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Es klappert die Mühle …

Das „Millefest“ in Enscheringen war am Wochenende einmal mehr einen Ausflug wert


In Zusammenarbeit mit dem regionalen Tourismusbüro Ortal und dem Naturpark Our hatte das „Tourist Center“ aus Munshausen am Sonntag erneut zum traditionellen „Millefest“ in Enscheringen eingeladen. Zahlreiche Besucher waren denn auch dem Ruf gefolgt, um sich vom Müller hautnah erklären zu lassen, wie der Weg vom Getreide zum Mehl einst verlief.

Im Jahr 1919 erwarb Guillaume Racké die 1824 erbaute und noch heute im Volksmund als „Rackésmillen“ bekannte Mühle in Enscheringen bei Wilwerwiltz. Und noch heute dreht sich das wuchtige Mühlenrad der „Äischermillen“, auch wenn der wirtschaftliche Betrieb 1967 eingestellt werden musste.

Seit 2001 zu neuem Leben erweckt

Nachdem Sohn Pierre Racké, eine echtes Öslinger Urgestein, die elterliche Wassermühle im Jahre 1934 übernommen und sie mit den neuesten Maschinen der damaligen Technik ausgestattet hatte, wurde noch bis 1954 Brotmehl produziert, danach wurde mit Futtermitteln gehandelt. Bis 1967, wie gesagt, schließlich das wirtschaftliche Ende der Mühle gekommen war.

Dass die „Rackésmillen“ jedoch bis heute als erstklassig bewahrtes Kulturgut erhalten geblieben ist, ist derweil Willi Racké zu verdanken, der die elterliche Mühle stets liebevoll pflegte und gut in Schuss hielt. Im Jahre 2001 konnte das Gebäude daher zu neuem Leben erwachen, als das Fremdenverkehrsamt aus Munshausen das Gebäude mit Unterstützung des Tourismusministeriums erwarb und der Mühle neue Aufgaben zuteilte. Dort wo nötig restauriert, wurde die „Rackésmillen“ schließlich samt ihrer tadellos funktionierenden Produktionsanlagen in das Erlebnisprogramm des „Domaine touristique Robbesscheier“ in Munshausen integriert, um sich so zu einer echten Touristenattraktion zu entwickeln.

Dazu bei trägt vor allem das jährliche „Millefest“, das bereits seit Jahren fest im Sommerprogramm des Munshausener „Tourist Center“ verankert ist und auch am Sonntag, trotz des unsteten Wetters, erneut zahlreiche Besucher ins Kiischpelt lockte, um ein paar gemütliche Stunden in romantischem Umfeld zu verbringen.

„... alles aus dem Wasser“, und drum herum

In der Mühle selbst erklärte der junge Müller Christian Felten den Gästen denn auch gern, wie das Getreide einst zu Mehl gemahlen wurde. Eine staubige Angelegenheit, die dennoch auf reges Interesse bei den Besuchern stieß. Um auch einen Eindruck vom Leben und Arbeiten an den Gewässern des Öslings zu vermitteln, hatten die Organisatoren gemeinsam mit der Gemeinde Kiischpelt, dem Sportfischerverein aus Heinerscheid, der „Stëftung Hëllef fir d'Natur“ sowie dem Naturpark Obersauer ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm zusammengestellt, bei dem in Workshops etwa verschiedene Angeltechniken, wie zum Beispiel das Mückenfischen, oder auch die Flora und Fauna der Luxemburger Flüsse vorgestellt wurden.

Zum Mittagessen stand passend natürlich Fisch in allen Variationen auf der Speisekarte. Diverse Marktstände boten darüber hinaus ihre Artikel an, derweil „Los Figaros“ mit der musikalischen Gestaltung für gute Laune sorgte. (VON NICOLE MILBERT)