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Eine Hundertjährige in Topform

Mit einer akademischen Festsitzung, einer spektakulären Rettungsübung und der Ausstellung modernen Löschgeräts feierte die freiwillige Feuerwehr Doncols-Soller am Wochenende im Rahmen der Festlichkeiten zum Nationalfeiertag ihr 100-jähriges Bestehen. Ausgerechnet ein Großbrand war am 24. November 1911 der Auslöser für die Gründung des Korps gewesen, das sich heute dank einer engagierten und gut ausgebildeten Mannschaft in Topform befindet.

Der Großbrand in der Mühle von Soller, die den Flammen übrigens gänzlich zum Opfer fiel, hatte den Bewohnern von Doncols und Soller auf wahrlich ungestüme Weise die Bedeutung einer Löschmannschaft vor Augen geführt, und so wundert es nicht, dass sich gerade jene tatkräftigen Männer, die damals mit Eimern gegen den verheerenden Brand kämpften, sich am 12. August 1912 offiziell zur freiwilligen Feuerwehr Doncols-Soller zusammenschlossen. Dank der finanziellen Unterstützung der Gemeinde Winseler konnte die neue Wehr unter Kommandant Louis Klein bereits rasch die erste Wasserspritze mit Zubringer und Saugrohren am Bahnhof in Schleif in Empfang nehmen. Die Wintermonate nutzten die 19 aktiven Mitglieder denn auch, um sich fleißig die wichtigsten Handgriffe des Löschwesens anzueignen. Uniformen und Signalhörner und 1913 eine erste Fahne vervollständigten alsbald schon das Bild einer zeitgemäßen Wehr.

Für alle Fälle gerüstet

Die zweite Fahnenweihe im Jahr 1939 sollte allerdings das vorerst letzte frohe Kapitel in der Korpsgeschichte bleiben, legten die Wirren des Zweiten Weltkriegs die Dörfer Doncols und Soller doch wenige Jahre später in Schutt und Asche. Den Vereinsgeist konnte dennoch selbst der Krieg nicht auslöschen, sodass die Feuerwehr nach Kriegsende mit umso größerem Elan den Wiederaufstieg wagte. Ein Neuanfang, für den die 1948 geweihte Fahne geradezu zum Symbol wurde. Sie wurde denn auch erst anlässlich des 75. Jubiläums durch eine neue Standarte ersetzt, die den Verein bis heute begleitet.

Dass sich die Feuerwehr Doncols-Soller den rasanten Veränderungen und Anforderungen der vergangenen 100 Jahre stets mit Bravour gestellt hat, unterstrich am Samstag, nach Organisationsvorstandspräsident Romain Schroeder, auch Korpskommandant Marc Schmitz. Dank zeitgemäßem Einsatz- und Sicherheitsmaterial sei die Wehr heute auch angesichts der immer komplexeren und vielfältigeren Gefahrenquellen bestens aufgestellt, so Schmitz der dabei aber auch die tadellose Zusammenarbeit mit den Kollegen aus Noertringen und den umliegenden Feuerwehrkorps hervorstrich.

Die Leistungsfähigkeit der heutigen Feuerwehrmannschaften hatten die belgischen Kollegen aus Bastogne bereits am Nachmittag unter Beweis gestellt, indem sie mit ihrer Drehleiter einen havarierten Fallschirmspringer aus einer Baumkrone bargen. Auf Begeisterung stießen aber auch die Löschübung der Wehren aus Noertringen und Wiltz sowie die Vorführungen der Fallschirmspringer des „Cercle Para Lëtzebuerg“, die ihre Landungen präzise und fernab aller Baumkronen vollbrachten. In einer großen Ausstellung konnte man zudem allerlei Einsatzgerät aus dem gesamten Wiltzer Kanton begutachten.

Jubiläumsbuch vorgestellt

Neben Familienministerin Marie-Josée Jacobs, die bereits am Vorabend des Nationalfeiertags beim „Te Deum“ zu Gast war, überbrachten am Samstag u. a. auch die Gemeindevertreter um Bürgermeister Romain Schroeder, die Nordabgeordneten Emile Eicher, Ali Kaes, Jean-Paul Schaaf und Fernand Etgen, die Vertreter der befreundeten Wehren, sowie Kantonalpräsident Willy De Kroon und der beigeordnete Regionalinspekteur Albert Koob den Feuerwehrleuten aus Doncols und Soller ihre allerbesten Glückwünsche.

Kantonalpräsident Willy De Kroon hob dabei vor allem die Bedeutung von Solidarität und Kollegialität für ein gut funktionierendes Einsatzteam hervor. Weiterhin legte De Kroon den ehrenamtlichen Feuerwehrleuten aber auch nahe, den „Médico Sapeur“ sowie regelmäßig Lehrgänge und Fortbildungskurse zu absolvieren. Ferner ermunterte er das Korps, auch die Schaffung einer Jugendwehr ins Auge zu fassen.

Anschließend wurde das eigens zum Jubiläum verfasste Festbuch von Jos Emeringer vorgestellt, das zum Preis von 40 Euro erworben werden kann. Im Namen des Innenministeriums sprach abschließend auch der Abgeordnete Ali Kaes dem Jubiläumsverein seinen Respekt aus, ehe Bürgermeister Romain Schroeder der Wehr auch in Zukunft die volle Unterstützung der Gemeinde Winseler zusicherte. (VON NICOLE MILBERT)