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Jubilarenehrung in der Stauseegemeinde - Jean Majerus aus Böwen feierte seine 90 Lenze

Neulich hatte der Schöffenrat der Stauseegemeinde die Ehre und die Freude einem Einwohner der Gemeinde für seinen 90. Geburtstag zu gratulieren. Dieses Mal führte der Weg nach Wiltz ins Altenwohnheim „Geenzebléi“, zu Herrn Jean Majerus.

Bürgermeister René Michels, umgeben von den Schöffen Nico Majerus und Francis Schon überbrachte dem Jubilar die Glückwünsche der Gemeinde und beleuchtete seinen facettenreichen Lebenslauf. Jean Majerus, genannt „Thille Jäng“ wurde am 15. Februar 1927 in Böwen geboren, Sohn der Eheleute Emile Majerus und Josephine Lutgen. Seine Kinder- und Jugendjahre verbrachte er auf dem elterlichen Hof in Böwen, einem kleinen idyllischen Ort im Ösling, dort wo jeder jeder kannte, wo sich die Menschen in der lokalen Molkerei, in der Kirche, in Wald und Flur und in der „Uucht“ trafen. Aber plötzlich war dies Idylle vorbei als die Wehrmacht einrückte und das Land besetzte. Generalstreik, allgemeine Wehrpflicht, Arbeitsdienst und schlussendlich die Ardennenoffensive diktierten das Tagesgeschehen. Auch der „Thillenhof“ war betroffen und zwei der Brüder von Jean Majerus, Guillaume und Francis wurden zwangsrekrutiert bzw. kamen in den Arbeitsdienst. Nach dem Ende dieser schrecklichen Jahre ging das Leben weiter und man machte sich an den Wiederaufbau, es gab viel Arbeit, nicht nur auf dem Bauernhof. Am 28.12.1965 gründete Jean Majerus seine eigene Familie und vermählte sich in Bögen mit Anne-Thérèse Cannar, ebenfalls aus Bögen gebürtig. Aus dieser Ehe entsprossen 1 Sohn und 2 Töchter. Den Lebensunterhalt der Familie verdiente Jean Majerus durch seinen landwirtschaftlichen Betrieb und machte die rasante Entwicklung der Technik auf diesem Gebiet mit. So erlebte er zum Beispiel den Wandel von der Sense, über den Mähbalken bis zum Rotormäher oder die Entwicklung vom Pferdegespann bis zum pferdestarken Traktor. Neben dem Berufsleben stellte er sich ebenfalls mit viel Einsatz in den Dienst seiner Mitbürger und des Vereinslebens seines Heimatdorfes. Jean Majerus war aktives Mitglied der freiwilligen Feuerwehr, Vorstandsmitglied der lokalen Fischerei und Jagdsyndikate, der damaligen lokalen Raiffeisenkasse, der Kirchenfabrik, sowie den Orgelfreunden aus Böwen.
An sich war es eine interessante und spannende Zeit, so René Michels weiter, ein technischer Fortschritt der enorm war, wobei die Menschlichkeit aber oft vernachlässigt worden sei. Werte wie Ehrlichkeit und Korrektheit würden heute oft als altmodisch angesehen, alles müsse Modern sein. Aber was heisse überhaupt Modern sein? Was heute als Modern angesehen wird, sei schon morgen Überlebt und Out! Jean Majerus aber, könne zusammen mit seiner Ehefrau, stolz auf seinen Lebenslauf, auf das Geleistete und seine 3 Kinder und 4 Enkelkinder sein.

Anschliessend wurde dem Jubilar ein Blumengebinde überbracht und die schon traditionelle Tafel mit seinem Stammbaum durfte auch nicht fehlen.