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Die Kehrseite der Medaille.

Replik zum Bericht im LW betr. eine Informationsversammlung in Moutfort.

In der Informationsversammlung zu Fragen zur Polizeireform in Moutfort am 7. Juni 2016 scheint der Berichterstatter nur bis vor den Fragen der Bürger anwesend gewesen zu sein und hiervon eine ziemlich präzise Berichterstattung abgeliefert zu haben. Das Alles war auch schon vor der Versammlung bekannt.
Zum weiteren Verlauf der Versammlung, hier nun folgende Berichterstattung.
Anschließend präzise Fragen nach dem was denn nun wirklich geschehen soll, wurden nur vage beantwortet und Vieles blieb im Ungewissen.
Das gelieferte Zahlenmaterial konnte den Nachfragen nicht standhalten oder waren nur teilweise korrekt aufgeführt. So werden über 50% mehr Neueinstellungen notwendig sein als angegeben um die natürlichen Abgänge zu kompensieren, womit die angestrebte Aufstockung bereits Makulatur sein dürfte. Mit der angekündigten Verdoppelung der Dienstzeit wird sich die Zahl der gleichzeitig zur Verfügung stehenden Beamten wieder halbieren um jedoch eine ums dreifache zu deckende Fläche mit der vierfachen Bevölkerungszahl zu bedienen.
Werden dann noch Urlaubstage, Krankmeldungen sowie die ständig zunehmenden Freistellungen für Dienste außerhalb des neuen Kommissariats in Betracht gezogen, ja dann kann noch kaum jemand sich vorstellen wie auf diese Art und Weise eine effizientere Polizeiarbeit erreicht werden kann. Die nun angekündigten Rekrutierungszahlen geben sicher keinen Anlass zu einer Verbesserung oder Erhöhung der aktuellen Personaldecke.
Betreffend die Befugnisse und die Finanzierung der ebenfalls vorgeschlagenen ‚Agents Municipaux‘ konnten ebenfalls nur Andeutungen gemacht werden. Werden diese in jeder Gemeinde tätig werden, sollen diese nur Wochentags im Einsatz sein und können diese über die Gemeindegrenzen hinaus eingesetzt werden? Dass die zu erwartenden Einnahmen derer Tätigkeit die wahrscheinlich für die Gemeinden entstehenden Kosten decken sollen, wie Minister Schneider es bemerkte, dürfte jedoch höchstens als uneffektive Beruhigungspille dienen. Es besteht auch hier noch jede Menge Klärungsbedarf.
Fragen zum Standort beziehungsweise zum Kommissariatsgebäude konnten gar nicht beantwortet werden, außer dass sich vorläufig an den jetzigen Standorten noch nichts ändern wird. Sollten dies die ersten Reformschritte ab nächstem Oktober sein, dann dürfen wohl berechtigte Zweifel am Erfolg der geplanten Umstrukturierung erlaubt sein. In wie weit das vorgesehene ‚guichet électronique‘ zu einer reellen Entlastung im Bürobereich führen wird und alle Bedürfnissen, besonders der älteren Bevölkerungsschichten gerecht werden wird, bleibt ebenfalls noch abzuwarten.
Zu Beginn der Versammlung rückwärtsgewandte Hiebe des Ministers von wegen einer vor Jahren nur halbherzig durchgeführten Polizeireform gelegentlich der damaligen Fusion bringen wohl auch niemanden weiter. Abschließend waren sich die etwa 70 Teilnehmer der Bürgerversammlung ziemlich einig, dass die jetzige Situation mit einer bemerkbaren Personalaufstockung wohl eher zur Verbesserung der Polizeiarbeit führen wird, als die mit etlichen Fragezeichen behaftete Zusammenlegung bei der es für eine größere Anzahl Bürger zu längeren Distanzen zur bislang noch nicht definierten neuen Dienststelle geben wird.
Zusatzinformation zum Bericht von (MD) im Luxemburger Wort vom Dienstag, 14. Juni 2016, Seite 63 betreffend die geplante Reform der Polizei.