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Generalversammlung 2020 des Sängerbond Brouch


Generalversammlung 2020 Sängerbond Bruch – Rückblick und Ausblick

Zur diesjährigen Generalversammlung des Sängerbond Brouch begrüßte Vereinsmitglied Christiane Kohl-Bausch ganz herzlich Pfarrer Joël Santer, Schöffe Claude Mathekowitsch - entschuldigt hatte sich Bürgermeister Frank Conrad - und die Sängerinnen und Sänger des SBB.

Sie dankte den Chormitgliedern für das Geleistete im vergangenen Jahr, bekundete den Aushilfedirigenten Roger Ries und André Wio herzlichen Dank, ebenso dem Gemeinderat Helperknapp für die jährliche, finanzielle Unterstützung.

Lobesworte gingen auch an Vereinsmitglied Michel Ries, der schon seit Jahren für das Abhalten der Generalversammlung seine Scheune „a Braken“ zur Verfügung stelle. Dieser, mit raren, antiken landwirtschaftlichen Geräten, Arbeitsmaschinen und anderen Erinnerungsstücken ausgeschmückte Raum biete den idealen Rahmen für die Jahrestagung des mittlerweile 105 Jahre alten Sängerbond Brouch. Die ausgestellten ruralen Utensilien und Relikten dienen heute vortrefflich als stumme Zeugen der früheren, harten Arbeit der Dorfbauern.

Sekretär Henri Bausch belichtete die Aktivitäten des Gesangvereins im Verlaufe des letzten Jahres. Wenn der Sängerbond Brouch noch vor wenigen Jahren mit seinen traditionellen Theateraufführungen und seinen gefälligen weltlichen Konzerten jedes Mal viele Vokalmusikliebhaber von hie und da begeistern konnte, so legt der 105 Jahre alte Verein heute all seine Kraft in das Verschönern der Gottesdienste durch geistliche Vokalmusik in der Bricher Kirche anlässlich der Hochämter und der Begräbnismessen und sonstigen Gottesdienste, eine ehrenvolle Mission, welcher sich die Sänger mit Liebe und Freude bemühen, gerecht zu werden.

So gestaltete der Chor im vergangenen Jahr gesanglich u. a. die Hochämter, eine Hochzeitsfeier, eine Radiomesse, 7 Begräbnismessen und organisierte zusammen mit Nachbarchören die Feier der Oktavpilgermesse für die großräumige Pfarrei Äischdall-Helpert.

Leider sei die Zeit längst verflossen, so der Sekretär weiter, wo jeder Dorfkirchenchor noch über eine stattliche Zahl von Sängern verfügte, sogar in größeren Stadtkirchen seien die Kirchenchöre bis auf ein Minimum geschrumpft. Eine rezente gesellschaftspolitische Neuerung, sprich „Trennung von Kirche und Staat“ habe mit der Wucht eines Fallbeiles bewirkt, dass jetzt, nach nur 2 Jahren, einige Kirchen des Landes nicht mehr für den Gottesdienst benutzt würden, teils schon entweiht seien; nach Aussagen von Experten sähe man aber zur Zeit lediglich die Spitze des Eisberges; die negativen Folgen dieses, den praktizierenden Katholiken aus den früheren kleineren Pfarreien des Landes genickbrechenden Gesetzes, seien wohl in absehbarer Zeit nicht nur, dass das jedermann geläufige Mahnwort „Maach datt d’Kierch am Duerf bleiwt“ in seinem wahrsten Sinne auf taube Ohren stoßen werde (im Klartext: die unschuldigen, von unseren Vorfahren mit Liebe und unsäglicher Entbehrungen, Hingabe und Aufopferungskraft erbauten, prachtvollen Gotteshäuser werden früh oder weniger früh durch diese ominöse Staatsverordnung ihrer eigentlichen und ursprünglichen Bestimmung beraubt), sondern auch und folglich das Verschwinden des guten, bewährten Dorfkirchenchores, Hüter einer alten Dorfkultur.

