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D'Mamm besicht hir Kanner um Cents


Im Rahmen des 350. Jubiläums der Erwählung der Trösterin der Betrübten zur Stadtpatronin verlässt die Statue 17 mal ihre Heimstätte, die Kathedrale von Luxemburg, um die Pfarreien und Gemeinschaften der Stadt Luxemburg zu besuchen. In einer speziell gezimmerten Vitrine und in einem für diese Gelegenheit umgebauten Minibus reist das Gnadenbild in diesen Monaten an die Peripherie unserer Hauptstadt.
Am vergangenen Samstag machte die Stadtpatronin Station in der jüngsten Pfarrei der Stadt Luxemburg, in Fetschenhof-Cents. Kommunionkinder, Ministranten, Pfadfinder und viele Gläubige des Hauptstadtviertels geleiteten die 73 cm große Statue der Trösterin der Betrübten in die Heilig-Geist-Kirche. Mit dem Muttergotteslied "Ech gréissen dech, léif Jesusmamm" aus der Feder von Theodor Decker, das von der Chorale Ste Cécile Fetschenhof-Cents unter der Leitung von Noémie Desquiotz-Sunnen interpretiert wurde, wurde der hohe Gast in der Heilig-Geist-Kirche begrüßt. Es sei ein emotionaler Moment, wenn die Stadtpatronin ihren Gnadenthron verlasse, um die Menschen in jener Stadt zu besuchen, die die Muttergottes am 10. Oktober 1666 zur Stadtpatronin erwählte, so Dompfarrer Henri Hamus zu Beginn der Feierlichkeiten. "Et ass d'Mamm, déi no hire Kanner kucke kënnt", sagte der Initiator der "peregrinatio" der Stadtpatronin Henri Hamus.

"Es ist faszinierend zu sehen, welche Ausstrahlungskraft von der Statue ausgeht, die seit über 350 Jahren in Luxemburg verehrt wird", so Marc Jeck bei seinem anschließenden Vortrag zur Geschichte der Verehrung der Consolatrix Afflictorum. So wie die Verehrung "gutt Lëtzebuerger Art" sei, wie es in einem Text von Willy Goergen heißt, so ist es auch gute Luxemburger Art, die Liebe zur Muttergottes in Musik und Gesang zu giessen. Deshalb hat der Centser Kirchenchor rund um Noémie Desquiotz-Sunnen eigens bekannte und unbekannte Marienhymnen einstudiert, die ins Epizentrum der Muttergottesverehrung in Luxemburg führen.
Während die Kinder unter Anleitung von Julia Michels einen Blumenkranz flochten, den sie anschliessend vor das Gnadenbild brachten, konnten die Besucher die Statue mit ihren Attributen wie Stadtschlüssel, Herz, Zepter und Krone aus der Nähe betrachten. Bei ihrem Besuch in Cents war das Gnadenbild in chinesische Seide gehüllt - eine Stiftung des aus Stadtgrund stammenden Ingenieurs Eugène Ruppert, der lange Jahre in China arbeitete und lebte.
Am Nachmittag standen Krankensalbung, Kindersegnung, Meditation der "Fraen a Mammen" sowie ein Vortrag zur Geschichte der Statue auf dem Programm. Ein feierlicher Gottesdienst am Abend zu Ehren der Trösterin der Betrübten rundete den Besuch des hohen Gastes im Hauptstadtviertel ab.