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Zwiegespräch im realen Echternachzimmer

Zwiegespräch im realen Echternachzimmer

Die Schriftstellerin Felicitas Hoppe und Pfarrer Dr. Ulrich Hoppe deklinierten die reale und fiktive Welt aus unterschiedlichen Blinkwinkel

Auf Einladung des Willibrordus Bauvereins und der Pfarrei Echternach gastierten im Rahmen der diesjährigen Willibrord-Oktav die Geschwister Hoppe in Echternach. Unter dem Motto "Nur Gast auf Erden : Eine Reise ins Echternachzimmer" dialogierten die preisgekrönte Schriftstellerin Felicitas Hoppe und ihr Bruder Ulrich Hoppe, Oberpfarrer der Bundespolizei, über Heilige, Bücher, das Schriftstellertum und das Priesteramt sowie über das Thema Pilgern und Reisen. Rund 80 Interessierte hatten sich im schmucken Spiegelsaal der ehemaligen Abtei Echternach eingefunden, um das kurzweilige Gespräch zwischen der deutschen Schriftstellerin und dem katholischen Priester zu verfolgen.
Ausgangspunkt der Veranstaltung war Felicitas Hoppes Roman "Paradiese, Übersee" - eine Hommage an Luxemburg und seine Geschichte(n) -, wo Echternach, der heilige Willibrord und das sogenannte Echternachzimmer als Synonym für das Paradies eine gewichtige Rolle spielen. Wenn im Roman Willibrord als Lieblingsheiliger der Hauptfiguren dekliniert wird, so gesteht die Georg-Büchner-Preisträgerin, dass der heilige Christophorus ihr Lieblingsheiliger sei. Für den früheren Inselpfarrer auf Sylt ist es der Heilige Vizelin, der - wie die Hoppes - aus Hameln stammt.
Das Publikum konnte in Erfahrung bringen, wie unterschiedlich das Wort in der Literatur und in der Religion zum Einsatz kommt. Fasziniert sind beide Geschwister von Märchen, deren "kleine Botschaften" nichts an Aktualität eingebüßt hätten. Das "Erzählen" halten die Schriftstellerin wie der Theologe für wichtig in unserer Gesellschaft. Rhetorisch einwandfrei und mit viel Humor plauderten Felicitas und Ulrich Hoppe aus ihrem facettenreichen Alltag.
Der Vorsitzende des Willibrordus Bauvereins Marc Diederich bedankte sich bei den beiden Protagonisten für ihr Kommen ins reale Echternach während Dechant Francis Erasmy die Lebensfreude der Geschwister Hoppe als besondere Bereicherung unterstrich. Beim anschliessenden Empfang im Kreuzgang hatten die Besucher die Gelegenheit den einen oder anderen Blickwinkel der Hoppes zu vertiefen. Marc Jeck