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Der Pfingstdienstag ein Feiertag? Eine total verrückte Initiative!

Ich habe einen guten Freund. Der Josef Rütli aus der Schweiz. Und der Sepp ist Bankdirektor in Luxemburg. Und wenn alle schwarz sehen, dann sieht Herr Rütli rot. Er ist eben anders als alle andere.


Herr Rütli ist mehr als fleissig. Ist am Abend die Bank geschlossen, dann beginnt seine eigentliche Arbeit. Kontrolle auf Kontrolle. Und sollte je einmal ein Euro in der Kasse fehlen, der gute Josef Rütli würde keine Nachtruhe finden.


Doch am Sonntag gönnt sich der Rütli ein wenig Ruhe. Und eimmal im Monat haben wir unser Treffen. Dabei ärgert er sich regelmässig über die faulen Luxemburger und ich mache mich lustig über die Schweizer, die in ihrer Gier nie genug Geld einsammeln.


Wir beide ärgern uns so gerne. Darum mögen wir uns auch. Und aus dem Ärger ist eine tiefe Freundschaft entstanden.


Am vergangenen Sonntag packte mich der Schweizer Sepp so richtig am Kragen. Ja, er schrie, ich sei verrückt, aus dem Pfingstdienstag einen neuen gesetzlichen Feiertag zu machen. Meinte der doch, in der Woche müsste so gearbeitet werden, dass man den Sonntag verdiene.Und würde man als junger Mensch fleissig arbeiten, könnte man im Alter mit ruhigem Gewissen das Leben geniessen. Und der freie Samstag sei wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen. Ja, mein lieber Henri, wir in der Schweiz haben noch die 44 Stundenwoche, und wenn der Arbeitgeber mehr verlangen würde, dann würden wir eben noch länger arbeiten.


Worauf ich ihm so richtig ins Gesicht schmiss "Und wenn du dich kaputt gearbeitet hast und tot umfällst, dann wird man dir aufs Grabstein schreiben "Hier ruht der brave Josef Rütli". Und alle werden sagen " wirklich traurig, dass der gute Sepp vor seiner Pensionierung ins Gras beissen musste"!


Und dann kam meine ganz große Stunde. In der ich dem Schweizer Josef Rütli verständlich machte, dass man gerade in jungen Jahren das Leben geniessen sollte. Und sich bewusst werden, wie schön die Welt ist!


Bei buntem Treiben mitmachen. So am Pfingstdienstag an der Springprozession in Echternach. Und einen erholsamen Spaziergang durch die Altstadt in Luxemburg. Und froh und glücklich über die so herrlichen nationalen Kulturgüter zu sein, die in Luxemburg UNESCO Weltkulturerbe sind.


Derartige glückliche Stunden braucht der Mensch im Laufe des Jahres. Und darum, lieber Josef, trete ich dafür ein, dass der Pfingstdienstag in Luxemburg ein gesetzlicher Feiertag wird.


Danach ist wieder Alltag, Danach wird wieder gearbeitet. Danach ist wieder Schule für unsere Kinder und Kindskinder.


Der Josef Rütli verstand mich nicht. Und beim Abschied sagte er mir "es ist ein riesiger Irrtum zu glauben, dass Faulheit die Glieder stärke! Gottseidank, deine Petition hat keine Zukunft"!


Nun, der Josef Rütli wird noch staunen, denn die Petition für einen freien Pfingstdienstag hat echte Zukunft! In Luxemburg!