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Kläranlage Dondelingen: Baustein der Wasserwirtschaft

Nach mehreren Anläufen einigten sich die Gemeinden Simmern, Tüntingen und Kehlen im Jahre 1992, eine zentrale Kläranlage für die Gemeinde Simmern, die Ortschaften Tüntingen, Bour und Ansembourg der Gemeinde Tüntingen und für die Ortschaft Dondelingen der Gemeinde Kehlen in Dondelingen zu errichten. Abgesehen von der 1976 für lediglich 500 Einwohner errichteten Anlage in der Ortschaft Tüntingen wurde das Abwasser im mittleren Eischtal bis dato ungeklärt in die Eisch abgeleitet.

Rund drei Jahre nach dem ersten Spatenstich begrüßte Sidero-Präsident Albert Lentz Gäste und Ehrengäste, darunter Innenminister Jean-Marie Halsdorf, zur offiziellen Inbetriebnahme der Kläranlage.

Die drei Gemeinden mit zehn Ortschaften inmitten des Eischtals, einem Gebiet mit zahlreichen Quellenfassungen, hätten damit einen großen Beitrag zur Qualität des Trinkwassers, im Interesse der Umwelt, des Tourismus, der Fischerei und der Lebensqualität der Bewohner geleistet, so Albert Lentz, der die lange Anlaufphase bis zur Umsetzung skizzierte. Grund dafür war in erster Linie die Suche nach dem geeigneten Grundstück. In diesem Sinne bedankte sich der Syndikatspräsident bei den Grundstücksverkäufern, der Familie Stoltz, für ihr Verständnis und Entgegenkommen.

Als erste Ortschaften sind bereits Dondelingen und Ansembourg an die Kläranlage angeschlossen. Die Hauptdruckleitung mit ihren Pumpstationen befindet sich im Bau und bis Ende 2011 sollen die Ortschaften Simmern, Simmerschmelz, Roodt/Simmern und Greisch angeschlossen sein. Laut Kostenvoranschlag schlägt die Kläranlage mit 4,9 Millionen Euro zu Buche. Für den Bau des gesamten Kollektorennetzes sind weitere 7,9 Millionen Euro eingeplant.

Sidero-Direktor Jean Weicherding präsentierte anschließend die Technik und das Konzept der biologischen Kläranlage mit einer derzeitigen Kapazität von 3 500 Einwohnergleichwerten, die bis auf 7 000 Einwohnergleichwerte ausgebaut werden kann.

Aloyse Paulus, Bürgermeister der Gemeinde Kehlen, bedankte sich im Namen von Bürgermeisterin Marie-Josée Gressnich-Weiler (Simmern) und Bürgermeister Marcel Erpelding (Tüntingen) beim Innenminister für die finanzielle Unterstützung und beim Sidero für ihren vorbildlichen Einsatz bei dem schwierigen und langwierigen Projekt. Er bemerkte ferner, dass der lange Weg bis zur eigentlichen Umsetzung der Kläranlage alles andere als ein Paradebeispiel für schnelles Handeln in Sachen Umwelt und Nachhaltigkeit sei.

Verbesserung der Wasserqualität im Eischtal
Minister Jean-Marie Halsdorf bezeichnete die Kläranlage in Dondelingen als einen wesentlichen Baustein zur Zielsetzung des Bewirtschaftungsplans und insbesondere zur Verbesserung der Wasserqualität im schützenswerten Eischtal. Die Gesamtkosten von rund 19 Millionen werden staatlicherseits mit 90 Prozent aus dem Wasserwirtschaftsfonds bezuschusst. Auch in den kommenden Jahren müssen noch weitere Anstrengungen unternommen werden, um die Ziele des Bewirtschaftungsplans zu erreichen.

Allein im Bereich Siedlungswasserwirtschaft sind bis 2015 Investitionen von 378 Millionen vorgesehen. Mit gebündelten Kräften und wenn alle Akteure, Gemeinden, Syndikate und Verwaltungen ihr Maximum geben, dürften die Zielsetzungen auch erreicht werden, so Minister Jean-Marie Halsdorf weiter, der betonte, er werde in jedem Fall sein Maximum geben.(rfg)

Fotos: Coryse Muller