereinzelte Barockelemente wurden integriert, die zwei Glocken datieren aus dem Jahr 1921 und sind heute eine Rarität, da sie aus der Glockengießerei Stroemer aus Erfurt (D) stammen. Der heilige Laurentius ist Patron der Kirche, Nebenpatron ist der heilige Antonius.

Doch die Zeit nagte am Bauwerk, das Dach wies undichte Stellen auf und zog in das Gebälk ein. Große Risse durchzogen die Kirchendecke sowie die Fensternischen, und so beschloss der Kirchenrat Pintsch gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung Kiischpelt, die Kirche zu restaurieren.

Am vergangenen Sonntag konnte diese gelungene Instandsetzung mit einer Festmesse, welche von der „Chorale Ste-Cécile Pintsch“ gesanglich unter der Direktion von Gaby Klein gestaltet und am Harmonium von Gerry Coenjaerts begleitet wurde, gefeiert werden.

Regionaldechant Martin Molitor dankte eingangs allen, die an den Renovierungsarbeiten beteiligt waren. Besonders hob er die edlen Spender und Sponsoren hervor, die ihr Scherflein zur Verschönerung ihrer Dorfkirche beitrugen. Er war erfreut, dass an diesem Festtag neben der Pfarrgemeinschaft auch Patrick Dondelinger von „Site et monuments“ sowie die Gemeindevertreter mit Bürgermeister Armand Mayer zugegen waren.

Er erklärte die Renovierungsarbeiten, zu denen die Dacherneuerung, die Sanierung des Gewölbes, das Verlegen neuer elektrischer Leitungen, die Instandsetzung des Hauptaltars sowie der neue Anstrich zählen, der in weißem Ton mit leuchtend roten Farbtupfern gehalten ist.

In seiner Predigt ging Martin Molitor auf die naive Frage ein, die aus Kindermund beim Vorbeigehen an einer Kirche stammen könnte: „Wat ass dann dat do fir en Haus?“ Die Kirche sei in Kinderaugen wahrlich ein Gebäude, in dem anscheinend niemand wohne noch darin arbeite. Man sagt, Gott wohne darin und manchmal kämen auch Menschen zu Besuch.

So könne man sich auch als Erwachsener die Frage stellen, welchen Zweck die Kirche erfülle. Sei sie eine Last, eine Zumutung oder ein Fragezeichen an uns Menschen? Oder gar ein Ausrufezeichen in dieser Welt? Der Kirchturm weise wie ein Zeigefinger zum Himmel und der Glockenschlag klinge wie eine Einladung. So sei die Kirche zu klein für Gott, aber zu groß für die Gemeinschaft der Dorfgläubigen. Die Kirche, auch die aus Enscheringen, sei ein Haus, das seinen Zweck erfülle, indem es die Herzen für Gott öffne und jeder einkehren könne, um sich zu besinnen und mit Gott zu reden.

Danach rief er den Segen Gottes auf den neu gestalteten Innenraum der Kirche herab. Beim anschließenden Empfang im Gemeinschaftssaal der Feuerwehr entschuldigte Bürgermeister Armand Mayer die Verzögerung der Renovierungsarbeiten, die aus verschiedenen Gründen längere Zeit beanspruchten.

Er dankte allen für die außerordentlich gute Ausführung der Arbeiten und versprach die Erneuerung der Außenfassade noch in diesem Jahr. Mit einem Ehrenwein wurde diese bescheidene und besinnliche Feier schließlich abgeschlossen.(MiNi)