Aber, man sollte als Sänger des Dorfkirchenchores nicht darum den Kopf hängen lassen, sondern konsequent den Idealen und Plichten eines Kirchenchorsängers nachgehen, welche vor vielen, vielen Jahren die Chorgründer mit Liebe und Vertrauen in ihren Vereinsstatuten festschrieben. Die jetzige Generation habe nicht das Recht, in dieser Sache „d’Klëppele bei d’Tromm ze leeën“, so der Kommentator weiter.

Ein anderer Sachverhalt, welcher zur Sprache kam, war die seit dem 1. Januar 2020 gültige Tarifordnung für die Erzdiözese Luxemburg. Sekretär und Organist Henri Bausch befasste sich mit dem heftigen Unterschied zwischen z. Bsp. einer Begräbnismesse ohne Orgel (75€) und einer solchen mit Orgel (125€). Da er in seinem Heimatdorf Brouch schon als langjähriger Organist den Organistendienst gratis versehe und dieser Benevolat-Praktik auch noch künftig nachgehen möchte, hielt er darauf und schlug vor, das Honorar von 50€ für Begräbnismessen nicht ihm zukommen zu lassen, sondern dieses Geld zum Zwecke der regelmäßigen Wartung der Orgel in Brouch, in einen adäquaten Budgetartikel der Kirchenfabrik der Gemeinde zu transferieren.

Zur Besetzung des vakanten Präsidentenpostens konnte sich kein Chormitglied bewegen lassen. Bei der Erneuerung des Vorstandes schlug die Versammlung vor, die bisherigen Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern zu belassen.

Kassierer Michel Ries legte eine klar strukturierte und gut übersichtliche Bilanz des Jahres 2019 vor.

Im Endeffekt verbleibt dem Verein Ende 2019 ein positiver Überschuss von 24.447,41 €.

Die Kassenrevisoren Christiane Kohl-Bausch und Josée Pesch-Winandy bestätigten dem Kassierer eine gute und ehrliche Verwaltung der Vereinsgelder und baten die Versammlung, dem Kassenmann Entlastung zu erteilen, was dann auch durch Akklamation geschah.

Bei der allgemeinen Aussprache befasste man sich u. a. mit der sanglichen Mitgestaltung der kirchlichen Hochzeitsfeiern. Wenn schon der Chor zum Mitmachen bei solchen Feierlichkeiten durch die Hochzeitsleute beauftragt sei, dann gehöre es zum Mindestrespekt dieser, der Sängergruppe, wenn nicht eine finanzielle Erkenntlichkeit, dann doch zumindest ein kleines, kostenloses „Dankeschön“ zukommen zu lassen.

Was das Programm für das Jahr 2020 betrifft, so wurde auf das Singen der Radiomesse am Ostersonntag hingewiesen sowie an die Pilgermesse bei der Renterterkapelle am 29. Mai.

Nach wie vor steht der Chor zur Verfügung für die Sonntags-, Feiertags- und Begräbnismessen.

Die Sänger fühlen sich auch geehrt, bei selbigen Anlässen in den Nachbarchören ihren Beitrag zu leisten, erfreuen sich dagegen an der Aushilfe der Mitglieder der umliegenden Kirchenchöre bei Gottesdiensten in der Kirche zu Brouch.

In einer Schweigeminute gedachte die Versammlung zweier im letzten Jahr verstorbenen Personen, Félicie Urbes-Schütz, aktive Sängerin während mehreren Jahren im Sängerbond Bruch sowie Jean Milmeister, Ehemann des aktiven Chormitglieds Thérèse Milmeister-Bernotte.

In seinem Schlusswort griff Pfarrer Joël Santer das Thema „Trennung von Kirche und Staat“ wiederum auf und rief allgemein zum Nichtverzagen auf, sogar wenn jahrhundertealte Traditionen der Kirche und in der Kirche durch das neue Gesetz leider nicht mehr beibehalten werden könnten.

Schöffe Jean-Claude Mathekowitsch von der Gemeinde Helperknapp sprach dem Chor Aufmunterungsworte zu und dankte für den nicht nachlassenden steten Einsatz der Sängerinnen und Sänger des Bricher Sängerbond im Interesse des kirchlichen Dienstes im speziellen und der Förderung der traditionellen Kultur im Bricher Dorf. - hb