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Feierliche Investiturzeremonie des „Ordre équestre du Saint Sépulcre de Jérusalem“

Am vergangenen Samstag fand zum zweiten Mal nach 2003 eine Investiturfeier des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem in Luxemburg statt. Als Standort für diese besondere Veranstaltung wurde die Abteistadt Echternach gewählt.

Den Auftakt der Veranstaltung bildete die feierliche Vesper am Freitagabend unter dem Vorsitz von Erzbischof Mgr. Fernand Franck in der Echternacher Basilika. In diesem Zusammenhang erhielten Erzbischof Mgr. Fernand Franck und Jean Wagner als erste Personen in Luxemburg die Auszeichnung „chevalier grand-croix“ des Ordens. Zum Großoffizier wurden Emile Weitzel, Joseph Gloden und Steff Schaeler ernannt, während Abbé Robert Siebenaler den Titel des Komturs erhielt.

Den eigentlichen Höhepunkt der zweitägigen Veranstaltung bildete die Investiturzeremonie am Samstagvormittag in der Basilika. Allein durch die Präsenz der zahlreichen kirchlichen und weltlichen Würdenträger, darunter Erzbischof Mgr. Fernand Franck und Mgr. Giacinto Berloco, apostolischer Nuntius im Großherzogtum, wurde die Bedeutung dieser Zeremonie deutlich.

Bevor Abbé Claude Bache, Federico Arcelli, Joseph Faber, Geoffrey Hermanns, Philippe Krafft und René Schintgen in den Ritterorden aufgenommen wurden, forderte Erzbischof Mgr. Fernand Franck die Mitglieder in seiner Predigt, die er in deutscher, englischer, italienischer ud französischer Sprache hielt, auf, neu aufzubrechen und „in der Kraft des Heiligen Geistes ihr Leben aus dem christlichen Glauben, der Hoffnung und der Liebe zu gestalten, für das Reich Christi einzustehen und unsere Mitchristen im Heiligen Land zu unterstützen.“ Dabei betonte er: „Nicht nur werden die neuen Mitglieder heute in die Pflicht genommen, sondern wir alle.“

Unter anderem sprach er die Ritter an, sich ein Beispiel an Maria zu nehmen, deren Glaube aus einer heldenhaften und exemplarischen Treue bestand.

Der Ursprung des Ordo Equestris Sancti Sepulchri Herosolymitani (auf Deutsch: Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem) geht auf die Zeit der ersten Kreuzzüge unter Gottfried von Bouillon zurück. Im Jahr 1095, während des Konzils von Clermont, ruft Papst Urban II. die westlichen Christen auf, den Christen aus dem Osten zu helfen und die Heilige Stadt, Jerusalem, zurückzuerobern. Das Konzil beendet er mit einem Appell an die christliche Solidarität unter dem Motto „Deus lo vult“ (Gott will es).

1097 startet der erste Kreuzzug und im Jahr 1099 wird Jerusalem erobert. Gottfried erhält den Titel „Hüter des Heiligen Grabes“ und gründete den „Ordre du Prieuré de Sion“. Nachdem er anno 1100 stirbt, wird Gottfrieds Bruder, Baudoin von Boulogne, König von Jerusalem. Zu diesem Zeitpunkt machen es sich die Ritter zur Aufgabe, die Pilger zu unterstützen und die mittelalterliche Tradition des Ritterschlages am Heiligen Grabe zu empfangen.

Seit dem 13. Jahrhundert bis heute übernehmen die Franziskanermönche die Verwaltung dieser christlichen Gedenkorte und die Tradition der Ritter des Ritterordens vom Heiligen Grabe zu Jerusalem bis heute.

1848 werden alle Ritter unter dem lateinischen Patriarchat Jerusalem vereint und Papst Pius IX verleiht den Rittern vom Heiligen Grabe ein Reglement kanonischen Rechts und wird zum förmlichen päpstlichen geistlichen Ritterorden. Die Päpste haben daraufhin den Orden selbst geführt, bis Pius XII. einen Großmeister, Kardinal der römisch-katholischen Kirche, als Ordensleiter einführte.

Erst im Jahr 1996 hat Papst Johannes Paul II. dem Orden ein neues juristisches Statut gegeben und den Vatikan als offiziellen Sitz ernannt. Demnach ist der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem eine juristische Person nach kanonischem Recht und steht in einem besonderen Souveränitsverhältnis zum Heiligen Stuhl.

Die ersten Ritter der „Lieutenance du Grand-Duché de Luxembourg“ wurden im Jahr 1993 in Bouillon zum Ritter geschlagen. Heute werden etwa 30 Ritter aus Luxemburg gezählt. Insgesamt werden weltweit 22 000 Mitglieder gezählt.

Zu den wichtigsten Aufgaben des Ritterordens gehören heute die Förderung der christlichen Lebensführung der Mitglieder in der Treue zur Kirche und zum Papst. Der spirituelle Aspekt spielt dabei eine besondere Rolle.

Des Weiteren bemüht sich der Orden darum, die religiösen, wohltätigen, kulturellen und sozialen Aktivitäten und Einrichtungen der katholischen Kirche im Heiligen Land, insbesondere derjenigen des lateinischen Patriarchats durch Spenden zu unterstützen und zu fördern. Für die Mitglieder zählen ebenso der Erhalt und die Förderung des katholischen Glaubens im Heiligen Land und die Verteidigung der katholischen Rechte (besonders im Heiligen Land) zu den Missionen. (nas)