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„Millefest“ stets ein Besuchermagnet

In Zusammenarbeit mit dem regionalen Tourismusbüro Ortal und dem Naturpark Our hatte das „Tourist Center“ aus Munshausen am vergangenen Sonntag erneut zum traditionellen „Millefest“ in Enscheringen eingeladen. Trotz schlechter Witterung fanden sich zahlreiche Besucher ein, um einerseits das nostalgische Flair der alten Mühle zu genießen und andererseits ein paar gemütliche Stunden zu verbringen.

Die „Rackésmillen“ wurde im Jahr 1919 von Guillaume Racké erworben. Die Mühle diente zur Mehlherstellung und noch heute dreht sich das wuchtige Mühlenrad wie eh und je. Der Mühlenbetrieb wurde im Jahr 1967 eingestellt, doch Sohn Willi Racké hielt die elterliche Mühle gut in Schuss und demnach konnte diese als erstklassiges Kulturgut der Nachwelt erhalten bleiben.

Im Jahr 2001 erwachte sie aus ihrem Dornröschenschlaf, indem das Fremdenverkehrsamt aus Munshausen, mit Unterstützung des Tourismusministeriums, dieselbe erwarb und sie in das Erlebnisprogramm des „Domaine touristique Robbesscheier“ eingliederte. Besonderes Intersse bekunden heute Schulklassen, um die Arbeit ihrer Vorfahren näher kennen zu lernen. Im Angebot steht ebenfalls ein „Gîte d’étape“, wo 18 Personen aufgenommen werden können, um erlebnisreiche Tage in der historischen Mühle zu verbringen.

Die Nostalgie anlässlich des „Millefest“ begann bereits bei der Anreise. Wie in alten Zeiten konnte man sich vom Bahnhof in Wilwerwiltz mit der Pferdekutsche abholen und nachher zum Zug zurückfahren lassen. Reges Interesse galt in erster Linie dem Funktionieren des Mahlens. Spannend war ein Rundgang durch das gesamte Mühlengebäude. Hier erklärten der erfahrene ehemalige Müller Willi Racké sowie sein junger Kollege Christian Felten gerne den Werdegang vom Getreide zum Mehl. Denn auch heute steht das Mühlenrad nicht still. Vorwiegend wird für die Spelzgenossenschaft gemahlen und Buchweizen zum Gebrauch in der Robbesscheier in Munshausen hergestellt. Im Winter läuft der Betrieb drei- bis viermal wöchentlich auf Hochtouren, im Sommer hingegen wird der Mahlvorgang für geführte Besichtigungen angekurbelt.

Im Rahmenprogramm konnte man anhand einer Fotoausstellung die Entwicklung des Bauernstandes sowie der Landmaschinentechnik von früher nachvollziehen, derweil sich die Kinder im Goldwaschen versuchten, am Springschloss tummelten oder Kreationen aus Lehm anfertigten. Luxemburger Gesteinsarten wurden ebenfalls vorgestellt, das Schustermuseum konnte besichtigt werden und für das leibliche Wohl der Besucher war auch gesorgt. (MiNi)