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Grundsteinlegung zur neuen Kläranlage

Zur offiziellen Grundsteinlegung der neuen Gruppenkläranlage südlich der Ortschaft Bögen hatten sich vor kurzem zahlreiche Ehrengäste, u. a. die Minister Jean-Marie Halsdorf und Romain Schneider sowie die Nordabgeordneten Ali Kaes, Emile Eicher und Fernand Etgen eingefunden.

Überrascht waren alle von der riesigen Baustelle, die bereits auf die bevorstehende neue Infrastruktur hindeutet. Bürgermeister Marcel Thommes betonte in seiner Begrüßungsansprache, dass die Sanierung des Abwassers der 27 Dörfer zählenden flächenmäßig größten Gemeinde des Landes eine der wichtigsten Aufgaben ist, die der Schöffenrat mit der Unterstützung der Mitglieder der CSV-LSAP-Mehrheit nach den vergangenen Wahlen in Angriff nehmen wollte.

Biologische Kläranlage für sieben Dörfer

Es sei keine leichte Mission gewesen, und die staatlichen Verwaltungen und Einwohner hätten sich erleichtert gezeigt, als die Gemeinde endlich dem Abwassersyndikat „Siden“ beigetreten sei.

Man sei heute in der glücklichen Lage, die erste biologische Kläranlage für sieben Dörfer in Bögen zu bauen, ohne die übrigen Dörfer mit ihren Abwassersorgen zu vergessen, deren Anlagen schrittweise der neuen Zeit entsprechend instand gesetzt würden. Er unterstrich das Verständnis der zuständigen Behörden zur topografisch problematischen Situation der Gemeinde Wintger sowie die Finanzierung der anstehenden Projekte der Kläranlagen. Er dankte allen, die sich einsetzen im Interesse der Lebensqualität der Einwohner der Gemeinde Wintger.

Jean-Marie Halsdorf stellte fest, dass sich laut Bewirtschaftungsplan für die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in unserem Land aktuell nur sieben Prozent der Oberflächenwasserkörper in gutem Zustand befinden würden. Darum begrüßte er umso mehr das Projekt zur Erweiterung und Sanierung der Kläranlage in Bögen. Dies sei ein wesentlicher Baustein zur Einhaltung der Verpflichtung Luxemburgs im Rahmen der Abwasser-Richtlinie und der Zielerreichung des Bewirtschaftungsplanes. Weiter sprach er dem Gemeindesydikat „Siden“ seinen Dank für den unermüdlichen Einsatz für die Verbesserung und den Erhalt der Qualität der einheimischen Gewässer aus, damit sich die nachfolgenden Generationen an einer intakten wie sauberen Natur erfreuen dürfen.

Siden-Präsident Ali Kaes ging auf die topografische Situation in der Gemeinde Wintger ein, deren 27 Dörfer verstreut auf den Öslinger Koppen angesiedelt seien, was besonderem Aufwand bedürfe, um Wasserinfrastrukturen zu bauen. Durch die Beitrittserklärung zum Abwasserverband im Jahr 2006 sei endlich Bewegung in die jahrelangen, festgefahrenen Abwasserprojekte gekommen. Technisch gesehen sei keine der 24 momentanen Kläranlagen der Gemeinde Wintger konform.

Vier neue Regionalkläranlagen in Planung

Die nach langem Planen und endlosen Beratungen zurückbehaltene Lösung sieht nun vier neue Regionalkläranlagen vor: Bögen, Trotten, Sassel und Brachtenbach. Zusätzlich werden vier überalterte Anlagen modernisiert, zwölf Pumpstationen und 20 Kilometer Leitungen verlegt sowie 21 neue Regenüberlaufbecken eingerichtet. Der Siden werde seine ganze Energie einsetzen, damit die neuen Bauwerke in der Gemeinde Wintger fristgerecht realisiert werden, so Kaes abschließend.

Danach rief Pfarrer Michel Bock Gottes Segen auf das Projekt herab, bevor sich die Ehrengäste auf einem Schriftstück, das eingekapselt in der Baustelle einzementiert wurde, verewigten.

Zum Schluss gaben Jean-Pierre Feller und Roland Schaack vom Sidendann noch wichtige Erläuterungen zum neuen Projekt. Mit einem Empfang im Mehrzwecksaal von Heisdorf wurde diese Feier abgeschlossen.(MiNi)