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Ein luxemburgisches Märchen in Berlin

Luxemburg Ehrengast beim Festakt in Erinnerung an den "Hauptmann von Köpenick"

Im Rahmen des 110. Jahrestages der bekannten Köpenickiade, die am 16. Oktober 1906 im Rathaus von Köpenick stattfand, hatte das Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin kürzlich zu einem symapthischen Festakt an jene historische Stätte eingeladen, wo die Parodie auf die Kultur der Uniformierten durch den Schuster Wilhelm Voigt (1849-1922) inszeniert wurde. Dabei standen insbesondere die Verbindungen zwischen dem "Hauptmann von Köpenick" und Luxemburg im Fokus. Seinen Lebensabend verbrachte der aus Tilsit stammende Wilhelm Voigt nämlich in der Stadt Luxemburg, wo sich auch die Grabstätte des "deutschen Eulenspiegel des 20. Jahrhunderts" (Carl Zuckmayer) befindet.


In seinem Vortrag "Der Hauptmann von Köpenick : (k)ein luxemburgisches Märchen?" konnte der Historiker Marc Jeck einige Stationen aus den Luxemburger Jahren (1909-1922) des Wilhelm Voigt aufzeichnen und viele eher unbekannte Anekdoten aus dieser Zeit einem interessierten Publikum präsentieren. Von seinem ersten Auftritt in der "Villa Louvigny" im Mai 1909 über sein Einzug in die Wohnung der Witwe Blum bis hin zu seinem letzten Gang zum Liebfrauenfriedhof wurden die verschiedenen biographischen Stationen aufgelistet.

Neben vielen Persönlichkeiten, u.a. der bekannte deutsche Politiker Gregor Gysi, konnte Bezirksbürgermeister Oliver Igel die Leiterin der Kulturabteilung in der Luxemburger Botschaft Ann Muller begrüßen. Beim anschliessenden Empfang wurde den Luxemburger Ehrengästen erzählt, dass ein Köpenicker Stadtführer die gleiche Nummer als Autokennzeichen benutzt wie einst Wilhelm Voigt, der ab 1913 ein Zweisitzer in Luxemburg besass. Auch ist die Grabstätte auf dem Liebfrauenfriedhof nahe dem Schobermessplatz, wo bereits zu Lebzeiten Voigts Verwandlungskünstler den "Hauptmann von Köpenick" imitierten, in der neuen Ausstellung ‘Der Hauptmann von Köpenick: Vom Sträfling zur Legende’ im Köpenicker Rathaus thematisiert.

+ Foto :Historiker Marc Jeck, Ann Müller, Leiterin der Kulturabteilung der Luxemburger Botschaft und Gregor Gysi waren Ehrengäste in Köpenick. FOTO: CLAUDE KOHNEN