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Kopfteil des „Schangskräiz" wurde nach einer Beschädigung restauriert.


Nach einem Unfall, bei dem der Kreuzkopf von der Säule herunterfiel und beschädigt wurde, musste das Bekrönungsteil restauriert werden. Dieses Wegkreuz, in Consdorf, nahe dem früheren Postgebäude in der „ rue de la Gare „ errichtet, wurde 1831 erstellt.

Ursprünglich stand das Kreuz an der Hauswand des Besitzes gen. „ a Schangs “, wo eine alt-eingesessene Consdorfer Familie, damals auf Nr. 16, in der Bahnhofsstrasse ihren Wohnsitz hatte. Dieses Sandsteinkreuz wurde früher in der Ortschaft als " Schangskräiz " bezeichnet, leitet seinen Namen vom Hausnamen „ a Schangs „ ab. Das Kreuz wechselte gegen 1980 seinen Standort in Richtung des neuen Postgebäudes, wo es dann an eine Gartenmauer angelehnt war. Der heutige Standort befindet sich neben der Haltestelle, beim ehemaligen Postgebäude in Consdorf, vor einem im Jahre 2004 erbauten Appartmentgebäude. Jahre nach dem Kriege hatte das Kreuz noch einen hellblauen Anstrich.

Heute ist das Kreuz im Besitz der Gemeindeverwaltung, welche auch die Initiative ergriff das beschädigte Bekrönungselement, nach dem Unfall restaurieren zu lassen. Das Kreuz befindet sich in einem sehr guten Zustand. Bekrönungsteil, Säule sowie Sockel sind Teile des ursprünglichen Kreuzes, der Stein ist von einer härteren Qualität. Der Meißel Hieb ist sehr fein, auffallend sind die Verzierungen, die sog. Randornamente am ganzen Aufbau des Kreuzes. Die Dreizahl der Engelsfiguren an der Stirnkante fehlt nicht.

Als Anfertiger oder vielmehr Steinhauer kommt der Kreuzermacher Schergen aus Godbringen oder eher Jean Bauler aus Consdorf in Frage.

Die Darstellung auf dem Kopfstück ist ohne weiteres als Stations-Szene zu erkennen. Eine nähere Betrachtung bedingt die Annahme, dass es sich um die 5. Kreuzwegstation handelt: Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen.

Der Schaft zeigt die typisch Luxemburger Struktur: Dem Prisma ist ein schöner, sich leicht verjüngender ionischer Wandpfeiler vorgesetzt. Die Säuleninschrift lautet:

NICOLAS

ZITGER

ANNA

CLEMENS

Die Eheleute Nicolaus Zittinger geb. am 10. Oktober 1793 in Weyer und Anna Clemens geb. am 10. August 1800 in Consdorf heirateten am 09. Mai 1820 in Consdorf. Sie bewohnten das Bauernhaus an welches dieses Wegkreuz angelehnt war; Beide beauftragten auch den Kreuzermacher dieses Wegkreuz zu erstellen. Das Ehepaar hatte 5 Kinder, der älteste Sohn geb. am 05. März 1821 in Consdorf und im Geburtenregister als Mathias Zettinger eingetragen heiratete am 21. Februar 1842 Marie Catherine Reckinger, geb. am 14. Mai 1818 in Koedingen. (A)

Auf dem Schaft, welcher sich unten leicht erbreitert, finden wir das Herz Mariens mit drei Nägel und das große Christusmonogramm mit dem hohen Kreuz auf dem mächtigen Mittelbalken des „ H „. Mit der Kurzform für IHESUS, In Hoc Signo, In Hoc Salus, In Honores Iesus Hominum Salvator, populär Iesus Heiland Seligmacher, wurde immer, auch auf Amuletten, ein magischer Namenszauber getrieben. Wahrscheinlich bedeutete das Siegel zuerst Iesos Huios Soter (Jesus, Sohn, Erlöser). Die Jesuiten, die von diesem Kürzel ausgiebig Gebrauch machten, deuteten den Namenszug: Iesum Habemus Socium = Wir haben Jesus als Genossen.

Die Restauration des beschädigten Bekrönungsteil ist sehr gut gelungen. Die angebrachte Verbindung von Kopfteil und Schaft zeugt von großer Kenntnis der Werkstatt bei der Restauration von Wegkreuzen. Möge diese Restauration als Anregung dienen, die zahlreichen Wegkreuze auf dem Gebiet der Gemeinde Consdorf zu restaurieren und zu erhalten. (FSa)

(A): Diese Daten stammen aus dem Familienforschschungszentrum luxroots.com