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Ein Nistplatz für Meister Adebar

Bous.Lange war der Weißstorch als Brutvogel in Luxemburg verschwunden. Seit einigen Jahren brütet nun wieder das ein oder andere Storchenpaar im Süden unseres Landes. Auch im benachbarten Lothringen gibt es in der Nähe von Thionville (Frankreich) ein kleine Kolonie brütender Weißstörche, wo die Zahl der Brutpaare seit einigen Jahren kontinuierlich zugenommen hat. Eine erfreuliche Entwicklung, dass ein, als Brutvogel schon in Vergessenheit geratener Vogel wieder in unserer Großregion heimisch wird. Leider sind Meldungen von Tier-oder Pflanzenarten, die immer seltener werden oder gar ganz verschwinden eher an der Tagesordnung, was die erst kürzlich vorgestellte Aktualisierung der Roten Liste der Brutvögel Luxemburgs eindrücklich untermauert.

Der positive Entwicklung beim Weißstorch zeigt, dass es auch Ausnahmen zum momentan leider negativen Trend bei den Brutvogelarten gibt. Die Renaturierung der Alzette zwischen Schifflingen und Noertzingen mit ihren Feuchtwiesen wurde von durchziehenden Weißstörchen schnell als Zwischenstopp auf ihrem Weg nach Norden genutzt. 2013 kam es dann zur ersten Brut mit zwei ausfliegenden Jungvögel.

Als die Nachricht kam, der Netzbetreiber CREOS würde eine Mittelspannungsleitung auf dem Territorium der Gemeinde Bous stilllegen, kam in der lokalen Umweltkommission die Idee auf, den ein oder anderen Strommasten fortan als Storchenmast mit einer Brutplattform zu nutzen.

Die Luftlinie nur wenige Kilometer entfernt liegende Kolonie bei Thionville, sowie das sich als Storchenlebensraum anbietende Tal zwischen Ellingen, Erpeldingen, Bous und Stadtbredimus sind gute Voraussetzungen für eine Ansiedlung dieses imposanten Vogels.

Die Gemeindeverantwortlichen standen der Idee positiv gegenüber und so kam es zu ersten Kontakten mit dem Netzbetreiber CREOS. Zwei Masten in der Nähe von Erpeldingen wurden ausgewählt und von der Gemeindeverwaltung übernommen.

Nachdem die Umweltkommission dem technischen Dienst der Gemeinde die Pläne für das Anfertigen einer Nestplattform zukommen gelassen hatte, wurden diese Anfang 2019 in der Gemeindewerkstatt zusammengeschweißt und mit einem Weidegeflecht versehen, welches am Eisen befestigt wurde.

Ende März war es dann soweit!

Mit einem Kran wurden die beiden Nistplattformen hochgehoben und alsdann von einem sich auf einer Hubarbeitsbühne befindlichen Mitarbeiter des technischen Dienstes am Querbalken des Betonpfostens befestigt.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die nach dem Winter aus Afrika zugekehrten Weißstörche ihre Nistplätze schon besetzt, sodass in diesem Jahr nicht mehr damit zu rechnen war, dass unsere Nistplattformen besetzt werden würden.

Mit Spannung schauen wir deshalb auf das Frühjahr 2020, wenn die Weißstörche aus Afrika zurückkehren. Werden wir nächstes Jahr schon ein brütendes Storchenpaar in der Gemeinde Bous haben oder wird es noch dauern?

Die Voraussetzungen sind jedenfalls geschaffen und mein Dank geht noch einmal an alle, die an diesem Projekt mitgearbeitet haben oder es unterstützten. (Robert Bour Präsident der Umweltkommission)