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Boden-Schatzkiste des Öslings



Alwin Geimer und zahlreiche Partner haben Gesteins- und Mineraliensammlung aus der Region zusammengestellt


Kann man mehrere hundert Millionen Jahre Regionalgeschichte im Handformat zusammenfassen? Wer dies für unmöglich hält, der wurde kürzlich von Alwin Geimer, Mitglied der beratenden Kommission des Naturparks Our und Initiator zahlreicher Projektideen, bei der Vorstellung der neuen „Geobox“ eines Besseren belehrt. Gemeinsam mit zahlreichen Partnern aus der ganzen Nordregion sowie den Schülerinnen einer 3e-G der Privatschule „Fieldgen“ hat Geimer nämlich mit der „Geobox“ eine Sammlung der überaus vielfältigen Gesteinsarten des Öslings erstellt. Eine wahrhaftige Boden-Schatzkiste für Touristen, Sammler und Naturfreunde zugleich.

Wer von Devon, Trias oder Ordovizium redet, ist meist Prähistoriker oder Fachgeologe und spricht von Ereignissen, die hunderte Millionen Jahre zurückliegen und für die meisten Menschen auf den ersten Blick wohl kaum von Relevanz sind. Und doch prägt die damalige Entstehung der Gesteins- und Mineralienschichten der Erde unsere felsige Naturlandschaft und unsere Dörfer – schließlich werden die verschiedenen Gesteinsarten seit jeher als Baumaterial genutzt – bis heute.

Eine etwas „versteckte“ Schönheit demnach, auf welche Alwin Geimer und der Naturpark Our nun zusammen mit der „Geobox“ aufmerksam machen wollen. Die „Geobox“ vereint nämlich die Proben von acht Gesteins- und drei Mineralienarten aus dem ganzen Ösling und dem nahen Grenzgebiet: Gilsdorfer Sandstein, Eifelsandstein, Wiltzer Schiefer, Quarzit von Berlé, grauer Quarzsandstein von Consthum, Dachschiefer von Martelingen, Rechter Blaustein, Coticule von Vielsalm (B) sowie Stibnit von Goesdorf, Ankerit von Stolzemburg und Milchquarz sind darin vereint.

Gesammelt wurden die Proben zum Teil von Schülerinnen einer 3e-G der Privatschule „Fieldgen“, an welcher Alwin Geimer als Lehrer tätig ist und die am Freitag in der historischen „Rackésmillen“ in Enscheringen über Entstehung und Besonderheiten der Öslinger Gesteins- und Mineralienwelt referierten. Ihnen soll es denn auch obliegen, eine Info-Broschüre zur „Geobox“ auszuarbeiten. Der andere Teil der Proben wurde derweil von den Partnern des Projekts, dem Schieferstollen aus Recht (B), dem „Musée du Coticule“ aus Salmchâteau (B), dem „Syndicat d'initative“ aus Stolzemburg (Kupfermine), dem „Syndicat d'initiative“ aus Goesdorf (Antimonmine), den „Frënn vun der Lee“ aus Martelingen (Schiefergruben), dem Naturmuseum, dem „Service géologique“ der Straßenbauverwaltung, dem „Institut géologique Michel Lucius“ sowie den Bauunternehmen Feidt, Rinnen und „Ardènnes Coticule“ zur Verfügung gestellt. Für den Vertrieb der „Geobox“ zeichnet das „Tourist Center Robbesscheier“ aus Munshausen verantwortlich.

Als Präsidenten der Naturparks Our und Obersauer, welche Projektträger der „Geobox“ sind, dankten Emile Eicher und Charel Pauly dem Initiator Alwin Geimer und seinen Mitarbeitern am Freitag für ihren Innovationsgeist, da man mit der „Geobox“ im wahrsten Sinne des Wortes einen weiteren Stein ins Mosaik des Tourismusangebots der Region einfügen wird. Auch der Kiischpelter Bürgermeister Armand Mayer und der Direktor des „Tourist Center Robbesscheier“, Norbert Thelen, schlossen sich diesen Dankesworten gerne an. (VON JOHN LAMBERTY)

Wo gibt's die „Geobox“?

Die „Geobox“ ist demnächst zum Preis von 9,50 Euro bei allen Projektpartnern erhältlich. Hauptverkaufsstelle ist allerdings das „Tourist Center Robbesscheier“ in Munshausen. Weitere Infos gibt es unter www.geobox.lu .