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„Buspendeldienst nach Rives de Clausen wurde praktisch zur öffentlichen Dienstleistung“

Betreiber der Gaststätten sehen Anpassung der „City Night Bus“-Strecke oder Ticketverkauf als mögliche Lösungen / Bei Umfrage der Stadt Luxemburg ist iPad zu gewinnen

Nachdem sich der hauptstädtische Schöffenrat kategorisch gegen eine Beteiligung der Stadt Luxemburg an der Finanzierung des abendlichen Buspendeldienstes zum Vergnügungsviertel Rives de Clausen ausgesprochen hatte, bezogen gestern die Betreiber der Gaststätten Stellung. „Wir wollen keine finanzielle Beteiligung der Stadt“, sagte der Betreiber der Brauerei, Serge Libens. Zu den möglichen Lösungen gehören laut Libens eine Anpassung der „City Night Bus“-Strecke oder die Einführung eines Ticketverkaufs. Man wolle – wie schon seit Monaten – weiter mit der Stadt Luxemburg diskutieren.

Zwischen 180 000 und 200 000 Euro kostet der vom Glacis abfahrende Buspendeldienst die Betreiber der Gaststätten pro Jahr. „Jeden Monat zahlt jeder von uns 2 000 bis 3 000 Euro dafür. Die Kosten werden langsam untragbar“, sagt Thierry Abondance, Betreiber des „Agua de Côco“. Serge Libens spricht sogar von einer „Ungerechtigkeit“, weil viele andere Gaststätten außerhalb der Rives de Clausen ebenfalls vom Buspendeldienst profitieren würden, ohne sich aber an der Finanzierung beteiligen zu müssen. Manche Besucher würden z. B. im Tal nach Feierabend etwas trinken und sich dann in ein Restaurant in die Oberstadt begeben. Viele würden auch eine Kneipen-Tour durch verschiedene Stadtviertel unternehmen – z. B. von der Oberstadt nach Clausen und dann in den Stadtgrund. „Der Buspendeldienst wurde praktisch zur öffentlichen Dienstleistung“, meint Serge Libens.

Anpassung des „City Night Bus“als Lösung?

Eine mögliche Lösung wäre, dass die Stadt den Streckenverlauf des „City Night Bus“ anpasse – vor allem der Abschnitt Richtung Cents sei überflüssig, hieß es gestern. Einer der vier schlecht ausgelasteten „City Night Busse“ könne für die Strecke Glacis-Clausen genutzt werden. „Das würde die Stadt Luxemburg nicht einen Cent mehr kosten“, so Serge Libens. Eine andere Möglichkeit wäre die Einführung eines Bustickets, z. B. zum Preis von einem Euro. Bei den derzeit rund 150 000 Benutzern pro Jahr wäre der Buspendeldienst damit fast finanziert. Das Angebot werde jedenfalls fortgesetzt. Dass der Pendeldienst zum 1. Juni eingestellt werden sollte, was die Stadt Luxemburg bedauert hatte, hätten die Betreiber nicht offiziell oder schriftlich erklärt – es könne aber sein, dass in einem Gespräch eine dahingehende Äußerung gefallen sei, so die Gaststättenbetreiber. Diese nutzten gestern die Gelegenheit, um darauf hinzuweisen, dass durch die Rives de Clausen nicht nur 120 Netto-Jobs geschaffen worden seien, sondern auch das Nachtleben an Attraktivität und Sicherheit gewonnen habe. Von Verkehrschaos könne heute nicht mehr die Rede sein. Die Staus bei der Brücke zum Parkhaus seien derzeit durch die Baustelle bedingt, die noch etwa zwei Jahre dauere. Angeregt wurde gestern das Aufstellen von „intelligenten“ Ampeln, die sich an das jeweilige Verkehrsgeschehen anpassen. Dies sei vor allem nach der Sperrstunde um drei Uhr morgens erforderlich, wenn Hunderte Besucher von der Polizei aufgefordert werden, die Lokale zu verlassen. Dann komme es zu Warteschlangen im Parkhaus und andere Besucher würden – zum Teil auch lärmend – auf den Buspendeldienst warten, der dann punktuell überlastet sei. Erneut forderten die Gaststättenbetreiber deshalb eine Verlängerung der Sperrstunde auf sechs Uhr morgens, so wie es in mehreren anderen Stadtvierteln der Fall ist.

Pünktlich zur Pressekonferenz der Betreiber verschickte die Stadt Luxemburg gestern eine Pressemitteilung, um auf eine Umfrage hinzuweisen, die seit Anfang dieser Woche durchgeführt wird.

Umfrage im Internet und an angesagten Stellen

Dabei geht es um die Mobilitätsgewohnheiten der Personen, die sich abends in der Hauptstadt aufhalten und insbesondere um den öffentlichen Transport. Ziel dieser Umfrage, die im Internet auf http://ipad.vdl.lu sowie an den beiden kommenden Wochenenden von Hostessen an den angesagten Stellen der Stadt durchgeführt wird, ist es, „die Gewohnheiten und Bedürfnisse der Bürger und Besucher der Hauptstadt zu analysieren, um die Dienstleistungen des öffentlichen Transports anschließend verbessern und besser anpassen zu können“ – ein Ziel also, das sich mit einem der Lösungsansätze der Gaststättenbetreiber deckt. Wer an der Umfrage teilnimmt, kann ein iPad gewinnen. (raz)